Supergrass - Life on other planets

Supergrass- Life on other planets

Parlophone / EMI
VÖ: 30.09.2002

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Spiders from Mars

"Every sha-la-la-la, every wo-oh-wo-oh" - Schon die seligen Carpenters wußten in ihrer Hymne "Yesterday once more" um die Kraft des eingesungenen Ringelpiezes. Supergrass, Englands durchgeknallteste Kreuzung aus Kotelettenträgern und Wiederaufarbeitungsanlage, wollen da auch mit "Life on other planets" nicht hinten anstehen. Und so steckt in jedem Song ein Klingeln, in jeder Strophe ein Jubilieren und in jedem Refrain ein weiterer Ohrwurm. Und doch scheint auf dem Nachfolger des hitgespickten "Supergrass" etwas anders. Nicht mehr der perfekte Popsong, sondern der ungenierte Spaß am Zitat steht offenbar im Vordergrund. It's yesterday once more, indeed.

Grüßt der Opener "Za" mit einem Hall auf Gaz Coombes Stimme, wie ihn ELOs Jeff Lynne nicht schmalziger hinbekommen hätte, winkt in "Rush hour soul" der selige Marc Bolan aus dem Grab, um mit Ziggy Stardust zum Ballroom-Blitz zu blasen. "Glitter, Glam, Glückseligkeit" scheint die Devise zu lauten. Und allerspätestens beim gloriosen "Grace" schubst das sich einstellende breite Grinsen auch die letzten zweifelnden Falten beiseite. Da ist es wieder, das Hopsen und Springen, mit dem uns schon das Debüt "I should coco" Beine machte. "Well, we jumped all night / On your trampoline / When you kissed the sky / Made your sister scream."

Doch Supergrass wären nicht Supergrass, wenn es beim bloßen Klau bliebe. Zu verspielt wirkt die Zusammenstückelung der Einzelteile, die für sich genommen authentischer als die in Samtanzüge gewandten Glitzerrocker anno 1972 klingen. Zu zickig stellen unerwartete Breaks jeder noch so regenbogenfarbenen Kitschigkeit ein Bein. Zu deutlich macht sich immer wieder der Schalk bemerkbar, der den mittlerweile um Tastenmann Rob Coombes erweiterten Oxfordern nicht nur im Nacken sitzt, sondern anscheinend auch gleich die Zweitstimme eingesungen hat.

Obwohl der selbstbetitelte Vorgänger die offensichtlicheren Ohrwürmer mitbrachte, schummelt auch "Life on other planets" immer wieder überschäumende Melodien in schutzlose Gehörgänge. Nur eben diesmal von hinten durch die Brust ins Auge. Während "Evening of the day" melancholisch um die Ecke swingt, rotzt "Never done nothing like that before" in satten 1:44 Minuten erst einmal allem ins Gesicht, was eben noch so süßlich klang. Und dies nur, um plötzlich das Mellotron singen zu lassen, bevor es schon wieder fleißig aus den wackelnden Ritzen jahahat und uhut. Auf dem Planeten Supergrass ticken eben nicht nur die Uhren anders.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Evening of the day
  • Never done nothing like that before
  • Grace

Tracklist

  1. Za
  2. Rush hour soul
  3. Seen the light
  4. Brecon beacons
  5. Can't get up
  6. Evening of the day
  7. Never done nothing like that before
  8. Funniest thing
  9. Grace
  10. La song
  11. Prophet 15
  12. Run

Gesamtspielzeit: 40:43 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
todde
2003-11-13 22:44:32 Uhr
Supergrass sind everyone's darling, aber keiner nimmt sie für ernst. Sind halt immer hinter Oasis, The Verve, den Stereophonics und Blur zurückgeblieben. Das ändert aber nichts daran, das "Life on other planets" ein sehr tolles Album ist. 8/10 von mir ;)
Pirk
2003-11-13 19:52:34 Uhr
geile Platte -geile Band....Pöbelbacke ist blöd!!
Pöbelbacke
2003-11-13 19:41:52 Uhr
die gehörn hinter gitter.hab noch nie was von denen gehört!
Guzica
2003-11-13 19:16:24 Uhr
Ich fand sie sehr gut, haba aber so nen Knaller wie "Mary" vermißt.
Wieso sind die damals mit diesem Lied eigentlich nicht für irgendeinen Grammy oder MTV-Award nominiert worden?
masurke
2003-11-13 18:17:31 Uhr
also tut mir ja leid jungs, aber da habt ihr voll daneben gegriffen. ist ja wohl nur albern dieser brillianten platte nur eine 7/10 zu geben. die gehört in die sparte "essentials", wie quasi a l l e supergrass alben...

grietz

masurke
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