Fury In The Slaughterhouse - Homeinside

Fury In The Slaughterhouse- Homeinside

EMI
VÖ: 29.05.2000

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Heimausstellung

Wir schreiben das Jahr 2000. Die Augen der Welt sind auf Hannover gerichtet. Helle Aufruhr und Verkehrschaos in den Straßen werden befürchtet. Die Weltausstellung schlägt eine ganze Stadt in den Bann. Die ganze Stadt? Nein, ein paar Hannoveraner mit einer latenten Neigung zum Popsong haben anderes im Sinne. Im Gegensatz zur EXPO wollen sie nicht die ganze Welt, sondern nur ihr privates Reich ausstellen. Die Vorbereitungen, die sie dafür trafen, waren dennoch ähnlich aufwendig. Drei Studios und gleich vier Produzenten wurden während der Aufnahmen verschlissen. Trotzdem konnte "Homeinside", Studioalbum Nummer Acht von Fury In The Slaughterhouse, einige Tage vor der EXPO-Eröffnung zur öffentlichen Begutachtung freigegeben werden.

Was erwartet den geneigten Hörer? Diese Heimausstellung zeigt, wofür die "Konsens-Rocker", die selber keine sein wollen, momentan stehen. Gekonntes Handwerk, dezente Modernismen und Melodien en masse, für die keine Abertausende an altgediente Krautrocker bezahlt werden mußten. "Mensch - Natur - Technik" kommen hier in gefälligem Poprock zusammen, die kein fremdes Kraftwerk benötigen und somit schon ganz nach dem rot-grünen Atomkompromiß handeln. Scheinbar werden auch hier wie bei der Weltausstellung die Leitsätze der Agenda 21 umgesetzt.

Bei einem Rundgang durch das Gelände von "Homeinside" begegnen wir den beherzt inszenierten Versuchen der sechs Musiker, technische und musikalische Entwicklungen in Einklang zu bringen. Dabei bedient man sich auch gerne fremder Hilfe. So unterstützen Scorpio (Grandmaster Flash & The Furious Five) und das von der "Klein, aber fein"-Tour bekannte Streichensemble mit ihren Vorstellungen die Heimausstellung. Neben den Ansätzen, die private Wirklichkeit auszuleben ("Are you real", "Do you feel") erfahren wir von neuartigen und gar nicht so neuen Erfindungen: ein "Sixpack full of happiness" und "3000 kisses" sollen gegen das Ungemach der Welt helfen. Die Jugend wird dabei an die Hand genommen ("All the young dudes"). Dazu gibt man auch technische Ratschläge ("Pressure down"), probiert neue Möglichkeiten der Telekommunikation aus ("Calling Cuba") und plant sogar die Reise zu den Sternen ("She's a star", "Moon for sale").

Dramatischer Mittelpunkt dieser Heimausstellung ist jedoch die Aufarbeitung der Auseinandersetzung mit dem inneren Schweinehund. Im epischen "Enemy mine" wird diesem auch die andere Wange hingehalten und Versöhnung angestrebt. In gleichem Maße versuchen die Veranstalter, sich mit ihrer eigenen, eher rustikalen Vergangenheit auseinander zu setzen, dabei aber nie ihre Erfahrungen mit der Zukunft aus den Augen zu lassen. Diese ganz private Inszenierung verbindet sympathisch die Stärken und Schwächen der Gemeinschaft Fury In The Slaughterhouse. Wenn beim Verlassen des Veranstaltungsgeländes auch noch die Mitarbeiter persönlich verabschiedet werden, bemerkt der Besucher ein sanftes Lächeln im Gesicht. Und morgen geht's dann auf die EXPO.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • She's a star
  • Enemy mine
  • Moon for sale
  • Pressure down

Tracklist

  1. Are you real
  2. Do you feel
  3. All the young dudes
  4. She's a star
  5. 3000 kisses
  6. Sixpack full of happiness
  7. Enemy mine
  8. Calling Cuba
  9. Moon for sale
  10. Pressure down
  11. Born to slide away
  12. Hold on
  13. As quiet

Gesamtspielzeit: 67:29 min.

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