Danko Jones - Fire music

Danko Jones- Fire music

Bad Taste / Soulfood
VÖ: 06.02.2015

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Gewohnheitspflegel

Gewohnheiten braucht der Mensch! Jeder hat welche und jeder pflegt die seinigen wie einen unreflektierten Masterplan: Den Wecker elend lange weiterdrücken oder direkt aus dem Bett hüpfen? Als erste morgendliche Amtshandlung in die Dusche, der Griff zur Zigarette oder doch der schwarze Kaffee? Am Sonntagabend ins Kino oder lieber Tatort im Fernsehen? Bevor es ab 21.45 Uhr für Millionen Deutsche bekanntlich nichts Wichtigeres gibt, als sich darüber zu unterhalten, wie man den gerade beendeten TV-Krimi so fand. Was diese arg routinierten Dinge nun mit Sex, Drugs & Rock 'n' Roll der Marke Danko Jones zu tun haben? Nun, mittlerweile doch ziemlich viel. Zugegeben, nach gefühlt drölfzig Turbonegro-, AC/DC- oder Motörhead-Platten ist es auch eine ziemliche Herausforderung, in diesem Genre noch zu überraschen.

Konventionelle, bluesig angefixte Rocksongs wie "Wild woman" zumindest entlocken heute bloß ein beherztes Gähnen. Und überhaupt, anno 2015 noch viel Neues über Danko Jones schreiben? Dieses Vorhaben beschwört das verzweifelte Bild eines Malers herauf, der hilflos vor der halbweißen Leinwand steht und den Pinsel einfach nicht in Bewegung bringt. Nun gut, die meisten haben es sowieso geahnt: "Fire music" ist Danko Jones' achtes reguläres Album und – wer hätte es gedacht – es klingt auch nach Danko Jones. Das ist per se auch gar nicht übel. Nein, das ist sogar ziemlich prima, wenn die Kanadier – wieder mal mit neuem Drummer unterwegs – das Gaspedal fest durchtreten und ihrem zuletzt mehr Stadion- als Garage-Rock doppelt Beine machen. "Gonna be a fight tonight" ledert hier zumindest schon ganz ordenlich los. Auch "The twisting knife" oder das tolle "Body bags" sind flotte Speed-Brecher, die derart viel Puste einfordern, dass sogar die Zeitreise in den (mittlerweile eingemotteten) Alternative-Tanzsaal von 2003 mitten im Sauerstoffzelt endet.

Gut, es genügt eigentlich ein Blick auf die Tracklist, aber der Vollständigkeit halber sei erwähnt: Die Themen der elf neuen Stücke sprühen wieder nur so vor klassischen Rock 'n' Roll-Lifestyle-Plattitüden: Frauen, Drogen, Suff. Dass das im Falle der Bühnen-Kunstfigur Danko Jones nicht unbeholfen peinlich, sondern gewollt flegelhaft und durchaus selbstironisch geschieht, macht es leider nicht deutlich spannender. Auch, wenn die musikalisch offensichtliche Motörhead-Hommage "Watch you slide" noch mal ein Grinsen entlockt: Man kennt das alles eben schon zu gut von dieser Band. Und weil den Herren, deren Live-Konzerte mit der ein oder anderen Spirituose im Kopf noch immer gute Abende versprechen, über weite Strecken doch wieder lahmer Poser-Hardrock wie "Live forever" oder "I will break your heart" unterläuft, kommt "Fire music" nicht über den Bewertungs-Stempel "bemüht, aber erneut zu routiniert" hinaus. Den größten Gewohnheitstieren reicht das vielleicht. Aber sonst?

(Eric Meyer)

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Highlights

  • The twisting knife
  • Body bags

Tracklist

  1. Wild woman
  2. The twisting knife
  3. Gonna be a fight tonight
  4. Body bags
  5. Live forever
  6. Do you wanna rock
  7. Getting into drugs
  8. Watch you slide
  9. I will break your heart
  10. Piranha
  11. She ain't coming home

Gesamtspielzeit: 38:04 min.

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