Marah - Float away with the friday night gods

Marah- Float away with the friday night gods

ATM / Epic / Sony
VÖ: 23.09.2002

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Hubba bubba

Wieder einmal will man uns zwei Brüder von der Insel als Retter des Rock'n'Roll verkaufen. Der Schönheitsfehler diesmal: Dave und Serge Bielanko kommen aus den USA, genauer aus Philadelphia. Als Marah haben sie dort bereits zwei Alben veröffentlicht, die es in Europa aber nie zu großer Popularität brachten, was sich jetzt mit ihrem dritten Album "Float away with the friday night gods" ändern soll. Darum ließen sie sich in Irland nieder, verpflichteten mit Owen Morris einen renomierten Produzenten, der schon bei Oasis, Ash und New Order an den Reglern drehte, verpflichtete zwei weitere Bandmitglieder und schließlich sogar Bruce Springsteen, der beim Opener "Float away" im Hintergrund trällert und Gitarre spielt. Aber ist Erfolg wirklich am Reißbrett planbar?

Da hagelt es launige Handclaps, lässige Gitarrenriffs und gut gelaunte Chorgesänge, gekrönt von einer Mediumreibeisenstimme, die einen mitunter schaudernd an Jon Bon Jovi denken läßt. Aber Marah sind keine Altherrenrockband, sondern junge, wilde Rock'n'Roller. Zumindest versuchen sie das die meiste Zeit über.

Leider stehen sie sich mit ihrer Produktion häufig selbst im Weg, denn die radiotauglichen drei-Minuten-Nummern werden gerne mit bemüht verschrobenen In- und Outros aufgebläht wie das rosafarbene Kaugummi auf dem Plattencover. Einzige Ausnahme ist die eher zurückhaltend arrangierte Ballade "Crying on an airplane", die den Abschied von der Liebsten und das Entschwinden in einer Linienmaschine beschreibt, wobei man sich trotzdem irgendwie wünscht, daß das Lied einmal richtig losgeht.

Marah wollen den großen Rock'n'Roll, die großen Gesten. Das sagen schon die Discokugel und die Sonnenbrille, die da auf dem Cover so originell zu einem Gesicht drapiert wurden. Etwas mehr Originalität bei den Kompositionen wäre dabei aber auch nicht verkehrt gewesen, denn die einzelnen Stücke klingen unheimlich nett, aber unheimlich austauschbar. Und spätestens beim achten Mal beginnt auch das ewige Geklatsche, einem furchtbar auf die Nerven zu gehen. Irgendwann dann bemüht sich die Band gar nicht mehr, britisch zu klingen und liefert solide Ware für die Weiterverwertung auf amerikanischen Teenie-Komödien-Soundtracks ab. Scream if you can.

(Lukas Heinser)

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Highlights

  • Float away
  • Crying on an airplane

Tracklist

  1. Float away
  2. Soul
  3. Revolution
  4. People of the underground
  5. Crying on an airplane
  6. Leaving
  7. Shame
  8. 4 all we know we're dreaming
  9. What 2 bring
  10. Out in style

Gesamtspielzeit: 49:34 min.

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