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Warm Graves - Ships will come

Warm Graves- Ships will come

This Charming Man / Cargo
VÖ: 17.10.2014

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Atemlos atmosphärisch

Warm Graves machen eine Art Musik, die Dich ganz will. Nicht nebenbei, nicht nur mal eben am Rande. Umfassend. Ja, eigentlich sollte das jede Musik leisten. Wenn aber kaum Textzeilen oder Melodien hängen bleiben, sondern Stimmungen, dann möchte die Musik, dass Du zeichnest, dass Du Deine eigenen Bilder zu den Klängen malst. Die drei Leipziger von Warm Graves übrigens vergleichen ihre erste Platte "Ships will come" selbst mit einem Soundtrack, für den man Zeit mitbringen sollte.

Ihre Musik jedenfalls lässt sich Zeit. Zeit, Keyboard-Melodien ausklingen zu lassen. Zeit, das Hi-Hat nachhallen zu lassen. Zeit, einen Ton nahezu endlos zu besetzen – als würde das Keyboard die Luft anhalten. Als Hörer mag man auch versucht sein, die Luft anzuhalten, innezuhalten und der Musik den eingeforderten Raum zu überlassen. Zu dieser Entspanntheit gehört auch, musikalische Themen zu Ende zu erzählen und erst dann neue Motive zuzulassen, wenn die alten ausgespielt sind. Deswegen sind die Lieder im Durchschnitt sieben Minuten lang.

Und das ist schon ein kleiner Kompromiss, denn eigentlich ist "Ships will come" ein einziges 49-Minuten-Lied. Motive gehen ineinander über, Melodien verschwimmen, Rhythmen lösen einander ab. Überhaupt, der Rhythmus: Selten war er so prägend für die Lieder und dabei doch so unaufdringlich. Nicht treibend, nicht vertrackt, einfach strukturierend. Sanft drängt er sich vor den Chorgesang, der über allem schwebt, und ist dabei der Kontrapunkt zu den schwirrenden Keyboards und gleichmäßigen Melodien.

Sicher lässt sich nach den Erfolgen von The xx, Sun Kil Moon, Crystal Stilts oder Poliça erahnen, dass man als Band auch ohne Refrain und Bridge ein sehr dankbares Publikum finden kann. Trotzdem ist das Debütalbum der drei Leipziger bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass sie sich dank ausgiebiger Touren innerhalb von zwei Jahren in die Haldern Pop Bar und den Euphorie-Abend im Golden Pudel Club gespielt haben. Und ganz nebenbei haben sie auch noch eines der interessantesten Komplimente abgegrast, das man als Band ernten kann: "Ich habe Warm Graves bei einem Konzert gesehen", schreibt Cliftongates in seinem Blog und ergänzt: "Sie haben mich dazu gebracht, über Musik zu schreiben."

(Kerstin Petermann)

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Highlights

  • Penumbra
  • Ships will come

Tracklist

  1. Ravachol
  2. Penumbra
  3. Cold woman
  4. Ships will come
  5. Best Ezra
  6. Headlines
  7. Rouleaux

Gesamtspielzeit: 49:02 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

sizeofanocean

Postings: 769

Registriert seit 27.01.2020

2021-06-29 10:52:58 Uhr
wirds eher "Myth-Pop" oder "Sci-Fi-delic"? ...

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 26089

Registriert seit 07.06.2013

2021-06-29 10:27:02 Uhr
Das neue Album wird im Stil allerdingswohl vollkommen anders als das Debut. Letzteres ist endlich wieder streambar im übrigen.

AndreasM

Plattentests.de-Mitarbeiter

Postings: 583

Registriert seit 15.05.2013

2021-06-29 09:09:26 Uhr
Ich hätte daran ja nicht mehr geglaubt und mich schon fast gewundert, als Warm Graves im Programm der Leipziger Sommerbühnen aufgetaucht sind. Es scheint aber weiterzugehen und nächstes Jahr ein neues Album zu geben (Auszug aus der zugehörigen Pressemitteilung):

Die Leipziger Band Warm Graves hat einen Plattenvertrag beim Londoner Label Fuzz Club Records unterschrieben. Dort wird zunächst das Debütalbum "Ships Will Come", das ursprünglich 2014 auf dem Label "This Charming Man" erschien, neu aufgelegt, bevor im kommenden Jahr das neue Album von Warm Graves folgen soll.

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 26089

Registriert seit 07.06.2013

2018-12-08 16:22:11 Uhr
Passt perfekt zum Wetter.

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 26089

Registriert seit 07.06.2013

2015-04-17 15:08:32 Uhr
Ja, wirklich ne gute Platte.
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