Heinz Strunk - Sie nannten ihn Dreirad

Heinz Strunk- Sie nannten ihn Dreirad

Audiolith / Broken Silence
VÖ: 30.01.2015

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Unter dem Deckmantel des Lustigen

Wenn diese schreckliche Welt zu viel wird mit religiösen Fanatikern, Demagogen und Besserwissern, dann muss manchmal kapituliert werden. Voller Ohnmacht bleibt man heimelig bei sich. Vielleicht meint das Heinz Strunk, dessen neues Album mit "Rien ne va plus" beginnt. Umtriebig war er ja mit den vielen TV-Cameos, seinen Büchern, den Bühnenauftritten. Und wer Strunk falsch verstehen möchte, ihn auf Kalauer reduzieren, dem bietet "Sie nannten ihn Dreirad" viel Spielraum, dies zu tun.

Etwa die Fürze mit Sprechgesang in "Analdämpfer". Etwa die direkte Abrechnung mit diesem beschränkten "Fernsehkoch". Ja, es darf viel gelacht werden. Strunk taktet viel Unlustiges so schnell, dass es dadurch erst lustig wird. Reduziert werden auf die Rolle des puren Humoristen sollte er nicht. Er mokiert und möchte dorthin, wo es weh tut, eklig, absurd ist ("Überfall"). Auf dem Albumcover posiert er vor irgendeiner abstrakten Kunst mit fescher Kette, Zuhälter-Kimono und damenhafter Sonnenbrille. Spott auf die Unterhaltungsindustrie! Das funktioniert nur bei Audiolith Records.

Heinzer testet nicht aus, sondern strapaziert einfach über. Die Gedanken sind frei, Humor darf alles, auch weh tun. In "Sex ohne Menschen" wird er zum Forscher. An Botho Strauß bewundert Strunk die Fähigkeit, sich "Kriechmenschen" und "Unfallfreaks" vermenschlichend zu nähern. Hier versucht er es selbst. Bei einem obsessiven Porno-Süchtling, dem Kranken, Zwanghaften, wird es selbstzerstörerisch poetisch: "Einmal von Dir so angesehen werden, dass sich alle Schmutzreste von der Seele lösen / Ich will, dass Du mich so lange anschaust / Bis der Abdruck des Schreckens und des Nichts / Auf meinem Gesicht verschwindet." Welch brillante Zeilen, nicht spöttelnd, eher düster empathisch statt geschmacklos. Ein Versuch zu verstehen.

Immer wieder verpackt Elektro-Pop mit schnellen Beats Strunks Personen- und Gesellschaftsbeobachtungen. Verspielt im Nonsens, mit vielen Lachern und fertiger Fäkalsprache, bleibt dennoch alles elegant. Das mag abwegig erscheinen, doch behält die halbstündige Laufzeit ihr Spitzbübisches, als müsste etwas lauter geschrien oder beleidigt werden, nur damit Hörer innehalten. Nachdenken. Entweder einfach nur Tränen vor Lachen in den Augen haben. Oder aus anderen Gründen. Womöglich kann heute nur noch so gelernt werden. Bei der Überflutung von Ereignissen und Reizen. Danke, Herr Strunk, für diese merkwürdige, aufheiternde Platte.

(Maximilian Ginter)

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Highlights

  • Sex ohne Menschen
  • Fernsehkoch
  • Schwarzes Loch

Tracklist

  1. Rien ne va plus
  2. Geht ja gar nicht
  3. Dackelblut
  4. Scheißhausalien
  5. Opa Lamour
  6. Analdämpfer
  7. Sex ohne Menschen
  8. Überfall
  9. Fernsehkoch
  10. Langsame Esser
  11. Aufnehmen bewerten handeln
  12. Schwarzes Loch

Gesamtspielzeit: 35:48 min.

