The Dodos - Individ

The Dodos- Individ

Morr / Indigo
VÖ: 30.01.2015

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Passierschein A38

Das ist mal ein Eins-a-Arbeitsethos: Keine eineinhalb Jahre sind seit dem letzten Album vergangen, schon melden sich die grundsympathischen Dodos wieder zurück. Zuletzt waren sie ja in Bestform, auch wenn wohl kaum jemand mitbekommen haben dürfte, dass "Carrier" klar die beste Platte der Jungs aus San Francisco war. Nun gilt es also, die klasse Form zu konservieren, direkt nachzulegen und endlich mal wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu gelangen. Okay, letzteres ist ziemlich unwahrscheinlich, bedenkt man, dass "Individ" schon eine kleine Zicke ist, die erobert werden will.

In Sound und Dynamik entfernen sich Meric Long und Logan Kroeber dabei gar nicht so sehr vom direkten Vorgänger, vielmehr werden sie wagemutiger und trauen sich – bei aller Stringenz – mehr Quatsch-Ideen zu. Oder ist es etwas anderes als eine Quatsch-Idee, mit dem hakenschlagenden "Precipitation" ins Album zu starten? Besagte Nummer nimmt mehr Umwege als Asterix und Obelix auf ihrer Odyssee zu Passierschein A38, überrumpelt sich dabei in einer Tour selber und landet letztlich herrlich schmerzhaft auf dem eigenen Hosenboden. Es ist schon wunderbar daneben, mit einem solchen Brocken anzufangen. Der Indierock der Dodos ist hier nichts anderes als ein einziges großes Jump'n'run-Spiel.

Und das war erst der Anfang, Freunde, im Ernst: "Bubble" ist eine wunderschöne Halbballade, ohne wirklich balladesk zu sein. The Dodos klingen dabei zerbrechlich, fragil, aber bewahren sich die knackigen Gitarrenakkorde, ohne die hier, im Kosmos dieses Duos, überhaupt nichts mehr geht. Muss auf jeden Frühjahrssampler, sonst geht es ohne Abendessen ins Bett. Ist das klar? Im forschen "Competition" holt sich Long blutige Fingerkuppen, aber auch das lohnt sich: So zackig und hibbelig klang das Duo noch nie, obwohl sie ja schon immer eher zackig und hibbelig waren. Anschließend nehmen sie das Tempo ein wenig raus und schlurfen durch ein paar klassische Standardsituationen des Indierock. Immer mit dabei: Herzschmerz, Melancholie, Euphorie.

Im sinnig betitelten "Goodbyes and endings" treffen all jene Trademarks aufeinander: Da ist die zarte Sehnsucht auf der Stimme, das nervöse Zucken der angespannten Gitarrensaiten, der flotte Rhythmus, der so beschwipst ist, dass er immer wieder umkippt und sich kleine Ausbrüche erlaubt. Am Ende des Stückes zucken die Augenlider im Takt, man sieht nur noch Blitze, der Funken ist endgültig übergesprungen. Dass mit "Pattern/Shadow" eine vielleicht etwas zu lang geratene Noise-Kapriole "Individ" beschließt, schmälert den positiven Gesamteindruck kaum. Das Fleißbildchen haben wir da schon längst eingeklebt. Und den "Weiter so!"-Stempel legen wir ganz sicher auch nicht mehr aus der Hand.

(Kevin Holtmann)

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Highlights

  • Precipitation
  • Bubble
  • Competition

Tracklist

  1. Precipitation
  2. The tide
  3. Bubble
  4. Competition
  5. Darkness
  6. Goodbyes and endings
  7. Retriever
  8. Bastard
  9. Pattern/Shadow

Gesamtspielzeit: 38:36 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Kevin

Postings: 710

Registriert seit 14.05.2013

2015-01-21 18:49:21 Uhr
@Gordon:

Hab ich auch gar nicht so aufgefasst. Mir war ja klar, dass der Satz alle Fans von "Visiter" ein wenig ärgern dürfte. ;)
hoooi
2015-01-21 16:10:11 Uhr
ihr stinkt
Gorrest Fump
2015-01-21 16:06:58 Uhr
Böse ist der, der böses tut!

Gordon Fraser

Postings: 1287

Registriert seit 14.06.2013

2015-01-21 15:38:56 Uhr
Sorry, das war nicht böse gemeint...

Kevin

Postings: 710

Registriert seit 14.05.2013

2015-01-21 15:10:53 Uhr
Was ist schon Konsens? Unter der Rezension steht mein Name, in der Rezension meine Meinung. Nicht mehr, nicht weniger.
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