The Districts - A flourish and a spoil

The Districts- A flourish and a spoil

Fat Possum / PIAS / Rough Trade
VÖ: 06.02.2015

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Junges Blut

NME, Rolling Stone, The Guardian, Time Magazine: Die Fachwelt in den USA und UK zählt The Districts schon jetzt zu den wichtigsten Bands des noch so jungen Jahres. Das Quartett aus der Kleinstadt Lilitz in Pennsylvania könnte mit all den Vorschusslorbeeren locker zum Weltmarktführer bei der Smoothies-Produktion emporsteigen. Rob Grote (Gesang, Gitarre), Connor Jacobus (Bass), Braden Lawrence (Drums) und Pat Cassidy (Gitarre) – alle zwischen 19 und 20 Jahre alt – konzentrieren sich aber lieber aufs Musizieren. Und legen mit ihrem zweiten Album "A flourish and a spoil" ein in der Tat bemerkenswertes Werk vor.

Natürlich erfinden auch The Districts das Rock-Rad nicht neu. Anhänger von Gitarrenmusik müssen damit leben, dass die Referenzen ohrenscheinlich sind: Die Stimme von Sänger Grote erinnert an den jungen Julian Casablancas. Die Kompositionen vereinen Elemente aus dem Debut der Arctic Monkeys, dem Blues-Rock von The Black Keys und dem Psych-Pop von MGMT. Doch das alles greift für die Beschreibung von The Districts zu kurz. Ihr Sound ist viel zu originell, um als bloße Imitation der genannten Einflüsse abgestempelt werden zu können. Das wird schon bei "4th and roebling" deutlich, einem perfekten Album-Opener: Bedächtig der Einstieg, einprägsam die Melodie, wuchtig der Ausbruch im Refrain. Es dauert keine volle Minute, bis The Districts den Hörer gefangen genommen haben.

Toll sind auch das hymnische "Sing the song" mit seinen Pink-Floyd-Harmonien und dem liebevoll arrangierten Kanon-Outro. Mittel- und Höhepunkt der Platte ist das fast neun Minuten lange "Young blood". Hier haben The Districts ihr ganzes Können geballt: zarte Melodien, harte Riffs, epische Soundwände, verspielte Gimmicks. Und über allem fleht und brüllt Grote mit der weisen Seele eines Jugendlichen. Zu erwähnen ist auch die aufwändige und stets geschmackvolle Produktion von John Congleton (St. Vincent, Swans, Strand Of Oaks), der sowohl ein Gespür für pure Schlichtheit als auch für opulente Tricksereien hat.

Zwischendurch fällt das Niveau jedoch leicht ab. "Peaches" und "Heavy begs" sind klassiches Füllmaterial. "Chlorine" und "Hounds" treffen trotz guter Ansätze nicht vollends ins Ziel. Trotzdem, die Fachwelt hat vermutlich recht: Diese Band könnte das Jahr 2015 entscheidend mitprägen. The Districts ist mit "A flourish and a spoil" nicht nur ein sehr gutes Gitarren-Album gelungen, sie haben auch einen Vorschlag für die Zukunft eines ganzen Genres vorgelegt. Ihr Entwurf ist gestrickt aus den Versatzstücken der Geschichte, leuchtet und funkelt aber wegweisend in die Zukunft. Durchaus vielversprechend.

(Sebastian Meißner)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • 4th and Roebling
  • Suburban smell
  • Young blood

Tracklist

  1. 4th and Roebling
  2. Peaches
  3. Chlorine
  4. Hounds
  5. Sing the song
  6. Suburban smell
  7. Bold
  8. Heavy begs
  9. Young blood
  10. 6 am

Gesamtspielzeit: 44:45 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren (auch ohne Anmeldung möglich)

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread
Dein Name:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

saihttam

Postings: 1180

Registriert seit 15.06.2013

2016-10-04 14:33:32 Uhr
Finds eigentlich ganz nett. Der Opener und Young Blood sind super. Das die Songs dazwischen teilweise etwas ruhiger sind, stört mich wenig. Für mich muss nicht jeder Song abgehen wie Schmidts Katze. Weltbewegend ist das Album natürlich trotzdem nicht, aber wie schon gesagt, doch recht gelungen.

Gordon Fraser

Postings: 1092

Registriert seit 14.06.2013

2015-03-04 18:19:15 Uhr
Finde das Album von vorn bis hinten öde. Wenn selbst die große "Hitsingle" kaum vom Fleck kommt ist das wirklich kein gutes Zeichen. Strokes höre ich da zudem überhaupt nicht raus. Eher Kings of Leon in der egalen Post-"Because of the Times"-Periode.

Denniso
2015-02-16 11:16:52 Uhr
Da stimme ich zu. Nach den ersten beiden Lieder wird es eher durchschnittlich bis mau. So wird das nichts mit dem großen Hype (hoffe ich mal).

Rumhorster

Postings: 323

Registriert seit 04.03.2014

2015-02-16 10:42:55 Uhr
Naja, für die Mischung hat das Album dann aber doch ein bisschen zu wenig Feuer unter'm Hintern.
scheißkluger
2015-02-16 09:58:02 Uhr
Also ich denke bei denen sofort an eine Mischung aus Arctic Monkeys und Strokes. Find das net gerade originell. Wird aber bestimmt ein Hype draus
Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum du diesen Post melden möchtest.

Weitere Rezensionen im Plattentests.de-Archiv

Threads im Plattentests.de-Forum