Föllakzoid - III

Föllakzoid- III

Sacred Bones / Cargo
VÖ: 27.03.2015

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Fuzztrocken

Die außerweltlichen bis kosmischen Sounds von Föllakzoids "III" im Ohr, träumt sich der Hörer direkt in die sauerstoffarmen Höhen der chilenischen Anden. Die unermessliche Hitze und die dünne Luft begründen die Unkonzentriertheit, die ihm dennoch ein flüchtiges Gefühl der sublimen Umgebung erlaubt. Flüchtig erhascht der eingetrübte, benommene Blick für einen Augenblick etwas die Anden in ihrer Größe Überragendes. Die Augen richten sich ins klare Gewässer, und neben der einstrahlenden, grellen Sonne meint man, es sei das Spiegelbild von etwas Unsichtbarem. Der Fall ist klar: "The invisible mountain" von Horseback zeigte sich da kurz in visualisierter Form! Dieses Gebirge mit trance-induzierendem Potenzial, 2009 von Yenks Miller auf Relapse Records errichtet, enthält dieselbe kosmisch-psychedelische Ausstattung, die das halluzinogene "III" von Föllakzoid aus Chile zu seinem Spiegelbild macht.

Diese konsistente Messe in gedankenloser Formvollendung offenbart eine Haltlosigkeit, die lähmend wirkt wie Temperaturen unter dem Gefrierpunkt oder von über 42°C im Schatten. Schockgefrostet oder sonnenverbrannt wächst auf "III" kein Gras mehr. Kraftwerks Korg-Synthesizer, von Atom™ aus Frankfurt a.M. bedient, werden zum großen Gleichmacher und füllen jede noch so winzige Lücke aus. Die stoische Rhythmussektion aus Drums und Bass präsentiert sich vor allem im Opener "Electric" völlig unbeeindruckt von den Einwürfen von Gitarrist Domingo Garcia-Huidobro. Darin verbieten sie sich über die kompletten elf Minuten jede Motivation, sich den von der Gitarre immer mal wieder angeschobenen Gestaltungsmöglichkeiten zu ergeben, um sich aus der schwerelosen Monotonie zu erheben. Die Schwerkraft erscheint ausgehebelt, sobald einer der vier Zehnminüter aus dem Schlaf erwacht. Der Anbruch des neuen Tages wird unvermittelt umgemünzt in einen Versuch, realitätsferne Dimensionen anzustoßen. Beispielhaft ist die effektverhangene Fuzz-Gitarre im Abschluss "Feuerzeug", die sich kombiniert mit dem monotonen Nicht-Gesang von Bassist Juan Pablo Rodriguez zur Dauerschleife ausweitet.

Auch das Drittwerk der Chilenen gerät konsequenter als Loops Garagen-Version von Psychedelic, wird gestützt von einem durchdringenderem Mantra, als es irgendwo auf Goats exzellentem Album "Commune" zu finden ist, und entwickelt sich hin zu einem unendlich ausdauerndem Ritual; Abwechslung kleiner gleich Null. Als könnte die Antwort auf eine nahende Haftstrafe in einem unendlichen Fieberwahn nur reueloser, buddhistischer Gleichmut sein.

(Henrik Beeke)

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Highlights

  • Electric
  • Pioure

Tracklist

  1. Electric
  2. Earth
  3. Pioure
  4. Feuerzeug

Gesamtspielzeit: 45:14 min.

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Armin

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2015-04-01 19:46:07 Uhr
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