Tell Your Mother - I like you

Tell Your Mother- I like you

F.A.M.E. / BMG
VÖ: 19.08.2002

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Kaufregung

Alles so schön bunt hier! Das Artwork der Tell Your Mother-Debüt-LP "I like you" ist ein dermaßen poppig-farbenfroher LSD-Rausch aus rot und gelb, daß es selbst den Teletubbies blaß um die Nasen wird. Wer außerdem unartigerweise noch andere Musikmedien neben Plattentests online duldet, ist vielleicht auch schon über ähnlich aufgedonnerte Anzeigen gestolpert, in welchen Tell Your Mother ihre Musik mit fettigem Fast Food-Fresschen bewerben. Hier geht's zualllererst ums Auffälligsein. Und zwar "as can be". Sonst geht's aber schon noch, oder?

Ja, es geht. Sogar ziemlich gut. Was leider eher auf den Geschäftssinn als die Musik der vier Muttersöhnchen zutrifft. Wer nämlich jetzt passend zu den bunten Bildchen des Artworks mit den wildesten Tunes gerechnet hatte, wird seine Mundwinkel langsam gen Süden wandern sehen, wenn der rot-gelbe Silberling erstmal im CD-Player rotiert. Tell Your Mother geben zwar alles, um möglichst wild und dreckig rüberzukommen, singen gar vom Biertrinken und nutzen das böse F-Wort, verpacken das Ganze dann aber in konventionellsten Nummer-Sicher-Rock. Das ist nicht nur langweilig, sondern auch genauso sehr Punk wie ein CSU-Parteitag.

So hat "I like you" wirklich alles, was ein Album braucht, um ein wütendes "I hate you" entgegengeschrien zu bekommen. Gediegene Radioliedchen mittleren Tempos, ein paar stumpfe Heftig-Heftig-Schlager und natürlich auch die Alibi-Ballade. "Dry rain" heißt sie hier, ist wie überhaupt alles auf "I like you" handwerklich völlig okay, zündet aber dennoch nicht besser als ein abgebrochenes Streichholz. Neben der völligen Austauschbarkeit von Tell Your Mother das größte Problem der Truppe: Es fehlt das Händchen für Hits und Hooks, selbst die eigentlich nette Single "Just sitting here" vermag sich nicht in die Ohren seiner Zuhörer einzuschleichen. Und "Shake the disease" von Depeche Mode haben sie auch noch gecovert. Erzählt das mal euren Müttern. Die lachen sich kaputt.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Just sitting here

Tracklist

  1. One
  2. I hate you
  3. Until it stops
  4. Rain
  5. Running around
  6. I like you
  7. Shake the disease
  8. 33 1/3
  9. Flowers in the rain
  10. Stereo la la
  11. 15 minutes
  12. Dry rain
  13. Fruitless course
  14. Just sitting here

Gesamtspielzeit: 45:31 min.

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