Tuxedo - Tuxedo

Tuxedo- Tuxedo

Stones Throw / Groove Attack
VÖ: 08.03.2015

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Brennende Sohlen

"Rock fucks – Disco sucks": Mit diesem Slogan attackierten Ende der 70er Jahre Rock-Fans den Disco-Sound. Das Drehen der Spiegelkugel empfanden sie als Ausdruck der Oberflächlichkeit und den Disco-Sound als Plastik-Musik vom Fließband. Am 12. Juli 1979 fand im Comiskey Park in Chicago die "Disco Demolition Night" statt, initiiert von zwei Radio-DJs. Zwischen zwei Baseball-Spielen wurden öffentlich Disco-Platten verbrannt. Es kam zu Ausschreitungen, Feuer wurden gelegt. Vielleicht liegt es ja auch daran, dass sich bis auf wenige Ausnahmen seither kaum jemand an ein Disco-Revival herangewagt hat. Bis jetzt. Denn die Anzeichen verdichten sich, dass 2015 das Jahr einer solchen Neuauflage werden könnte. So kündigte Nile Rodgers jüngst für den Sommer ein neues Chic-Album an. Und auch Tuxedo befeuern diesen Trend.

Das Duo aus Sänger Mayer Hawthorne und Produzent Jake One schickt mit seinem selbstbetitelten Debütalbum eine lupenreine Disco-Funk-Platte ins Rennen. "Tuxedo sind da! Immer schön stilvoll bleiben" – mehr Infos haben die beiden Herrschaften dem Release nicht beigefügt. Reicht ja aber auch. Und es ist die volle Wahrheit: Stilvoll sind Sound und Produktion von Tuxedo allemal. Es dominieren Handclaps, Fuzz-Bass und Synthie-Teppiche. Die Glanzpunkte des Albums sind ganz klar "So good" und "I got u", die mit ihrem Uptempo und den eingängigen Melodien echte Floorfiller-Qualitäten beweisen. Schön ist auch "Two wrongs", in dem Hawthorne über einen Laid-Back-Groove gefühlvoll den Marvin Gaye macht. Überhaupt strotzt dieses Album nur vor Reminiszenzen an die Disco-Funk-Acts der späten 70er, frühen 80er-Jahre – jene Bands, die aus dem Soul und Jazz kamen, nicht die Bee-Gees-Discofraktion. Aber auch Daft-Punk- oder Phoenix-Anhänger kommen hier auf ihre Kosten.

Sicher: Auf Albumlänge stellen sich irgendwann leichte Ermüdungserscheinungen ein. Die zwölf Songs sind sich einfach zu ähnlich. Und eine Dreiviertelstunde Noblesse-Disco ist am Ende doch etwas zu viel der Trüffelschicht. Das Gesamtkonzept aber ist stimmig. Und statt Disco-Platten werden dank Tuxedo demnächst wieder die Fußsohlen brennen.

(Sebastian Meißner)

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Highlights

  • So good
  • Two wrongs
  • I got u

Tracklist

  1. Lost lover
  2. R u ready
  3. Watch the dance
  4. So good
  5. Two wrongs
  6. Tuxedo groove
  7. I got u
  8. The right time
  9. Roll along
  10. Get u home
  11. Do it
  12. Number one

Gesamtspielzeit: 46:26 min.

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Armin

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2015-02-26 00:33:09 Uhr
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