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User Beitrag

Mr. Orange

Postings: 1090

Registriert seit 04.02.2015

2015-02-10 19:20:42 Uhr
Ich find's, wie eigentlich das meiste von Strunk, wieder große Klasse. Eindeutiges Highlight: Die neue Version seines bereits sattsam bekannten lyrischen Meisterstücks "Dackelblut", neu eingelesen und mit einem irgendwie hoffnungsvolleren und weniger apokalyptischen, dennoch nicht weniger verstörenden Beat versehen. Aber auch "Überfall" weiß in seinem panischen Neurotizismus in Verbindung mit dem leicht dubbigen Beat zu überzeugen. Ein Song aus der Sicht eines vor Angst an den Rand des Wahnsinn getriebenen Kindes. Hölfe! Hölfe! Der Rest auch gut bis teilweise sehr gut, aber durchgehend psycho.
fieep
2015-02-10 18:50:07 Uhr
geht mal gar nicht, diese platte.
Jürgen Dose
2015-02-10 17:21:42 Uhr
Puuuuh... finde ich ganz schwierig. Konnte ich nicht am Stück durchhören. Würde mich eigentlich als "Fan" bezeichnen aber diese Platte verbinden viele der Seiten, die ich am "Heinzer" NICHT mag. Irgendwie schade, hatte mir mehr erhofft.

Armin

Postings: 13831

Registriert seit 08.01.2012

2015-01-30 00:20:43 Uhr
Liebe Freunde,



bevor morgen „Sie nannten ihn Dreirad“ von Heinz Strunk erscheint, haben wir heute das bereits versprochene Musikvideo für euch. Niemand geringeres als das Künstlerkollektiv HGich.T inklusive Dietrich Kuhlbrodt haben „Geht ja gar nicht“ visualisiert.



Video: http://youtu.be/WSKGdG0Lcd0



heinzstrunk_gehtjagarnicht.jpg



Lassen wir Meister Heinzer selbst zu Wort kommen, was es damit auf sich hat:



„Ich wage mich erneut aus der Deckung meiner selbst gewählten Eremitage, der Isolationsfolter eines kargen Schriftstellerdaseins, um einen gewagten Schritt anzukündigen: Die Veröffentlichung meiner 1. (in worten: ERSTEN) reinen Musikplatte (heutzutage sagt man wohl CD oder so). Andere begeben sich in meinem Alter in den Vorruhestand, ich wage den Befreiungsschlag.



Die „fruchtigen Zwölf“ (DDR-Sprech für Pralinen) - in diesem Fall treffende Charakterisierung der 12 (in Worten ZWÖLF) Lieder sind selbstredend SEHR SEHR GUT. Es gibt nicht einen einzigen Durchhänger oder Pausenfüller oder ideenlosen Schrott. Gerade die Texte suchen ihresgleichen. Die es natürlich nicht gibt. Sui generis. Ich bin schon sehr streng, mein Umfeld ist noch strenger. Weshalb in den letzten 10 (in worten ZEHN) Jahren nicht ein einziger Rohrkrepierer meine muffigen Wände verlassen hat.



Heute soll ein kleines Video, ein Clip, ein Filmchen einer kleinen, aber feinen, vor allem interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Wir konnten das beliebte Künstlerkollektiv Hgich.T feat. für die Realisierung gewinnen. Es ist deshalb ein typisches Hgich.T Video geworden, bei dem ich auch ein wenig rumrenne. Der eigentlich geile ist aber Dietrich Kuhlbrodt, ein fantastischer Mann. Ganz schön crazy! Trotz der vermeintlichen Trashigkeit hat es eine ganz eigene Ästhetik. Die Doofen fragen jetzt natürlich: Welche Ästhetik? Antwort: Fleißig weiter machen und lernen und orientieren, vielleicht wird’s ja eines Tages.

Am 30.1. ist es soweit, und CD und Vinyl erscheinen. Ich würde mal ganz unbescheiden sagen und gebetsmühlenhaft wiederholen, dass die meisten anderen einpacken können. Vor allem was die Texte betrifft. Es kann ja kaum jemand gute Texte schreiben leider. Schrecklich, fast alle deutschen Texte. Echt der letzte Scheißdreck.



