Xavier Rudd & The United Nations - Nanna

Xavier Rudd & The United Nations- Nanna

Salt.X / Nettwerk / Universal
VÖ: 20.03.2015

Unsere Bewertung: 2/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Nanu, na na, na was?

Irgendwo zwischen Yoga, Tierschutz und "Carpe Diem" wollte Xavier Rudd eben mal Studioalbum Nummer acht aufnehmen. Erst musste auf Teufel komm raus eine Multikulti-Band zusammengeschustert werden: indigene Australier, Südafrikaner, Papua-Neuguineaner und, ja genau, Deutsche und Iren. Gewollt expressiv und politisch-appellativ wurde sie dann "The United Nations" getauft. Übersymbolisch soll das fürs Zusammenkommen der Weltbürger und "die Rückbesinnung ins Spirituelle" (was?) stehen und zu einer nachhaltigen Lebensweise inspirieren. Alles der "Essence of creation" gewidmet.

Rudds Werken gelingt seit jeher wenig Kritikerfolg. Ersatzweise bejubelt ihn seine Fanschar, zuletzt bei "Spirit bird" mit Goldstatus in Australien und Platinstatus in Italien. Darum nun "Nanna", wobei nur spekuliert werden darf, was Rudd mit dem Albumtitel meint. Er behält es bisher für sich. Könnte englisch für Oma, aber auch für den mesopotamischen Mondgott stehen und ist obendrein als Abkürzung für Bananen gebräuchlich.

Das ethnologische Rätselraten geht nach Albumtitel und Bandnamen weiter und birgt hohes Agressionspotenzial für jedwede Hörer. Selbst der wehleidige Bittsteller in "While I'm gone" wird durch eine penetrante Gutlaunigkeit entmenschlicht. Denkbar als eine pathologische Folge einer alternativmedizinischen Eigenmedikation des (Um-)Weltschmerzes. Und gleich der Krauttherapie wurde in die Lieder gepresst und gestopft, was nur irgendwie zu pressen oder stopfen war. Noch mehr unverständliches Gräueln in "Nanna", noch mehr Reggae-Chor (z.B. "Hanalei") und noch mehr Hippie-Weisheiten. Dass Liebe jeden Krieger entwaffne und Mutter Erde doch bitte respektiert werden sollte ("Creancient"). In "Rusty hammer" dann noch mehr Blasinstrumente, bei denen niemand weiß, wie und aus welchem Holz jene geschnitzt sind. Mit "Rainbow serpent" drehen die Flöten dann so richtig durch. Dünnhäutige Hörer ebenso.

Zum nebulös anmutenden Komponistengeist gesellt sich auch noch das scheinbar vernebelte "Tuff Gong Studio" (heißt wirklich so!), bei dem wohl häufig das Mischpult nicht mehr gefunden wurde. Viele Spuren klingen unangenehm laut, häufig gerade die Bläser. Andere sind leise oder nur schwer zu verstehen, gerne Rudd nuschelt seine Liedchen. Als "neues Kapitel der Karriere" sei "Nanna" zu verstehen. Puh. Bitte nicht. Life is life. Na na na na na ...

(Maximilian Ginter)

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Highlights

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Tracklist

  1. Flag
  2. While I'm gone
  3. Hanalei
  4. Come people
  5. Sacred
  6. Nanna
  7. Rusty hammer
  8. Rainbow serpent
  9. Creancient
  10. Warrior
  11. Struggle
  12. Radiate
  13. Bundagen

Gesamtspielzeit: 53:54 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Ali
2018-06-30 00:14:58 Uhr
Wer auf Reggae (und hier speziell Roots Reggae) und Worldmusic steht, wird an der Platte Gefallen finden.
Ich finde die CD toll!
Muss aber auch dazu sagen, dass ich Bob Marley, Gentleman, etc. auch gut finde :-)

Armin

Postings: 13814

Registriert seit 08.01.2012

2015-03-11 21:21:34 Uhr
Frisch rezensiert! Meinungen?
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