Europe - War of kings

Europe- War of kings

UDR / Warner
VÖ: 06.03.2015

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Ausgezählt

Oh ja, Europe haben sich ihre Ration an Schmähungen abgeholt. Reichlich davon sogar. Dabei ist noch nicht einmal der Welthit schuld, an dem die Band Anfang der Neunziger zerbrechen sollte. Denn "The final countdown" hatte zwar ein Video vorzuweisen, bei dessen Anblick das Blut aus den Augen lief, aber zum einen konnten die Schweden nun wirklich nichts dafür, dass der Song so durch die Decke gehen sollte, zum anderen – hey, 1986 war die Hochzeit des Hair Metal, da musste man schlicht furchtbar aussehen. Nein, das Hauptproblem waren die ersten Alben nach der Reunion 2004. Denn allzu unbekannt war der Umstand, dass bereits die beiden Alben vor "The final countdown" passablen Hardrock aufweisen konnten, so dass die Glaubwürdigkeit im Keller war – erst recht angesichts der grauenvollen Reunion-Platte "Start from the dark". Erst 2012, mit dem bluesigen "Bag of bones", konnten die ewigen Streithähne Joey Tempest und John Norum ein größeres Publikum als die Dauerfans zumindest teilweise überzeugen.

Nun also "War of kings", und beim Blick auf das klischeebeladene Artwork werden zunächst Zweifel laut. Kann eine Band, die ein derart stereotypes Cover zulässt, tatsächlich überraschen? Doch siehe da, es geht. Denn die mittlerweile über 50 Jahre alten Tempest und Norum lassen es richtig krachen. Während der eröffnende Titeltrack noch ein nur zu Beginn behäbiger Groover ist, tritt "Hole in my pocket" so richtig aufs Gas. Unterstützt von einer um Größenordnungen wärmeren Produktion als auf dem Vorgänger, zitieren die Schweden so ungeniert wie gelungen die großen Bands der Siebziger, denen sie schon bei der Bandgründung 1979 nacheifern wollten. Ob nun allerdings die Anleihen an Led Zeppelin bei "The second day" gekonnt oder übertrieben sind, liegt sicherlich im Auge des Betrachters. Fakt ist, dass solch erdige Klänge bei einer Band, die vor nicht ganz 30 Jahren zu Teenie-Poppern mutierte, so nicht zu erwarten waren.

Selbst das, was bei gealterten Hardrockern allzu oft Angst macht – richtig, die Balladen! – mag den Schweden durchaus passabel gelingen. "Praise you" beispielsweise überzeugt mit dezent blubbernder Hammond-Orgel und gefühlvollem Solo von John Norum, während "Angels (With broken hearts)" mit einer wunderbaren Blues-Note punkten kann. Nicht jeder Song mag freilich direkt zünden – ja, man muss im Gegensatz zu früheren Platten "leider" sagen. Gerade im Mittelteil mäandert alles etwas orientierungslos dahin, sei es mit "Nothin' to ya", bei dem Tempests Stimme zu wenig Dreck hat, um gegen Norums Gitarrenwand bestehen zu können, sei es mit dem ziemlich belanglosen "California 405". Doch im weiteren Verlauf fangen sich die Schweden wieder; insbesondere "Days of Rock 'n' Roll" macht in seiner mit sicherer Hand ausgesuchten Schnittmenge zwischen Deep Purple und Rainbow richtig Spaß.

Während das Album mit dem verträumten Instrumental "Vasastan" auspendelt, reift eine erstaunliche Erkenntnis – erstaunlich deshalb, weil Europe in ihrer Karriere nicht nur diesen einen Megaseller, sondern auch viel Schrott produziert haben. Nämlich, dass "War of kings" tatsächlich eine gute Platte geworden ist, komplett kitschfrei und unprätentiös. Klar, mit der ungestümen Frische neuer Bands wie The Answer oder gar den zahllosen Anhängern der Vintage-Rock-Welle können die Schweden nicht wirklich mithalten, auch der bedingungslose Retro-Anstrich von Black Star Riders ist lediglich in Sichtweite. Doch eines muss man Europe wirklich lassen: Erstmals in der zweiten Phase der Bandkarriere konnten sich Tempest, Norum und Kollegen auf ihre Wurzeln konzentrieren. Und "War of kings" ist nicht mehr und nicht weniger als das beste Album, welches Europe seit 2004 produzieren konnten. Und das ganz ohne stadionfüllenden Single-Hit. Chapeau.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Hole in my pocket
  • Praise you
  • Days of Rock 'n' Roll

Tracklist

  1. War of kings
  2. Hole in my pocket
  3. The second day
  4. Praise you
  5. Nothin' to ya
  6. California 405
  7. Days of Rock 'n' Roll
  8. Children of the mind
  9. Rainbow bridge
  10. Angels (With broken hearts)
  11. Light me up
  12. Vasastan

Gesamtspielzeit: 54:13 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
ND
2016-10-08 11:07:12 Uhr
Naja, auf Start From The Dark und vor allem auf Secret Society waren sie meiner Meinung viel spritziger und origineller unterwegs, bis es mit Last Look At Eden (teilweise sehr durchschnittliche Kompositionen) und Bag Of Bones (lasche Produktion und oft einfallslose Melodien...) abwärts gegangen ist. War Of Kings ist wieder besser, allerdings könnte die Produktion druckvoller sein...
hättsch ned gedacht
2015-03-14 02:40:58 Uhr
die platte kann was.