Auch geil, dass das Ganze bei Audiolith rauskommt. Die sind nämlich COOL und menschlich 1A. Auch eine seltene Kombi. Ich finde meinen Buchverlag Rowohlt auch ganz toll, und am besten ist, dass BEIDES geht. Und warum? Weil ich es KANN. Weil es eben nicht peinlich und/oder schwach ist, sondern SEHR SEHR GUT. Aber das sagte ich ja bereits. Ab 4.2. gehe ich auf Riesentour mit allem Schnickschnack. Keine langweilige Lesung, sondern PERFORMANCE. State of the Art. Das wird auch sehr gut.



Das Album trägt den programmatischen Titel „Sie nannten ihn Dreirad“. Mein damaliger Spitzname, weil ich ganz krumme und schiefe und streichholzdünne X und O Beine hatte, und dauernd gestolpert bin. Da war vielleicht was los! Hat sich mit den Jahren dann zurecht gewachsen.



Egal. Bitte um wohlwollenden Support.

Ihr und Euer stummer Diener HS“





VVK „Sie nannten ihn Dreirad“ (VÖ 30.01.2015)

Audiolith Webshop: http://audiolith.net/shop/heinz-strunk

iTunes: http://bit.ly/HeinzerSeinAlbum (Instant: Geht ja gar nicht)

Amazon CD: http://amzn.to/1J7xxyI

Amazon Picture LP: http://amzn.to/1GuDROK



Tourdates Heinz Strunk 2015

(Lesung und Liveperformance)

Tickets unter http://www.powerline-agency.com

04.02.15 Flensburg - Max

05.02.15 Lüneburg - Salon Hansen

06.02.15 Münster - Museum für Kunst und Kultur

07.02.15 Lingen - Centralkino

10.02.15 Berlin - Volksbühne

12.02.15 Lübeck - Filmhaus

13.02.15 Rostock - Mau Club

14.02.15 Potsdam - Waschhaus

16.02.15 Kiel - Metro Kino

18.02.15 Bremen - Schwankhalle

19.02.15 Köln - Gloria

20.02.15 Bielefeld - Skala

21.02.15 Hannover - Faust

22.02.15 Leipzig - Täubchenthal

23.02.15 Dresden - Groove Station

24.02.15 Würzburg - Kellerperle

25.02.15 Bochum - Bahnhof Langendreer

04.03.15 Düsseldorf - Zakk

05.03.15 Frankfurt - Mousonturm

06.03.15 Stuttgart - Wagenhallen

07.03.15 Heidelberg - Karlstorbahnhof

08.03.15 Regensburg - Alte Mälzerei

09.03.15 München - Freiheizhalle

10.03.15 Erlangen – E-Werk

11.03.15 Linz - Posthof

12.03.15 Graz - Literaturhaus

13.03.15 Wien - Rabenhof

23.03.15 Hamburg - Fabrik

24.03.15 Hamburg - Fabrik

05.05.15 Marburg - KFZ

06.05.15 Koblenz - Circus Maximus

07.05.15 Trier - Ex-Haus

08.05.15 Karlsruhe - Tollhaus

09.05.15 Aachen - Rathaus



Links:

www.heinzstrunk.de

www.hgicht.de

www.audiolith.net

Armin

Postings: 13831

Registriert seit 08.01.2012

2014-12-20 19:33:38 Uhr
Geschätzte Empfänger dieses Rundschreibens,



kurz vor der Besinnlichkeit noch eine Nachricht, die euch die Schuhe auszieht. Fleisch ist sein Gemüse und durch Studio Braun und Fraktus hat er Legendenstatus inne. Die Rede ist - natürlich - von Heinz Strunk. Wir sind wie bescheuert aufgeregt, verkünden zu können: Am 30. Januar veröffentlichen wir sein neues Album, ein 12 Stück starkes Werk, das auf den Namen „Sie nannten ihn Dreirad“ hört.



