Kid Rock - First kiss

Kid Rock- First kiss

Warner
VÖ: 20.02.2015

Unsere Bewertung: 2/10

Eure Ø-Bewertung: 4/10

Hinterm Jägerzaun

Neues vom Tellerrand: Wie Robert Ritchie alias Kid Rock in einem Interview mit The Guardian Anfang des Jahres durchblicken ließ, scheint ein wenig Altersmilde bei ihm einzukehren. Republikaner? Mit Leib und Seele, nur nicht in sozialen Fragen. Aber Waffen müssen sein, klar. Abtreibung? Unterstützt er nicht, aber will Frauen auch nicht aufdrücken, was richtig und was falsch ist. Hochzeiten gleichgeschlechtlicher Paare? Unterstützt er auch nicht, würde der mittlerweile zum Priester ordinierte Ritchie aber dennoch vollziehen. Hört, hört – da scheinen sich also doch noch neue Horizonte in den Hirnwindungen von Kid Rock aufzutun, nachdem dieser bisher nicht den Eindruck hinterlassen hatte, sein Tellerrand reiche weiter als sein eigener Jägerzaun. Vielleicht liegt es daran, dass der gute Mann mit 43 Jahren Opa wird? Man kann nur spekulieren.

Es ändert nur leider nichts an der Tatsache, dass auch "First kiss" wieder mal vollkommen überladen mit Klischees ist. Mit Texten, die nicht über das Kreisen um sich selbst, nicht über "Ich trinke dies und das" oder "Früher war alles besser und ich habe jenes getan" hinausreichen. Gehen wir chronologisch vor. Der erste Kuss im ersten eigenen Auto, einem Cheyenne, mit Jenny Clayton. Das erste Bier auf der Veranda mit dem stolzen Dad. Und heute? Scheiß auf die gesellschaftlichen Probleme, es braucht nur mehr whiskey, women and wine sowie zwischendurch ein Näschen Koks. Und wenn auch all das nicht hilft, dann nimmt sich Ritchie die Gitarre, denkt an Jesus, Johnny Cash und Hank "Bocephus" Williams Jr., spielt sich seinen Schmerz von der Seele und schaut auf die guten Zeiten, die hoffentlich noch vor ihm liegen. Und gesteht schließlich noch, eigentlich nichts zu können, aber trotzdem das Beste aus sich rauszuholen, für uns, für die Fans. So einfach ist die Welt von Robert Ritchie.

Verpackt ist das Ganze wie gehabt in handgemachten, gut produzierten, ja sogar sehr lebhaften Southern Rock, der nicht nur mit vielen Bluesanleihen daher-, sondern sicher auch von Ritchies Herzen kommt. Das kann man ihm nicht absprechen. Aber was nützt die größte Leidenschaft, was die größte Aufopferung für die Fans, die auf Konzerten mittlerweile nur noch 20 Dollar hinblättern müssen, wenn am Ende doch wieder nur derselbe Murks wie immer steht? Rein gar nichts. Da bleibt nur die Hoffnung, dass Ritchies mentaler Jägerzaun nicht mit Betonblöcken in den Boden gegossen wurde und die Latten vielleicht doch noch versetzbar sind. Schließlich ist es nie zu spät, um sich zu ändern. Aber es wird allerhöchste Zeit.

(Kai Wehmeier)

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Highlights

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Tracklist

  1. First kiss
  2. Good times, cheap wine
  3. Johnny Cash
  4. Ain't enough whiskey
  5. Drinking beer with dad
  6. Good time lookin' for me
  7. Best of me
  8. One more song
  9. Jesus and Bocephus
  10. Foad (Bonus track)

Gesamtspielzeit: 44:48 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Was ist schon ein Name?
2016-03-06 20:27:46 Uhr
Kid Rock ist halt der Vanilla Ice des Rock - peinlicher und poserhafter geht nicht. Was mich wundert, ist, dass noch keiner gesagt hat, dass der Song "First Kiss" ziemlich nach Bryan Adams' "Summer of '69" klingt. Und wenn man kreativ schon so weit unten ist, dass man einen der größten Nerv-Hits der Musikgeschichte kopiert, sagt das wohl auch schon alles.

rollator

Postings: 662

Registriert seit 14.06.2013

2015-03-04 17:43:24 Uhr
Die eigentliche Frage lautet doch: Rockt Kiss das ganze nicht eigentlich gnadenlos weg?
Fu Manchu
2015-03-04 17:38:30 Uhr
Widerspruch! Die ersten beiden Limp Bizkit Alben sind tatsächlöich gar nicht mal so übel, ja sogar recht gut. Das vergisst zwar jeder heutzutage, weil es danach total unterirdisch wurde, aber besser als Kid Rock sind sie schon.

Mr. Orange

Postings: 1127

Registriert seit 04.02.2015

2015-03-04 17:34:42 Uhr
Besser als alles von Limp Bizkit zu sein ist ja auch ne riesige Kunst. :D

Guevara

Postings: 149

Registriert seit 18.02.2015

2015-03-04 17:21:19 Uhr
Geschmackssache. So oder so, Devil Without A Cause ist immer noch besser als alles von Limp Bizkit und ähnlich gelagerten Rap-Rock-Kapellen.
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