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Wu-Tang Clan - A better tomorrow

Wu-Tang Clan- A better tomorrow

Warner
VÖ: 28.11.2014

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Hosentaschen raus!

2015 ist es so weit. Am 21. Oktober, 16:29 Uhr Ortszeit, landet Marty McFly im zweiten Teil der "Zurück in die Zukunft"-Trilogie mit seinem DeLorean in Hill Valley. Bei Facebook werden bereits die ersten Willkommenspartys organisiert. Was sich die Autoren des Films 1989 für das ferne 2015 ausmalten, waren fliegende Autos, 3D-Hologramme, die einen auf offener Straße verschlucken, und ganz wichtig: "Die Jungs in der Zukunft krempeln die Hosentaschen raus." Kurz vor dem besagten Jahr, genauer am 28. November 2014, wagte der Wu-Tang Clan seinen ganz eigenen Ausblick in die Zukunft mit seinem sechsten Studioalbum "A better tomorrow".

RZA, GZA, Method Man und wie sie alle heißen sind im Jahre 2015 nunmehr allesamt über 40. Ferner ist "A better tomorrow" das erste Wu-Tang-Werk seit "8 diagrams" von 2007. Was kann man also erwarten von einer Truppe, um die es – abgesehen von den üblichen, öffentlich ausgetragenen Zankereien – zuletzt still geworden war, die aber wie keine andere für den HipHop-Aufschwung der neunziger Jahre steht? RZA ist es gelungen, im Gespann mit Rick Rubin ein dickes Brett aus dem Boden zu stampfen. Nun steht fest: Die Legende lebt. Flüsternd verkündet RZA im Opener "Ruckus in B minor" die Rückkehr des Clans – es wird gefährlich, sagt er, Schüsse fallen. "Still number one" heißt es gleich zu Beginn klar und deutlich. Der geflügelte Beat wird von der Orgel auf die Startbahn geleitet: So kann es losgehen! "Crushed egos" entstaubt das alte Percussion-Set, hat nur zwei Minuten Zeit, um sich zu entfalten und gibt in der Hook Vollgas: "Egos are somethin' that the Wu-Tang crush / These stupid jealous niggas, y'all 'bout to get rust / This ashes to ashes to dust to dust / These derelict MC's cannot fuck with us!" Word.

"Never let go" beginnt langsam und leitet mit einem Martin-Luther-King-Sample ein, welches vom Klavier untermalt den Track zur Steigerung schiebt. Die Trompete setzt einen Lichtpunkt im ansonsten düsteren Stück. Wesentlich schneller kommt "40th street black / We will fight" daher, das mit einem Chor beginnt und eine "Gravel pit"-Referenz anführt. Der elektronische Beat prescht geradeaus nach vorne, die Rapper steigern ihr Tempo. "Preacher's daughter" ist ein ganz ungewöhnliches Ding, das nicht nur die Zeilen und die Bläser von Dusty Springfields Evergreen stiehlt, sondern auch mit E-Gitarre und Tamburin einen auf Country macht. Das Experiment aber gelingt und der Track zählt zu den besten des Albums. "Felt" hingegen erinnert mit seinen Synthies und der verstörenden Grundmelodie an den klassischen Clan aus "Wu-Tang forever"-Zeiten.

"A better tomorrow" ist vielleicht das beste Wu-Album seit dem genannten 1997er Meisterwerk, das einst neu definierte, was HipHop ist und sein soll. Anders als das, was danach kam, lässt sich das neueste Werk wieder mehr von den Wurzeln des Clans tragen, die bis zu den großen Black-Music-Klängen der 1960er zurückreichen. Der Wu-Tang Clan macht, was er am besten kann: aus dem Vergangenen das Essentielle ziehen und dieses sukzessive und sinnvoll erweitern. Auf diese Weise soll "A better tomorrow" eine bessere Zukunft schaffen. Zu utopischen Fantasien wie fliegenden Autos lässt der Clan sich dabei nicht hinreißen, sondern bleibt angenehm nüchtern und unaufgeregt. Das gefällt! Auch über 20 Jahre nach Gründung weiß die Truppe noch immer, wie großer HipHop funktioniert. Heute ist die Zukunft. Hosentaschen raus!

(Pascal Bremmer)

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Highlights

  • Ruckus in B minor
  • Crushed egos
  • Never let go

Tracklist

  1. Ruckus in B minor
  2. Felt
  3. 40th street black / We will fight
  4. Mistaken identity
  5. Hold the heater
  6. Crushed egos
  7. Keep watch
  8. Miracle
  9. Preacher's daughter
  10. Pioneer the frontier
  11. Necklace
  12. Ron O'Neal
  13. A better tomorrow
  14. Never let go
  15. Wu-Tang reunion

Gesamtspielzeit: 66:34 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Kojiro

Postings: 793

Registriert seit 26.12.2018

2021-05-23 11:29:48 Uhr
Gerade mal geguckt, da's mittlerweile ja eine Repress gibt. Aber auch die ist wohl schon vergriffen...

Würde bzgl. Soloalben folgendes Ranking aufstellen:

1. Liquid Swords (auch besser als alle Clan-Alben)
2. Only Built 4 Cuban Linx
3. Supreme Clientele

Eurodance Commando

Postings: 1497

Registriert seit 26.07.2019

2021-05-23 00:27:38 Uhr
Ohja. Die "Supreme" ist die beste Soloplatte von den Mitgliedern, welche nicht zugleich das Debüt ist. Hat keiner von denen so hinbekommen. Ghostface liefert aber fast konstant Bretter ab, mal mehr oder weniger krass. Die muss ich auch noch in die Vinyl-Sammlung mit aufnehmen, leider schwer zu bekommen.

Kojiro

Postings: 793

Registriert seit 26.12.2018

2021-05-22 23:11:08 Uhr
Joah. Wobei Ghostface eigentlich immer konstant gute / sehr gute Alben abgeliefert hat. In der Summe schon der konstanteste. Die Tage mal wieder „Supreme Clientele“ gehört. Top 5 Wu-Album..

fuzzmyass

Postings: 5608

Registriert seit 21.08.2019

2021-05-22 20:38:17 Uhr
Besser als auf dem Debut und den Paar Solowerken zu Beginn (GZA, Method Man) waren sie leider nie wieder...
Nur Inspectah Deck macht mit Czarface noch heute richtig starke Alben

Kojiro

Postings: 793

Registriert seit 26.12.2018

2021-05-22 14:39:22 Uhr
Ziemliche Frechheit gewesen, das Album. Man hört der LP an, dass die Truppe weitgehend zerstritten ist und man das Album nur des Albums wegen gemacht hat. RZA hier natürlich auch seine pseudo-dramaturgischen Spielchen getrieben.

Wirklich katastrophal schlecht, das Album. Außerdem: Wieso gibt es hier einen Track namens "A Better Tomorrow", wenn es auf der Forever schon einen mit exakt demselben Titel gab?

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