Meghan Trainor - Title

Meghan Trainor- Title

Epic / Sony
VÖ: 09.01.2015

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Großlaut und gewieft

Meghan Trainor ist Jahrgang 1993. Sie trat zweimal im geschichtsträchtigen Bluebird Cafe auf. Ihr Song "All about that bass" gehört mittlerweile zu den bestverkaufteen Singles der jüngeren Pop-Geschichte. Sie schrieb Musik für Sabrina Carpenter, Rascal Flatt, Hunter Hayes sowie R5. Es ist folglich an der Zeit den Versuch zu unternehmen, den eigenen Namen mit 21 Lenzen in die Annalen der Musikgeschichte zu gravieren. Anstatt banaler Nackt-Plattitüden à la Ulknudel Miley Cyrus, die einzig eine hirnlose Reizabsorbtion über die Phalloi der Y-Chromosominhaber anpeilt, setzt Trainor lieber auf (hinreichend) reflektierte Ansätze für Frauenempowerment.

Zwischen Doo-wop, Bubblegum und lupenreinem Pop, Singer-Songwriter-Attitüden, leichtfedrigem Soul, mainstreamkompatiblem R&B sowie einem Minimum an Reggae schaukelt Trainor musikalisch auf der Sonnenseite, und "Title" bringt die nötigen Voraussetzungen mit, um dem manipulativen Sog der Massenverblödung im Jahr 2015 mit aparten Beats einiges entgegenzusetzen. Dass auch der entschlackten Seichtheit der populären Radiomusik dissidente Kräfte innenwohnen, zeigt "Dear future husband": "You got that 9 to 5 / But baby, so do I / So don’t be thinking I’ll be home and making apple pies / I never learned to cook / But I can write a hook / Sing along with me." Wenn Frau den patriarchalen Motor mit antreibt, dann gehört wenigstens genügend Sand ins Getriebe gestreut. In "3am" wird großlaut zugebeben: "Yeah, said I’m a special kind of woman."

Trainor bestätigt zwar die Grammatik, unterwandert aber die Tonalität der Geschlechter. "Bang dem sticks" twerkt (ach ja, es handelt sich hierbei um einen sexistischen Tanzstil ... ähm. Es sei an den lächerlichen Sexismusvorwurf um das Video "Motherload" der großartigen Metal-Konsens-Band Mastodon erinnert, den sie nach den Vorwürfen witziger- und ja auch intelligenterweise in die "Asstodon"-Kampagne kanalisierten) wahnwitziger als die für maskulinistische Machtuntermauerung herhaltenden Hinterteile aller zur Nebenstaffage verkommenen Frauen im regulären HipHop, denn bei Trainor ist die Frau die Zentralgestalt, vor allem jene, die sich nicht in das von Bodyismen genormte Maßkorsett der kulturellen Schönheitsvorstellungen zwängen lässt. Wenn es in "All about that bass" heißt: "I’m bringing booty back", dann ist "twerken" der wohl einzige Ausdruck, der benennt, mit welchem Schmackes Trainor die Gesäßmuskulatur mit ihren Songs in Bewegung versetzt.

Einziger Wermutstropen könnte vielleicht die lange Spieldauer von "Title" mit 15 Songs sein. Doch auch hier ist die Trainor gewieft und talentiert genug, um über knapp 45 Minuten Gesamtalbumlänge differenziert zu unterhalten. Ob mit reduziertem Soul wie in "Like I’m gonna lose you", dem verschrobenen Motown von "Walkashame" oder dem Stil von klassischen 1960ies-Popalikes nachempfundenem "My selfish heart": Vielfalt ist Vielheit, und "Title" ist das vorerst beste musikalische Psychopharmaka, das 2015 über die massentauglichen Kanäle verabreicht wird. Mit jedem der Songs wird klar, dass sie fernab des Arrangement- und Beatprunks auch als feiste Ukulele-Songs funktionieren. Mit einer ebensolchen Version von "All about that that bass" überzeugte sie L.A. Reid, der sie kurzerhand unter Vertrag nahm. Und das ist eine Leistung!

(Peter Somogyi)

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Highlights

  • All about that bass
  • 3am
  • Bang dem sticks

Tracklist

  1. The best part (Interlude)
  2. All about that bass
  3. Dear future husband
  4. Close your eyes
  5. 3am
  6. Like I'm gonna lose you
  7. Bang dem sticks
  8. Walkashame
  9. Title
  10. What if I
  11. Lips are movin
  12. No good for you
  13. Mr. almost
  14. My selfish heart
  15. Credit

Gesamtspielzeit: 43:30 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Zwischen den Zeilen
2015-01-14 11:17:45 Uhr
warum wird der song gehypt?

erstmal ist festzustellen, dass de song catchy ist und ohrwurm qualität hat. ein guter popsong halt.

dann aber die hauptsache, eine "politische" komponente, nämliche die positives selbstbild message die sich an frauen und mädchen richtet.

die sängerin ist zwa nicht fett, aber auch nicht wirklich schlank, sie entspricht nicht dem gängigen ideal model maß, auch wenn das durch nicky minaj und iggy azalea schon aufgeweicht wurde.

und sie thematisiert das.

"every inch of you is perfect..."

zumindest wird das so interpretiert.

IMO: eigentlich gehts darum dass das lyrische ich des songs einen fetten arsch hat und kaum tallie/titten (all about that bass= viele tiefen no treble= keine mittleren hohen töne,ergo keine brust/tallie)

sie ist also ein weiteres mädchen mit dickem hintern ala minag/azalea/lopez und halt flach auf der brust, da es aber genug typen gibt die sehr arschfixiert sind, sagt ihr mama, dass sie sich keine sorgen machen braucht

der song ist also nur auf den ersten blick empowerned für frauen: das weibliche glück hängt von ihrer fähigkeit ab einen mann für sich zu interessieren

nörtz

Postings: 4978

Registriert seit 13.06.2013

2015-01-14 07:56:46 Uhr
Musikalisch nichts Neues. Warum wurde das so gehypt?

seno

Postings: 3291

Registriert seit 10.06.2013

2015-01-14 07:27:05 Uhr
Ein klassischer Somogyi. Hätte ich auch ohne den Namen unter der Rezension erkannt. Mr. Geschwurbel war mal wieder on fire.
Armutszeugnis
2015-01-14 01:56:07 Uhr
Die Rezension liest sich wie der Aufsatz eines 15jährigen Gymnasiastenstrebers... oberpeinlich.

Bonzo

Postings: 1401

Registriert seit 13.06.2013

2015-01-13 20:04:35 Uhr
So sieht es aus.
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