Macy Gray - The way

Macy Gray- The way

Kobalt / Rough Trade
VÖ: 10.10.2014

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Baumelseele

Sympathisch ist sie ja, diese Macy Gray. Wie sie sich durch ihre Karriere raspelt, knarzt und krächzt, ist unnachahmlich. Die afrobewehrte Dame war seit ihrem Superhit "I try" ein wenig in Vergessenheit geraten, woran auch ihr ziemlich überflüssiges Coveralbum "Covered" wenig ändern konnte. Dabei hat die Stimme der Grammy-Preisträgerin nichts von ihrem Charme eingebüßt. Auch im Jahr 2014 krächzt, knarzt und raspelt Macy wie keine andere. Stilistisch hält sie an Bekanntem fest: Funkiger Soulpop bildet auch auf ihrem achten Album "The way" die Grundlage für Grays Vokalakrobatik. Aus der Ruhe lässt sie sich ohnehin nicht bringen, was der Opener "Stoned" unterstreicht: Zur unaufdringlich gezupften Akustikgitarre startet Macy denkbar unaufgeregt in Tag und Platte.

Nicht minder gut abgehangen kommt die klassisch twangende Gitarre von "Hands" daher. Während wahwah-gesättigt dem Groove gehuldigt wird, begibt sich Macy auf zwischenmenschliche Mission: "I got to get my hands on you". Warmherzig und sexy ist das. Regelrecht grausam gerät hingegen "Bang bang", das klingt als wäre es auf kaputten PC-Lautsprechern abgemischt worden. Viel zu schrille, viel zu laute Gitarren befinden sich im Krieg mit allerhand Gerümpel, einem verwaschenen Bass und Grays Gesang, der nur mühevoll gegen die Kakophonie anraunzen kann. Auch das extrem dämmrige "I miss the sex" muss als Rohrkrepierer verbucht werden. Unzeitgemäße Beats bilden das wackelige Fundament für einen schnarrenden Monolog der Sängerin. Spannung? Fehlanzeige. Erst der hübsch arrangierte, instrumentale Schlusspart des Stücks entschädigt für die faden Minuten davor.

Am stärksten ist Gray immer dann, wenn sie die leicht angeschrägte Souldiva raushängen lassen darf. So ist der Titelsong ein Musterbeispiel für schluffigen Gospel mit Witz. Auch das mit Motown-Streichern angereicherte "Queen of the big hurt" überzeugt. Denn trotz aller Brüchigkeit ist die Stimme der US-Amerikanerin in der Lage, opulentere Melodien zu stemmen. Und auch das liebesgeplagte Leiden steht ihr, besonders wenn es mit unterkühlten Funkrhythmen wie in "Me with you" einhergeht. "The way" ist eines jener Alben, die wunderbar nebenbei gehört werden können. Es groovt und ist größtenteils eingängig, aber eben auch ein bisschen austauschbar. Songs wie das zum Schwofen einladende "I need you", dessen Refrain durchaus Ohrwurmcharakter besitzt, sind nett und tun niemandem weh. Auf den Punkt bringt Macy Grays Dilemma "Life": Wieder und wieder singt sie "Life is beautiful", während die Band gemütlich dem Feierabend entgegenschunkelt. Das ist schön, vielleicht sogar ein bisschen zum Liebhaben. Für die große Liebe reicht es jedoch nicht.

(Christopher Sennfelder)

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Highlights

  • Hands
  • The way

Tracklist

  1. Stoned
  2. Bang bang
  3. Hands
  4. I miss the sex
  5. First time
  6. The way
  7. Queen of the big hurt
  8. Me with you
  9. Need you now
  10. Life

Gesamtspielzeit: 40:38 min.

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Christopher

Postings: 984

Registriert seit 12.12.2013

2014-10-17 12:20:06 Uhr
Natürlich ist die Stimme einzigartig, das sage ich ja auch in der Rezi. Aber das Songmaterial wird der Stimme nur selten gerecht. Das ist in meinen Ohren verschenktes Potenzial.

MM13

Postings: 1475

Registriert seit 13.06.2013

2014-10-16 19:48:35 Uhr
auf jeden fall ein punkt mehr wie in der rezi.was mich an der rezi stört ist die aussage austauscbar,so eine stimme ist nicht austauschbar eher im gegenteil einzigartig.

Jennifer

Postings: 1508

Registriert seit 14.05.2013

2014-10-15 21:54:32 Uhr
Frisch rezensiert. Meinungen?
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