Crushed Beaks - Scatter

Crushed Beaks- Scatter

Matilda / Rough Trade
VÖ: 13.02.2015

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Nein, nicht Beats

Crushed Beaks. Beats? Nein Beaks – zerquetschte Schnäbel. Als ob man in der Fußgängerpassage auf eine Taube träte. So die Erklärung von Alex Morris zum Namen des britischen Trios. Dabei wirkt die Musik gar nicht so makaber. "Scatter" beginnt wie eine gute Power-Pop-Platte: schnelle, treibende Drums, einfache Melodie, die eher an Beach Boys erinnert als an Splatter. Und das zweite Lied "Overgrown" hat sogar noch mehr davon: Kein Rhythmuswechsel stört den Drang nach vorne, keine allzu filigranen Melodiebögen die Energie des Gesangs.

Genau hier könnte man das erste Mal an Shoegaze denken, wären die Spuren nicht so klar von einander getrennt und die Struktur des Songs so straight. Und so stechen erst einmal die Sixties-Melodien heraus und erinnern an Surfpop. Erst beim folgenden Lied "Replica" versackt der Gesang in der Gitarrenspur, darüber schwebt das Schlagzeug und die Crushed Beaks sind mitten im Shoegaze angekommen. Wobei Alex sein Schlagzeug eigentlich durchgehend zu hart spielt, um das Stück als reinen Shoegaze a la Crocodiles durchgehen zu lassen. Das sind wohl die Referenzen an seine Zeit, als er in der Schule in diversen Postrockbands gespielt hat. So entsteht eine eigene, rockige Version des Shoegaze mit gleichmäßig durchgehämmerten Achtelrhythmen und flirrenden Gitarrenmelodien - Hard Shoegaze gewissermaßen.

Es gibt auf Scatter aber auch diese großartigen, etwas zurückgenommen Lieder wie "Memory loss". Nach den ersten paar Schlagzeugtakten fließt die Gitarre in den Song und übernimmt die Führung, aber nur solange bis der Gesang einsetzt. Der schraubt sich mitreißend magisch nach oben mit bezaubernder Intensität und gleichzeitiger Verletzlichkeit. Es ist eines der wenigen Lieder auf "Scatter", bei denen das Schlagzeug zurückgenommen ist und deshalb etwas sanfter daherkommt. Erst bei diesem Album – dem Debüt – ist zu Alex an den Drums und Matthew Poile an der Gitarre noch Scott Bowley am Bass dazu gekommen. Bemerkenswerterweise wirken die Lieder trotz des Mehr an Instrumenten reduzierter als die EPs, die bisher von Alex und Matthew als Duo zu hören waren. Geradliniger und strukturierter sind die Lieder auf "Scatter", als sie es zum Beispiel auf der EP "Close up" sind. Das Trio arbeitet übrigens bereits schon an neuen Songs. Den Namen also bitte schon mal merken: Crushed Beaks. Beaks, nicht Beats.

(Kerstin Petermann)

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Highlights

  • Overgrown
  • Memory loss

Tracklist

  1. April
  2. Overgrown
  3. Replica
  4. Rising sign
  5. Choices
  6. Feelers
  7. History
  8. Grim
  9. Memory loss
  10. Litmus

Gesamtspielzeit: 36:38 min.

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Armin

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Registriert seit 08.01.2012

2015-02-04 23:31:18 Uhr
Ganz frisch rezensiert!

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