SBTRKT - Wonder where we land

SBTRKT- Wonder where we land

Young Turks / XL / Beggars / Indigo
VÖ: 26.09.2014

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Ihm doch egal

Sicherlich könnte man eine Rezension zur neuen SBTRKT-Platte mit den immergleichen Versatzstücken aus der Vorhölle des Musikjournalismus beginnen. Man würde schreiben, dass der Erfolg des furiosen Debüts alle Erwartungen bei weitem übertraf und dass sich SBTRKT nun ganz schön strecken müsse, aufgrund gestiegener Erwartungen einer größeren Fanbase. Stichwort: "das schwierige zweite Album". Doch irgendwie wäre das ziemlicher Schwachsinn, denn selten zuvor hatte man das Gefühl, dass da ein Künstler ist, der so wenig über seinen Status, seinen Erfolg und die von außen an ihn herangetragenen Aufgeregtheiten bezüglich neuen Materials nachdenkt und sich so wenig um das Getöse kümmert. Stattdessen veröffentlicht Aaron Jerome, so SBTRKTs bürgerlicher Name, vollkommen unbeeindruckt ein zweites Album, das dann logischerweise mit sämtlichen Erwartungen bricht. Ein weiterer Hit von "Wildfire"-Format? Kannste knicken, Digger.

Das einzige richtige Problem einer Platte wie "Wonder where we land" ist relativ simpel und kann daher auch recht schnell erklärt werden: Auch für seinen ambitionierten Zweitling warf der Brite wieder einen Blick in seine vermutlich recht umfangreiche Telefonkontaktliste und trommelte eine recht bunte Truppe zusammen. Den Anruf angenommen haben dann so illustre Künstler wie Vampire-Weekend-Chef Ezra Koenig, Rapper A$AP Ferg und Jessie Ware, die schon beim Debüt mitmischen durfte. Folglich entstand eine extrem heterogene Platte, die kaum als kohärentes Ganzes begriffen werden kann, sondern eher wie ein recht kontextloses Mixtape. Verstärkt wird dieser Effekt vor allem dadurch, dass SBTRKTs Beatkonstrukte stark variieren, denn zwischen minimalistischen Arschwackler-Songs wie "New Dorp. New York." und verspielten Nummern wie "Temporary view" liegen Welten. Besser zu Gesicht stehen dem dauermaskierten SBTRKT auf jeden Fall die etwas lebendigeren Nummern, die nicht nur auf einem minimalen Beat rumlutschen.

Diese Indifferenz kann man ihm vorwerfen oder aber man nimmt sie als Konstante hin und begreift "Wonder where we land" eben nicht als von vorne bis hinten durchdekliniertes Gesamtwerk, sondern als Konglomerat einzelner Kooperationen, die für sich stehen. Da wäre der extrem smoothe Titeltrack, der mit seinem tiefen Bass und der wunderbaren Stimme Samphas Kontraste setzt und damit richtig gut fährt. Ähnliches gelingt dem Londoner bei "Gon stay" und dem repetitiven Zuckerstück "The light", das insbesondere von Denai Moores Soulstimme getragen wird. In diesen Tracks wird klar, wieso SBTRKT derzeit einer der gefragtesten Electronica-Künstler ist: Wie kein Zweiter versteht er es, dunkel-schimmernde Beat-Leinwände aufzuspannen, über die dann die Vocals ihre meist feinen Linien ziehen. Dass ein roter Faden in diesem Stillleben keinen Platz findet, muss man dem Briten wohl einfach nachsehen.

(Kevin Holtmann)

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Highlights

  • Wonder where we land (feat. Sampha)
  • Higher (feat. Raury)
  • Gon stay (feat. Sampha)
  • The light (feat. Denai Moore)

Tracklist

  1. Day 1
  2. Wonder where we land (feat. Sampha)
  3. Lantern
  4. Higher (feat. Raury)
  5. Day 5
  6. Look away (feat. Caroline Polachek)
  7. Osea (feat. Koreless)
  8. Temporary view (feat. Sampha)
  9. New Dorp. New York. (feat. Ezra Koenig)
  10. Everybody knows
  11. Problem (solved) (feat. Jessie Ware)
  12. If it happens (feat. Sampha)
  13. Gon stay (feat. Sampha)
  14. The light (feat. Denai Moore)
  15. Voices in my head (feat. A$AP Ferg & Warpaint)

Gesamtspielzeit: 42:23 min.

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Watchful_Eye

Postings: 1449

Registriert seit 13.06.2013

2016-03-30 04:50:48 Uhr
Dem ersten Eindruck nach ist das ne ziemliche Gurke geworden.

Dielemma

Postings: 448

Registriert seit 15.06.2013

2016-03-25 14:41:15 Uhr
hat das Kurzalbum SAVE YOURSELF veröffentlicht, freue mich auf's Reinhören

Watchful_Eye

Postings: 1449

Registriert seit 13.06.2013

2014-09-26 02:06:08 Uhr
Inzwischen kann man die neue über Spotify hören. Bis auf das tolle "Gon Stay" gibt es nach den Vorabsongs nicht mehr viel neues, so mein erster Eindruck.

Aber auch das reicht immerhin noch für ein gutes oder sehr gutes Album. :) Und die letzten 3 Songs ergeben zusammen nochmal einen mächtigen Endspurt.

Holden

Postings: 350

Registriert seit 17.11.2013

2014-09-19 20:01:25 Uhr
Heute abend 22:00 Live beim ITunes Festival, kann man hier streamen: http://www.itunesfestival.com/de/
ITunes Account natürlich erforderlich. Davor, 20:45, Jamie Oliv..., äh XX.
Fiep()
2014-09-19 15:23:44 Uhr
Ach, da gibts auch nen leak?

Kenn bisher nur sbtrkt new dorp new york und das ist schon mal recht stark.

Hab aber jetzt endlich die neue Aphex hier, jetzt wird die endlich mal gehört. Vl gibts danach noch zeit für die restlichen Vorabsongs =D

Bleibe optimistisch für dieses Album. Rein nach gefühl.
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