Gaz Coombes - Matador

Gaz Coombes- Matador

Caroline / Universal
VÖ: 23.01.2015

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Harter Kampf

Irgendwie standen sie immer nur in der zweiten Reihe. Dabei waren Supergrass eine echte Supergroup mit 20 Top-20-Hits und sechs Top-20-Alben im United Kingdom. "I should coco" war gar das am schnellsten verkaufte Debüt-Album von Parlophone seit "Please please me" von den Beatles. Trotz Niveauabfalls auf den letzten Alben lieferte das Trio bis zu seinem Ende 2010 hochwertigen Mega-Watt-Melodie-Pop. Einige persönliche Krisen, eine drogenbedingte Psychose und rund fünf Jahre später liefert Frontmann und Sänger Gareth Michael Coombes nun sein zweites Solo-Album ab. Mit "Matador" entfernt sich Coombes erneut einen deutlichen Schritt von seiner Supergrass-Vergangenheit.

Man hört schon im Opener "Buffalo" die Ambition, den Eifer, sich neu zu erfinden, etwas Großes zu schaffen. Der Titel verschmelzt Piano und Gitarren mit Synthies, Handclaps und groß angelegten Chören zu einem finsteren und brüchigen Stück Psychedelic-Pop. Eine Rezeptur, der auch die folgenden Songs folgen. "20/20" weckt Assoziationen zu Radiohead. "The English ruse" beweist Clubtauglichkeit. Das balladeske "Seven walls", gemeinsam komponiert mit seiner Frau, trägt Züge alter Pink Floyd-Stücke. Assoziationen, die für ein gutes Album sprechen. Eigentlich.

Denn der ganze Aufwand, der ganze Einsatz und die vielen Ideen laufen allzu oft ins Leere. "Matador" ist wie ein Feuerwerkskörper, dessen Lunte glüht, der aber nicht explodieren mag. Daran ändert auch nichts, dass Coombes die meisten Instrumente selbst spielt, dass sein Gesang klar ist und er sich in ungewohnte Höhen schraubt. Es fehlt die Überzeugung. Am meisten berührt schließlich das Titelstück am Ende. Nur über Mellotron und Drum-Computer singt der 38-Jährige die Zeile "The hardest fight is the one you fight alone". Und endlich kommt er einem nahe. Leider ist das Stück nach nur 1:25 Minuten schon wieder vorbei. Und so lässt Coombes den Hörer beansprucht, aber unzufrieden zurück.

(Sebastian Meißner)

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Highlights

  • The English ruse
  • Matador

Tracklist

  1. Buffalo
  2. 20/20
  3. The English ruse
  4. The girl who fell to Earth
  5. Detroit
  6. Needle's eye
  7. Seven walls
  8. Oscillate
  9. To the wire
  10. Is it on?
  11. Matador

Gesamtspielzeit: 38:57 min.

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User Beitrag

BVBe

Postings: 264

Registriert seit 14.06.2013

2018-03-26 15:36:47 Uhr
Am 5. Mai erscheint sein Drittling WORLD'S STRONGEST MAN.

rollator

Postings: 662

Registriert seit 14.06.2013

2015-06-26 08:53:09 Uhr
Ist ein schönes Album, passt mir sehr in den Kram, jaja, doch.
honigmelone
2015-03-23 13:06:13 Uhr
Also ich bin enttäuscht. Gas will vielzuviel!!
Echt total schade weil Ers ja eigentlich bessr kann. Aber so ist das nix

BVBe

Postings: 264

Registriert seit 14.06.2013

2015-02-20 09:32:43 Uhr
Das Album wird vom Rezensenten völlig unterbewertet. Gutes bis sehr gutes Songmaterial, Songs 1 bis 7 sind durchgängig stark, abwechslungsreich und noch ein Schritt weiter weg von SUPERGRASS als der Vorgänger "Here Come The Bombs". Nur zum Schluss franst das Album etwas aus mit den beiden abschließenden Songminiaturen. Anpieltipp: The English Ruse.
XTRMNTR (der Echte)
2015-01-27 11:04:22 Uhr
Gerade 20/20 gehört. Wirklich toller Song.
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