Cold War Kids - Hold my home

Cold War Kids- Hold my home

Sony
VÖ: 06.03.2015

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Das, was fehlt

Drei Mal ist Bremer Recht, vier Mal ist auch nicht schlecht, fünf Mal ist ungerecht. Die bisherigen vier Studioalben der Cold War Kids zeichneten sich durchgängig durch die Spannung zwischen geradlinigen, veritablen Indie-Hits und anderem Material mit teils verschrobenem Blues-Einschlag aus. Auch der Aufbau war meist ähnlich: Unter den ersten Songs befanden sich die catchy Hits, mit denen uns die Kalifornier locken wollten, nur um mit fortschreitender Spieldauer komplizierter und komplexer zu werden. "Loyalty to loyalty" bildete eine kleine kunstvolle Ausnahme. "Hold my home" ist nun einerseits ein kleiner Aufbruch, da mit Joe Plummer, Ex-Drummer von Modest Mouse, ein neues Mitglied gefischt wurde, das frischen Wind in die alten Segel bringen soll. Andererseits liefert das fünfte Studioalbum "Hold my home" eben genau dies nicht und zeichnet sich daher eher aus durch das, was fehlt.

Die stilistischen Ausflüge finden mittlerweile eher im Kleinen statt. "Hotel anywhere" und der Titelsong versuchen sich ein wenig und auch gar nicht so schlecht am Wave. Da reißt es aber auch schon fast ab. Denn auf "Hold my home" fahren die Cold War Kids die Mittelspur, kümmern sich nicht mehr um die Extreme in ihrer Musik. Statt dessen raubt die umgängliche Produktion und das allzu nette Songwriting diesem Album ein wenig den Biss. Ein richtiger Ausfall ist zwar nicht zu verzeichnen, aber eben auch wenige tatsächliche Sternstunden cold-war-kidschen Schaffens. Da kann selbst Co-Produzent Lars Stalfors, der unter anderem auch bei Produktionen der abseitigeren Marnie Stern und The Mars Volta die Finger im Spiel hatte, kaum große Spannung herauskitzeln.

Die wenig wirklichen Highlights finden sich in der potentiellen Single "First", die aber auf dem rundum gelungenen Vorgänger "Dear Miss Lonelyhearts" wahrscheinlich gar nicht weiter aufgefallen wäre. Und im abschließenden "Hear my baby call" sowie in "Go quietly", bei denen Sänger Nathan Willett endlich wieder so wunderbar die eigenen Stimmbänder malträtiert, dass es eine Freude ist, ihm beim Leiden und Greinen zuzuhören. Der ganze Rest fährt so sehr die Middle Of The Road und entlang dessen, was wir von dieser Band gewohnt sind, dass kaum etwas hängen bleibt oder zwingend ist. Die Bekannschaft mit "Hold my home" zu machen ist zwar immer noch nett, aber man kennt nun das wohl schwächste Album der Kalifornier, bisher. Irgendwas fehlt.

(Kai Wehmeier)

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Highlights

  • First
  • Go quietly
  • Hear my baby call

Tracklist

  1. All this could be yours
  2. First
  3. Hot coals
  4. Drive desperate
  5. Hotel anywhere
  6. Go quietly
  7. Nights & weekends
  8. Hold my home
  9. Flower drum song
  10. Harold Bloom
  11. Hear my baby call

Gesamtspielzeit: 39:32 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

The MACHINA of God

Postings: 16526

Registriert seit 07.06.2013

2015-03-13 22:53:32 Uhr
Nathan Willett steckt als Sänger immer noch 90% aller Gegenwartsindiekonsensbandsänger locker in the Täsch;)

Das auf jeden Fall.
Cody
2015-03-13 22:47:35 Uhr
..bevor ichs vergesse: Nathan Willett steckt als Sänger immer noch 90% aller Gegenwartsindiekonsensbandsänger locker in the Täsch;)
Cody
2015-03-13 22:42:33 Uhr
Kann die 6/10 nicht wirklich nachvollziehen. Die ersten drei Songs sind ziemlich stark, der Mittelteil schwächelt gerade beim Titelsong etwas aber die beiden letzten Songs sind mega.. Alles in allem sehr angenehmes Album 8/10!

The MACHINA of God

Postings: 16526

Registriert seit 07.06.2013

2015-03-07 17:14:16 Uhr
Ah ok, hatte mich schon gewundert. Klang halt nur so.
zum Thema:
Ich fand sowas wie den Closer oder "Bottled affection" mit seinen himmelweiten Melodie und halligen Klängen schon recht majestätisch.

Gordon Fraser

Postings: 1264

Registriert seit 14.06.2013

2015-03-07 17:03:59 Uhr
Sorry, das war eigentlich beides nicht boshaft gemeint...
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