The Who - The Who hits 50!

The Who- The Who hits 50!

Polydor / Universal
VÖ: 31.10.2014

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Das große Fest

Immer wieder die gleiche Nummer: Was kommt nach dem Meilenstein? Die Beatles haben aus der Not heraus kurzerhand mit "Magical mystery tour" das nächste Mammutalbum in die Welt gesetzt. Die Rolling Stones haben einfach rund zehn Jahre lang mördermäßige Platten veröffentlicht. Und The Who? Die hatten nach der wellenschlagenden Rockoper "Tommy" und dem legendären Livealbum "Live at Leeds" eine Pause nötig. Ein Jahr lang feierte die Band ihren Welterfolg mit den rauschhaftesten Partys, die der Rock 'n' Roll jemals gesehen hat. Dann kamen sie wieder, mit dem nächsten Brett: "Who's next". 43 Jahre ist das her, und in diesem Jahr feiert die Band schon ihren 50. Geburtstag.

Und darin steckt dann auch gleich das Geheimnis dieser Jubiläumsplatte: The Who hätten natürlich locker 50 Songs zusammenpacken können, auch 100 hätte man ihnen irgendwie abgenommen. Auf "The Who hits 50!" sind jedoch bloß 42 Nummern versammelt, doch viele dieser Stücke gehören zum Besten, was jemals von einer Gitarren-Band in einem Tonstudio eingespielt wurde. Allerdings gibt es solche offiziellen Zusammenstellungen jener Songs mittlerweile wie Sand am Meer, einzige Kaufgründe: Das Artwork ist hübsch, der Sound aufgepimpt und mit dem Randale-Blues "Be lucky" hat der verbliebene Rumpf der Band einen nagelneuen Song draufgepackt.

Die Reise läuft hier chronologisch ab und beginnt mit der Debütsingle "Zoot suit" von 1964. Damals hießen The Who noch High Numbers und klangen wie zähnefletschende Beatles. Man kann anhand der Tracklist die Entwicklung der Mod-Band ("My generation", "The kids are alright") zur Konzeptband ("Pinball wizard", "I'm free") zu Visionären ("Baba O'Riley", "5:15") bishin zur aufgeblähten Stadionband ("Eminence front", "Real good-looking boy") nachverfolgen und dabei vor allem noch einmal über die wahnsinnige Kraft von Keith Moon und die keifenden Akkorde von Pete Townshend staunen.

Vielleicht zum letzten Mal werden Townshend und Roger Daltrey mit den Who-Songs auf Welttournee gehen. Daltrey verspricht zwar "hits, picks, mixes and misses", am Schlagzeug wird Ringo-Sohn Zak Starkey sitzen und Townshend-Bruder Simon wird die Rhythmus-Gitarre spielen. Doch braucht man sich da nichts vorzumachen: The Who sind zwar immer noch am Leben, genauso wie die Rolling Stones und Paul McCartney. Doch ob sie sich mit den ewigen Touren und der Dauerschleife ihrer alten Hits einen Gefallen tun? Die Songs sind unzerstörbar und bleiben es, so oder so.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • My generation
  • Pinball wizard
  • Won't get fooled again
  • Baba O'Riley
  • 5:15

Tracklist

  • CD 1
    1. Zoot suit (as The High Numbers)
    2. I can’t explain
    3. Anyway, anyhow, anywhere
    4. My generation
    5. Substitute
    6. The kids are alright
    7. I’m a boy
    8. Happy Jack
    9. Boris the spider
    10. Pictures of Lily
    11. The last time
    12. I can see for miles
    13. Call me lightning
    14. Dogs
    15. Magic bus
    16. Pinball wizard
    17. I’m free
    18. The seeker
    19. Summertime blues (live)
    20. See me, feel me
    21. Won’t get fooled again (single edit)
    22. Let’s see action
    23. Bargain
    24. Behind blue eyes
  • CD 2
    1. Baba O’ Riley
    2. Join together
    3. Relay
    4. 5:15
    5. Love reign o’er me
    6. Postcard
    7. Squeeze box
    8. Slip kid
    9. Who are you
    10. Trick of the light
    11. You better you bet
    12. Don’t let go the coat
    13. Athena
    14. Eminence front
    15. It’s hard
    16. Real good-looking boy
    17. It's not enough
    18. Be lucky

Gesamtspielzeit: 156:14 min.

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User Beitrag
el duce
2014-12-05 17:40:53 Uhr
aber heute nur noch zum fremdschämen diese beiden loser

Desare Nezitic

Postings: 5406

Registriert seit 13.06.2013

2014-12-01 09:40:13 Uhr
Einer der besten Sätze die ich je über die ersten Jahre der Who gelesen habe: Die Reise läuft hier chronologisch ab und beginnt mit der Debütsingle "Zoot suit" von 1964. Damals hießen The Who noch High Numbers und klangen wie zähnefletschende Beatles.

Genau deswegen waren sie in den Jahren bis zur Umorientierung der Beatles hin zur höchst eigenständigen, visionären Band die klar bessere Combo
Wo die Beatles noch harmlosen und familienfreundlichen Beat-Rock/-Pop gespielt haben und beide Bands meist triviale "Er liebt sie, trilaladidum-Texte" hatten (wobei The Who schon da etwas weiter gingen), haben The Who richtig auf die Kacke gehauen, die gecoverten Songs mit ihren Instrumenten mächtig verdroschen und waren damals tatsächlich sowas wie "gefährlich". Auch danach eine ganz große, stilbildende Band. Ohne Townshend würde das Gitarrenspiel vieler Bands ganz anders klingen (sofern überhaupt existent).

Armin

Postings: 13815

Registriert seit 08.01.2012

2014-12-01 00:24:34 Uhr
Frisch rezensiert! Meinungen?
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