Archive - Restriction

Archive- Restriction

Dangervisit / [PIAS] Cooperative / Rough Trade
VÖ: 09.01.2015

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Die Kreisläufer

Da staunten wir aber nicht schlecht. Nicht nur, dass Archive wenige Monate nach ihrer Veröffentlichung des Soundtracks "Axiom" bereits das nächste Studioalbum in der Pipeline bereit halten. Nein, gestaunt werden konnte vor allem darüber, dass die Briten gleich drei Singles auf einmal veröffentlichten, die zwar videoästhetisch sehr ähnlich daher kamen, aber musikalisch innerhalb von nicht einmal einer Viertelstunde die ganze Bandbreite von "Restriction" vor unser aller Augen niederklatschen ließen. Wo "Black and blue" die pathosschwangere Seite von Archive ausgräbt und "Kid corner" den triphoppigeren Elektro glänzen lässt, ist "Feel it" die wohl größte Überraschung: Geradeaus, dreieinhalb Minuten, die Gitarren auf Speed und mit einer kleinen Punkattitüde. So haben wir Archive tatsächlich noch nie gehört. Spannung war also geboten, was Darius Keeler und Danny Griffiths Neues aus ihren vier Sängern Pollard Berrier, Dave Pen, Maria Q und Holly Martin rausholen können.

Die Antwort ist relativ einfach: Nicht viel Neues, aber das gewohnt auf einem verdammt hohen Niveau. Man kann "Restriction", obwohl offiziell nur eine Ansammlung einzelner Songs, die mühsam in eine Reihenfolge gebracht werden mussten, in mehrere Abschnitte teilen. Nach dem ersten Sturm zu Beginn wird die Handbremse gezogen und mit "End of our days", "Third quarter storm" und "Half built houses" folgen drei sehr ruhige und auf Theatralik setzende Tracks, die vom stärksten Triumvirat auf dieser Platte abgelöst werden. "Ride in squares", "Ruination" und "Crushed" rollen mit einem unnachahmlichen Groove, ohne dabei künstlich ins Stocken zu geraten. Danach wird es wieder ruhiger, auch wenn es in "Greater goodbye" zunächst sehr subtil zirrt und surrt und der Song dann doch noch einen stringenten Beat findet - die seltsamen Lalala-Chöre müssen uns die Briten aber beizeiten näher erläutern.

"Restriction" ist trotz der stilistischen Heterogenität zwischen ausladenden, getragenen Synthieflächen und diesmal durchaus tanzbaren Beats ein Album wie aus einem Guss geworden. Das ist Archive trotz bester Vorsätze nicht immer gelungen. Und ausgerechnet diesmal, wo es doch keinen tieferen Sinn hinter den Songs geben soll, fügen sich die Einzelteile zu einem großen Ganzen zusammen. Merkwürdig, aber wir wollen uns darüber natürlich nicht beklagen. Auch nicht darüber, dass sich Keeler und Griffiths diesmal mit Songs zufrieden geben, die maximal an der Sechs-Minuten-Grenze kratzen. "Restriction" ist dadurch eine sehr straffe Angelegenheit geworden, die das Feuer erahnen lässt, das die älteren Alben und vor allem "You all look the same to me" umwehte. Langsam schließt sich der Kreis und wir staunen noch ein wenig weiter.

(Kai Wehmeier)

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Highlights

  • Ride in squares
  • Ruination

Tracklist

  1. Feel it
  2. Restriction
  3. Kid corner
  4. End of our days
  5. Third quarter storm
  6. Half built houses
  7. Ride in squares
  8. Ruination
  9. Crushed
  10. Black and blue
  11. Greater goodbye
  12. Ladders

Gesamtspielzeit: 56:20 min.

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User Beitrag

Shitesite

Postings: 16

Registriert seit 01.03.2015

2015-03-25 19:21:15 Uhr
Aols Archive-Novize war die Show in Leipzig etwas seltsam. Aber mit spannendem Publikum. http://www.shitesite.de/2015/03/23/archive-werk-2-leipzig/

revilo

Postings: 53

Registriert seit 18.06.2013

2015-03-08 10:02:28 Uhr
Frankfurt war gut. Schlechter als das Konzert zur letzten CD. Fand es auch etwas leise, und an der ein oder anderen Stelle ungewohnte Soundfehler. Die neue CD finde ich sehr gut, fand aber dass sie live nicht so gut rüberkamen. Auch die neue Version von Bullets war nicht so meins. Setlist war für mich ein Tick verbesserungswürdig. Aber allein Lights hat alles wieder rausgeholt. Einfach traumhaft. Ich mag die Band einfach.

Logrus

Postings: 63

Registriert seit 17.12.2014

2015-03-06 21:53:14 Uhr
Ich muss noch 2 Wochen auf das Konzert warten. Insgesamt halte ich Restriction zur Zeit eher für ein mittelmäßiges Archiv-Album. Auf der anderen Seite brauchen Archiv immer sehr lange, bis ihre Alben zünden. Bis auf Noise habe ich noch kein einziges Archive-Album gehört, das bei mir sofort gezündet hat. Normalerweise brauche ich 1-2 Jahre, bis ein Archive-Album bei mir funktioniert und das obwohl ich diese Band schon seid Jahren liebe.
tobsen
2015-03-02 19:47:35 Uhr
das konzert in dortmund war meiner meinung nach leider eher enttäuschend. das lag weniger an archive und schon gar nicht an der setlist (die wirklich sehr gut war), aber ich fand den sound viel zu leise, alles klang wie tausend meter entfernt. bei einer band wie archive, bei der man in soundteppichen versinken will, fatal. ich hab sie schon wesentlich besser gesehen. aber "lights" am ende war natürlich ein echtes highlight.
dortmund
2015-03-02 18:42:10 Uhr
das konzert in dortmund war auch sehr schön.
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