Prince - Art official age

Prince- Art official age

NPG / Warner
VÖ: 26.09.2014

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Der alte Held

Er altert einfach nicht. Wer Prince bei einem seiner letztjährigen Europa-Konzerte gesehen hat, konnte keinerlei Anzeichen von optischem Verfall ausfindig machen. Und auch akustisch ist bei ihm von Ermüdung keine Spur. Im Gegenteil: Als Beweis seines vitalen Schaffensgeistes präsentiert uns der Mann aus Minneapolis gleich zwei neue Alben (zur "Plectrumelectrum"-Rezension). Getreu dem Motto: Doppelt hallt besser.

Der Doppelschlag bedeutet auch die Rückkehr zu Warner, jenem Label, bei dem Prince zunächst seine größten Erfolge gefeiert und mit dem er sich dann vor 20 Jahren einen spektakulären Trennungskampf geliefert hatte. "Art official age" wird als Soloalbum ausgewiesen, obwohl auch hier seine Begleitband 3rdeyegirl mit am Start ist und Prince auf dem Cover passend dazu eine Sonnenbrille mit drei Gläsern trägt. Es ist die bessere der beiden neuen Platten. Zu hören gibt es die altbewährte Mischung aus Soul, Funk und R 'n' B. Der Opener "Art official cage" kommt mit reichlich Elektronik und Vocoder daher, doch der Innovationsgeist hat schon im zweiten Song, dem radiokompatiblen "Clouds", ausgespukt. Ab da regiert überwiegend der gewohnte Synthie-Funk mit E-Drums und Slap-Bass, knochentrockenen Gitarren und dem charakteristischen Falsett-Gesang.

Auch die Zusammenstellung ist altbewährt: "Breakdown" gibt die Quoten-Piano-Ballade, auf "The gold standard" packt Prince die "Kiss"-Gitarre wieder aus. Es sind die kleinen Feinheiten, die einem ein Lächeln entlocken: schön zum Beispiel das Vibraphon-Gitarren-Zusammenspiel am Ende von "Breakfast can wait" sowie die Gitarre im Industrial-Rave-Finale von "Funknroll". Alles ist tippitoppi gespielt, zieht einem aber auch nicht die Schuhe aus. Vielleicht wäre es interessanter, wenn Prince irgendwann doch mal das Altern zuließe und Sound und Botschaft daran anpasst. So wie es viele seiner Soul-Helden vor ihm auch getan haben.

(Sebastian Meißner)

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Highlights

  • Clouds
  • Breakfast can wait

Tracklist

  1. Art official cage
  2. Clouds
  3. Breakdown
  4. The gold standard
  5. U know
  6. Breakfast can wait
  7. This could be us
  8. What it feels like
  9. Affirmation I & II
  10. Way back home
  11. FunknRoll
  12. Time
  13. Affirmation III

Gesamtspielzeit: 53:17 min.

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