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Marilyn Manson - The pale emperor

Marilyn Manson- The pale emperor

Vertigo / Universal
VÖ: 16.01.2015

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Born again Antichrist

Dieser Brian Hugh Warner macht immer noch diesen Käse? Das muss doch irgendwann fürchterlich langweilig werden. Seit inzwischen neun Alben stolziert er durch die gleichen finsteren Posen und sinistren Gedanken, seit zwanzig Jahren pflegt er die selbst erwählte teuflische Aura. Das stellt man sich ermüdend vor. Gerade für den Beobachter, der streng genommen schon länger die Hörner voll hat von der Kunstfigur Marilyn Manson. Der ehemalige Schock-Rocker ist in die Jahre gekommen, hat bedenklich an Relevanz verloren. Im Jahre 2014 muss da schon ein verwirrter Geist ein ebenso verwirrendes Video zusammenschneiden, um Manson ins Tagesgespräch zu bringen. Ansonsten hört man nicht viel aus Mansons Schattenreich, mal abgesehen davon, dass der werte Herr ein neues Album an den Start bringt.

Ein gute Sache, das. Keine verquaste Promo, keine Schlagzeilen, keine Irrlichter. Nur "The pale emperor". Ein Album, das jedweden Promotion-Unfug drumherum auch gar nicht nötig hat. Weil es Marilyn Manson in einer Form zeigt, die ihm so wohl wirklich niemand mehr zugetraut hätte. Und zwar nicht, weil er musikalisch in die Neunziger zurück reist, sondern weil er sich endlich der Souveränität des Alters bedient. Manson hat vom Antichristen bis zum geborenem Schurken inzwischen genügend Facetten seiner selbst ausgelebt, er ist niemandem mehr einen Beweis der eigenen Boshaftigkeit schuldig. Mit dementsprechend wenig Schmuck am Nachthemd kommt "The pale emperor" daher. Und mit Tyler Bates, seines Zeichens Experte für Filmmusik und inzwischen richtiger Gitarrist bei Marilyn Manson. Und somit mitverantwortlich für den neuen, unverhohlenen Hang zu Melodie und Klarheit.

Schon der Opener "Killing strangers" braucht überraschend wenig. Ein aufreizend verschleppter Beat, ein bedrohlich knurrender Bass, ein paar wirkungsvoll eingesetzte Gitarrenfiguren. Fertig ist das Gerüst, über das Manson seinen Vortrag legt und treffend konstatiert: "We're killing strangers / so we don't kill the ones that we love." Ähnlich gestrickt ist das vorab veröffentlichte "Third day of a seven day binge". Eine gut abgehangene Nummer, die stoisch ihr Ding durchzieht und genau dadurch gewinnt. So zurückgelehnt hat man Manson bislang noch selten gehört. Damit man ob derlei Songs nicht noch gänzlich verwirrt wird, gibt es natürlich auch die ganz typischen Momente wie den Stampfer "Slave only dreams to be king". Oder das einigermaßen gruselige "Birds of hell awaiting", das die Hörer mit nervenzerrenden Gitarrenfeedbacks und Mansons Endzeitgeschrei in seinen Bann zieht.

Doch selbst in den gewöhnlichsten Momenten macht "The pale emperor" sehr vieles mehr richtig als seine Vorgänger. Und da Manson vom lustvoll nach vorne preschenden Glamrocker "Deep six" bis zum sensationell verhangenem Closer "Odds of even" ein facettenreiches Feuerwerk abbrennt, kann man dieses Album nur anerkennend abnicken. Der Promotext nennt das dann übrigens "kein Comeback, sondern eine Wiedergeburt. Eine, die die ungeteilte Aufmerksamkeit des Planeten verdient, wenn nicht sogar verlangt." Nun, so sehr diese Formulierung auch auf den Boden stampft – dem "Planeten" wird dieses Album herzlich egal sein. Alle anderen können sich aber dennoch freuen. Über Mansons bestes Album seit "Eat me, drink me". Mindestens.

(Martin Smeets)

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Highlights

  • Killing strangers
  • Deep six
  • Third day of a seven day binge
  • Odds of even

Tracklist

  1. Killing strangers
  2. Deep six
  3. Third day of a seven day binge
  4. The Mephistopholes of Los Angeles
  5. Warship my wreck
  6. Slave only dreams to be king
  7. The devil beneath my feet
  8. Birds of hell awaiting
  9. Cupid carries a gun
  10. Odds of even

Gesamtspielzeit: 52:05 min.

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User Beitrag

Affengitarre

User und News-Scout

Postings: 8507

Registriert seit 23.07.2014

2020-12-26 23:58:10 Uhr
Die Akustikversionen als Bonus sind übrigens echt toll.

MartinS

Plattentests.de-Mitarbeiter

Postings: 978

Registriert seit 31.10.2013

2020-12-23 20:50:45 Uhr
Das Album zu hören hilft da bestimmt. Mit Sicherheit Mansons Bestes in der Post-Meilenstein-Zeit. Oder so.

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 25104

Registriert seit 07.06.2013

2020-12-23 20:27:22 Uhr
Ok wow... dasist echt weird. Und das ist ja sogar die echt Lana. Puh. Schnell wieder vergessen.

MartinS

Plattentests.de-Mitarbeiter

Postings: 978

Registriert seit 31.10.2013

2020-12-23 20:04:40 Uhr
https://www.nme.com/news/music/marilyn-manson-clarifies-involvement-in-controversial-lana-del-rey-rape-video-1212450

Komische Story einfach

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 25104

Registriert seit 07.06.2013

2020-12-23 18:55:49 Uhr
WHAT??? Klingt übel. Aber was genau hatte Manson damit zu tun? Das Video zeigte die angebliche Vergewaltigung von Del Rey durch Manson oder wie?
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