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The Shining - True skies

The Shining- True skies

Zuma / Sony
VÖ: 16.09.2002

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Northern soul

Es waren einmal fünf schrullige Typen, die sich anschickten, den Brit-Pop zu retten und sich am Ende nicht mal selbst retten konnten. The Verve hießen sie, machten Oasis zunächst kräftig Feuer unterm Hintern und gingen nach dem finalen Meisterwerk "Urban hymns" (1997) selbst in Flammen auf. Übrig blieb die Erinnerung. Und übrig blieben fünf orientierungslose Endzwanziger, die plötzlich nicht mehr so recht wußten, wohin mit ihrer Arroganz. Und während sich der exzentrische Richard Ashcroft eilig die Sonnenbrille zurechtrückte, zu mäßig spannendem Pop wie ein abgehalfterter Ballermann-Animateur in die Hände klatsche und sich im Videoclip zu "A song for the lovers" als Stehpinkler outete, suchten sich Simon Tong und Simon Jones nach dem Bandsplit vor dreieinhalb Jahren in aller Ruhe eine neue Band zusammen. Shine on you crazy diamonds?

Vergnügen ist es wahrlich keines, sich an der eigenen Vergangenheit messen zu lassen, wenn diese in der Hall of fame der Rockmusik endete. Zunächst geht noch alles gut: Das pumpende "Quicksilver" geht den direkten Weg vom Ohr über den Magen in die Beine. Und in "Young again" glaubt man nicht zuletzt dank Frontmann Duncan Baxter tatsächlich, wieder einen Nerd mit Nicht-Frisur die Straße herunterhetzen zu sehen, der eine "Bittersweet symphony" anstimmt, und unschuldige Passanten zu Boden rempelt. Auch das Tatütata-Riff im grandiosen "I wonder how" ist durchaus angebracht. Achtung, Hymnenalarm! "Doo doo doo doo doo doo doo" schunkelt sich Baxter fröhlich in den Refrain, und einen Moment lang geht man ihm gerne auf den Leim. Aber nur einen Moment lang. "It's not easy being real" trichtert er einem ein, bis er es am Ende sogar selbst glaubt.

Nicht selten nämlich fehlt der Songwriter, es fehlt das Charisma, es fehlt der Ashcroft. Und zwar schmerzlich. "Danger" wäre so mancher anderen Band selbst als B-Seite zu langweilig, und "Find a reason" sucht den Grund, wieso es so unendlich träge vor sich hin dreivierteltaktet vergeblich. Bei "Until the end" schließlich passiert zehn Minuten lang rein gar nix. "I kept my feet on the ground / Till my ship ran around / Then I soon lost my way" heißt es schon zum Auftakt von "True skies". Diese Mischung aus alter Standhaftigkeit und neuer Orientierungslosigkeit macht unterm Strich immer noch ein stattliches Album. Wenn die Vergangenheit nicht wäre. Der einstige "Storm in heaven" - bei The Shining ist er teilweise nur noch ein laues Lüftchen.

(Armin Linder)

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Highlights

  • Quicksilver
  • Crest of an ocean
  • I wonder how

Tracklist

  1. Quicksilver
  2. Young again
  3. Find a reason
  4. Crest of an ocean
  5. Show you the way
  6. I wonder how
  7. I am the one
  8. Danger
  9. Find your way home
  10. What you see
  11. Until the end
  12. Quicksilver - Outro

Gesamtspielzeit: 57:18 min.

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