Armin

Postings: 10771

Registriert seit 08.01.2012

2014-12-10 23:29:16 Uhr
EUROPE veröffentlichen ihr neues Studio Album „War Of Kings“ weltweit im März 2015.



Pünktlich zum Release geht die schwedische Rock Legende zusammen mit den Black Star Riders auf UK Tour.



Im März 2015 veröffentlichen EUROPE ihr 10. Studio Album weltweit.

War Of Kings wurde im brandneuen PanGaia Studio in Stockholm, Schweden aufgenommen. Als Produzenten haben sich die schwedischen Classic Rocker die Dienste von Dave Cobb (Rival Sons) sichern können und als Engineer saß John Netti an den Reglern.

Die 11 Songs beweisen einmal mehr EUROPE’s ausgezeichnetes Gespür: knallharte, von monströsen Melodien getragene Classic Rock Songs zu erschaffen.

Das Album wird in verschiedenen Formaten, wie CD Digipak, CD im Jewel Case, Vinyl LP und Digital Download am 06. März veröffentlicht.



Sänger Joey Tempest: „War Of Kings ist das Album, das wir immer machen wollten, als wir als Kids Bands wie Zeppelin, Deep Purple und Black Sabbath hörten.“



EUROPE nahmen schon sehr früh in ihrer Karriere den Platz einer mit Platin ausgezeichneten Classic Rock Legende ein. Mit dem 1986er Album, und der dazu gehörigen Hit-Single The Final Countdown, explodierte die Karriere des Schweden-Fünfers geradezu, bis es 1992 zur Bandauflösung kam.

Mit dem Gründungsmitglied John Norum an der Gitarre kehrten die Schweden 2004 ins Rampenlicht zurück und fanden mit ihrem Blues angehauchten Classic Rock wieder zu alter Stärke.

Der 2012er Output Bag Of Bones untermauerte die Reputation der Rock Legende und stieg international wieder in die Charts ein.

Auch mit War Of Kings werden EUROPE weltweite Aufmerksamkeit erregen und ihre Fans mit einem bärenstarken Rock-Statement begeistern.



Joey fügt hinzu: „Wir haben den langen Weg genommen, aber wir wollten EUROPE wieder auf den richtigen Pfad führen. Es hat 10 Jahre und unzählige Tourneen gedauert, aber wir sind unseren Weg gegangen und endlich angekommen.“



EUROPE werden ihren Status als mitreißende Live-Band untermauern und am 02. März in Dublin (erste EUROPE Show in Irland seit 25 Jahren) ihre War Of Kings Tour starten, die sie dann zusammen mit den Black Star Riders in UK fortsetzen werden.



Joey: „Wir freuen uns riesig auf unsere Tour Aktivitäten in 2015! Es kann nicht mehr besser werden als es jetzt ist.“



EUROPE sind:

Joey Tempest – lead vocals, acoustic & rhythm guitar, keyboards

John Norum – lead & rhythm guitars, backing vocals

John Leven – bass, backing vocals

Mic Michaeli – keyboards, piano, backing vocals, rhythm guitar

Ian Haugland – drums, percussion, backing vocals



Europe/Black Star Riders UK/Ireland Tour dates are as follows:

02/03/2015 Dublin – Olympia Theatre

03/03/2015 Belfast – Ulster Hall

05/03/2015


Glasgow - O2 ABC




06/03/2015


Glasgow - O2 ABC




07/03/2015


Newcastle-Upon-Tyne - O2 Academy




08/03/2015


Leeds - O2 Academy




10/03/2015


Nottingham - Rock City




11/03/2015


Cambridge - Corn Exchange




13/03/2015


Manchester - Academy




14/03/2015


Wolverhampton - Civic Hall




15/03/2015


Exeter – University




16/03/2015


Bristol - O2 Academy




18/03/2015


Bournemouth - O2 Academy




19/03/2015


Norwich – UEA




20/03/2015


London - O2 Shepherd's Bush Empire




21/03/2015


London - O2 Shepherd's Bush Empire








For information on Europe, please go to:
www.facebook.com/europetheband

www.udr-music.com



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