Und schon heute gibt’s ein Teaservideo, Film ab: https://www.youtube.com/watch?v=TMjkmWbwL2o


VVK Links:

iTunes: http://bit.ly/HeinzerSeinAlbum (Instant: Geht ja gar nicht)

Amazon CD: http://amzn.to/1J7xxyI

Amazon Picture LP: http://amzn.to/1GuDROK

Bald auch unter www.audiolith.net/shop


Info „Sie nannten ihn Dreirad“:

Heinz Strunk eilt in einem weiteren Riesenschritt auf Siebenmeilenstiefeln Richtung Spätwerk (offiziell befindet er sich seit dem 1.12.2014 bei halben Bezügen im Vorruhestand). Wo andere jedoch milde werden, zeigt sich HS einmal mehr als Vertreter der Altersradikalität. Er lässt NICHTS mehr durchgehen, am wenigsten sich selbst.



Die zwölf handgepflückten Miniaturen auf „Sie nannten ihn Dreirad“ sprechen eine überdeutliche Sprache. Konsequent verweigert sich Strunk jeglicher kommerzieller Verwertung, Breitenwirkung und Osmose in den Mainstream kommt weniger denn je infrage. Trotzdem ist die Musik keineswegs angestrengtes Gefrickel, peinlich ausgestelltes „Anderssein“ oder unhörbarer Experimentalschrott - Nein, die „fruchtigen Zwölf“ (O-Ton Strunk) sind konsequent und in erster Linie pop-driven. Allein die Texte weisen das Album aus als singuläres Meisterwerk. So wurden in deutscher Sprache bislang noch keine Lyrics verfasst. Um es mal ganz einfach und für den Laien verständlich auszudrücken: ÜBERLEGENES MATERIAL.



Hieran wird sich mal wieder die Spreu vom Weizen trennen, denn wem das nicht gefällt, der hat leider ein riesengroßes Problem. Ein uneinholbares Coolness-, Verständnis-, Humor- und Sprach-Defizit. Wer „Sie nannten ihn Dreirad“ nicht checkt, kann im Grunde genommen einpacken. Es geht, worum es immer schon ging: Aus den richtigen Gründen die richtigen Sachen für die richtigen Leute machen. Alles andere ist uninteressant.



Tourdates Heinz Strunk 2015

(Lesung und Liveperformance)

Tickets unter powerline-agency.com

04.02.15 Flensburg - Max

05.02.15 Lüneburg - Salon Hansen

06.02.15 Münster - Museum für Kunst und Kultur

07.02.15 Lingen - Centralkino

10.02.15 Berlin - Volksbühne

12.02.15 Lübeck - Filmhaus

13.02.15 Rostock - Mau Club

14.02.15 Potsdam - Waschhaus

16.02.15 Kiel - Metro Kino

18.02.15 Bremen - Schwankhalle

19.02.15 Köln - Gloria

20.02.15 Bielefeld - Skala

21.02.15 Hannover - Faust

22.02.15 Leipzig - Täubchenthal

23.02.15 Dresden - Groove Station

24.02.15 Würzburg - Kellerperle

25.02.15 Bochum - Bahnhof Langendreer

04.03.15 Düsseldorf - Zakk

05.03.15 Frankfurt - Mousonturm

06.03.15 Stuttgart - Wagenhallen

07.03.15 Heidelberg - Karlstorbahnhof

08.03.15 Regensburg - Alte Mälzerei

09.03.15 München - Freiheizhalle

10.03.15 Erlangen – E-Werk

11.03.15 Linz - Posthof

12.03.15 Graz - Literaturhaus

13.03.15 Wien - Rabenhof

23.03.15 Hamburg - Fabrik

24.03.15 Hamburg - Fabrik

05.05.15 Marburg - KFZ

06.05.15 Koblenz - Circus Maximus

07.05.15 Trier - Ex-Haus

08.05.15 Karlsruhe - Tollhaus

09.05.15 Aachen - Rathaus



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Website: www.heinzstrunk.de

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