Mark Lanegan Band - Phantom radio

Mark Lanegan Band- Phantom radio

Heavenly / [PIAS] Cooperative / Rough Trade
VÖ: 17.10.2014

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Dafür gibt's eine App

Man würde Mark Lanegan nicht für einen Technik-Nerd halten, und erst recht nicht als Experten in Sachen Social Media. Wer den Sänger mal auf der Bühne gesehen hat, wird sich abseits des obligatorischen "Thank you!"-Ausrufs kaum an ein gesprochenes Wort zwischen den Songs erinnern können. Lanegan ist ein introvertierter Künstler, auch wenn er ab und zu mal ein Interview gibt. Umso überraschender ist es, dass seine Präsenz auf Facebook und Twitter nicht nur professionell aussieht, sondern auch ab und zu mal aktualisiert wird.

Vielleicht sitzt der 49-Jährige also doch häufiger vor seinem Smartphone. Sein neues Album jedenfalls hat er mit Hilfe von Apps komponiert, anstatt sich an die Gitarre oder das Klavier zu setzen. Die Songs entstanden so auf der Grundlage einer virtuellen Drum Machine und Lanegans Stimme, Gitarren, Synthies und andere Instrumente kamen später hinzu. Wer den Hintergrund kennt, hört "Phantom radio" auf jeden Fall an, dass hier nicht das Riff oder die Akkordfolge, sondern der (meist bedächtige) Rhythmus am Anfang der Songs steht.

Und genau das ist der größte Unterschied zum zehn Jahre älteren "Bubblegum", das unter dem Eindruck von Lanegans Kollaboration mit den Queens Of Stone Age für deren Album "Songs for the deaf" entstand. "Phantom radio" bedient sich aber ebenso bei anderen Elementen aus den Jahren dazwischen. Shoegaze und Psychedelia scheinen schon bei "Harvest home" durch, andere Songs wie "Floor of the ocean" waten knietief durch Synthiesümpfe à la The Jesus And Mary Chain oder 13th Floor Elevators. Zum Glück klingt die Elektronik immer auch angenehm organisch und Lanegans Stimme verhindert sowieso, dass der Sound allzu kalt wird.

So verbindet beispielsweise "The killing season" den aus der App entstandenen Soundteppich mit leichten Funk-Gitarren und morbiden Versen übers Lieben und Hängen. "Torn red heart" mischt die bekannten Elemente mit kathedralischen Orgelklängen, die einen Schauer nach dem anderen den Rücken herunterjagen. "Phantom radio" ist ein sanftes Album, und wer hier Klänge wie zu Zeiten von "Methamphetamine blues" erwartet, wird enttäuscht sein. Wer Lanegan gerne auf seinem Streifzug durch die Musikstile begleitet, findet hier aber die zugänglichste Platte seit langem.

(Maik Maerten)

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Highlights

  • Harvest home
  • The wild people
  • Death trip to Tulsa

Tracklist

  1. Harvest home
  2. Judgement time
  3. Floor of the ocean
  4. The killing season
  5. Seventh day
  6. I am the wolf
  7. Torn red heart
  8. Waltzing the blues
  9. The wild people
  10. Death trip to Tulsa

Gesamtspielzeit: 38:19 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

VelvetCell

Postings: 960

Registriert seit 14.06.2013

2014-11-05 11:03:31 Uhr
Leider ist mein Vinyl immer noch nicht eingetroffen :(

Demon Cleaner

Postings: 5648

Registriert seit 15.05.2013

2014-11-05 10:28:11 Uhr
Ich finde es ein Stück schwächer bislang als die "Blues Funeral". In der ersten Hälfte einige Highlights, aber was er sich bei Schlunkel-Schlagern wie "Torn Red Heart" gedacht hat, weiß ich nicht so recht.

Viel besser ist die "No Bells On Sunday" EP.

VelvetCell

Postings: 960

Registriert seit 14.06.2013

2014-10-20 08:34:48 Uhr
Erste Bewertung nach einigen Spotify-Durchläufen: Natürlich wieder ein hervorragendes Album. Hatte im Vorfeld die Rezension in der VISIONS gelesen und war leicht verunsichert. Aber nein - wie irgendwo oben schon mal erwähnt: Lanegan hat mich noch nie enttäuscht.
"Floor Of The Ocean" hat sich jetzt erst mal in meinem Hörgang fest gesetzt.

bazilicious

Postings: 2909

Registriert seit 27.06.2013

2014-10-19 23:31:45 Uhr
hab mir gestern die Doppel-CD Version geholt, bei der noch die No Bells On Sunday drauf ist... einfach großartig

VelvetCell

Postings: 960

Registriert seit 14.06.2013

2014-10-18 10:28:06 Uhr
Die Blues Funeral hat keine guten Songs? Da bin ich auf Seiten bazilicious´ - die Blues Funeral hat nicht einen schlechten Song, so ist das.
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