The Drums - Encyclopedia

The Drums- Encyclopedia

Minor / Rough Trade
VÖ: 26.09.2014

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Auf einer Wellenlänge

Da waren sie auf einmal wieder zu zweit. Innerhalb eines einzigen Jahres hatten The Drums zwei Alben veröffentlicht – ihr selbstbetiteltes Debüt von 2010 und das darauffolgende "Portamento" –, waren auf Tour gegangen und hatten die Welt gesehen. Als jene Tour Ende 2012 langsam ausklang, war auch die Band fast am Ende angekommen. Nach einigen Spannungen stieg Gründungsmitglied Connor Hanwick aus, Sänger Jonny Pierce kündigte ein Soloalbum an, das nie erscheinen sollte – und diese kleine Band, die mit Songs wie "Let's go surfing", "Me and the moon" oder auch "Days" für eingebildeten Sand an den Händen und echte sonnendurchflutete Melancholie im Herzen sorgte, stand vor dem endgültigen Zusammenbruch. Dann kam der 16. Februar 2014, ein Foto auf Facebook und die Ankündigung eines neuen Albums. Was für ein Glück!

Zum ersten Mal seit der Veröffentlichung ihrer "Summertime"-EP im Jahr 2009 waren Pierce und Jacob Graham nun wieder ein Duo. Die Wut, Verzweiflung und Einsamkeit im Studio haben sie positiv nutzen können, heißt es aus dem Bandlager. Zwar klängen die neuen Songs düsterer, aber ehrlich – man habe "den Strand gegen festen Boden eingetauscht, immer auf der Suche nach Hoffnung", so Pierce. Und tatsächlich: "Magic mountain", die erste Single des neuen Albums "Encyclopedia", klingt so ganz anders, als man es erwartet hatte. Scharfkantig, störrisch, stellenweise hart – eine Zusammenfassung der drei Jahre, die seit dem Release von "Portamento" vergangen sind. So mancher Fan schlug da spontan die Hände über dem Kopf zusammen.

Aber "Magic mountain" ist nur ein Teil des Albums. Und ganz weg vom Strand sind The Drums natürlich nicht. Denn wie jeder weiß, sind Sandkörner äußerst hartnäckig und finden sich auch noch, nachdem man längst wieder daheim angekommen ist. Schon die nächste Single "I can't pretend" ist deutlich entspannter, wärmer und dennoch auch wehmütiger, wenn Pierce über einer synthiegeschwängerten Melodie von seinem Kummer erzählt: "When everyone wants to dance / I can't stand up / I know that I need love / But I can't pretend." Eine Schippe mehr Leidenschaft gibt es im düster-hektischen "Deep in my heart", sehnsüchtige Lust im vom Falsett durchzogenenen "Kiss me again" und künstliche Kälte im irren "Bell laboratories" – womöglich aber auch kalte Künstlichkeit.

Mit "I hope time doesn't change him" geht es zurück zu den schwermütigsten Momenten von "The Drums". Erinnerungen an laue Sommernächte und an "Down by the water" kommen auf, bis "Face of God" den Hörer rasant aus seinen Tagträumen reißt, um ihn im lieblichen "U.S. national park" wieder kopfstreichelnd zuzudecken. Mit "There is nothing left" und "Wild geese" gibt es die beiden stärksten Stücke von "Encyclopedia" erst ganz zum Schluss, wenn die letzten Spuren im Sand längst weggespült wurden und die Sonne hinterm Horizont verschwunden ist. Egal, welchen Weg The Drums noch einschlagen, ihre Badetücher werden auch in Zukunft einen festen Platz am Strand haben. Auf die Gefahr, dass wir uns wiederholen, aber: Was für ein Glück!

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • I hope time doesn't change him
  • U.S. national park
  • There is nothing left
  • Wild geese

Tracklist

  1. Magic mountain
  2. I can't pretend
  3. I hope time doesn't change him
  4. Kiss me again
  5. Let me
  6. Break my heart
  7. Face of God
  8. U.S. national park
  9. Deep in my heart
  10. Bell laboratories
  11. There is nothing left
  12. Wild geese

Gesamtspielzeit: 48:39 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
LUstiger Witzeerzähler
2014-09-15 14:56:33 Uhr
Was ist grün und klopft an die Tür? – Ein Klopfsalat.

Gordon Fraser

Postings: 1194

Registriert seit 14.06.2013

2014-09-15 14:48:34 Uhr
Bisschen holpriger Einstieg, aber ab "Kiss Me Again" wird es ein richtig gutes Album. Klassisches The Drums-Material.
hmpf
2014-08-20 16:00:10 Uhr
Wahnsinn, ich bin absolut sprachlos.

Jennifer

Postings: 1519

Registriert seit 14.05.2013

2014-08-20 15:50:00 Uhr
"I can't pretend"

Armin

Postings: 14536

Registriert seit 08.01.2012

2014-08-09 14:10:42 Uhr
The Drums – Encylopedia
Das neue Studioalbum erscheint am 26.09.2014
Label/Vertrieb: Minor Records / INgrooves / Rough Trade
Tourdaten bestätigt
Vorabtrack „Magic Mountain“ hören:
https://soundcloud.com/minorrecords/magic-mountain
“Magic Mountain” Video: http://vimeo.com/101741198
Album Preview: http://vimeo.com/102753403

Mitte Juli, New York City, NY. Elektrische Herzen – einem Backdrop gleich - bluten von den bunten Wänden des Times Squares. Im gegenüberliegenden Novotel kündigen The Drums ihr neuestes Studioalbum – Encyclopedia – an.
Noch in der gleichen Woche überrascht noisy.com die Welt mit der Video Premiere der ersten Single „Magic Mountain“, dem Lebenszeichen von The Drums in drei Jahren. Gleichzeitig markiert der Song die Rückkehr der Band zu ihrem Kern, ihren beiden Gründungsmitgliedern Jonny Pierce und Jacob Graham. Spin ist begeistert und notiert: „the new single is still guided by that infectious head-bobbery, but the Brooklyn indie-popper's blithe bounce takes on a fervent frenzy.” :- und das Paste Magazin ergänzt: “(it) stirs in sounds in all the right ways.”
Hier lässt sich der Song anhören: https://soundcloud.com/minorrecords/magic-mountain - hier gibt es das Video dazu: http://vimeo.com/101741198


“Encyclopedia” ist das dritte Studioalbum der Band. Ursprünglich aus Florida stammend, betraten die Wahl-Brooklyner die Bühne mit einem Knall: Ihre „Summertime!“-EP sprang aus dem Nichts auf die BBC Sound Shortlist, bereitete die NME Shockwaves Tour vor und führte zur Verleihung des Phillip Hall Radar Awards.

Ihre Musik wie ihre Texte erforschten seit jeher die Felder Verlust, Sehnsucht, Erlösung, Verletzlichkeit und Liebe – diesmal formten sie einen dunkleren Sound, ohne dabei ihre Grandezza zu verlieren, oder, in den Worten von Pierce: „it is full of magic and surprise while maintaining a serious, more weighty tone throughout. We were feeling very angry, confused, and alone when we made this album; and we wanted to be very honest this time around, even if being honest meant making some people uncomfortable. We’ve left the beach for higher ground, always searching for hope.”

Das erste Mal seit „Summertime!“ waren Pierce und Graham wieder auf sich selbst zurückgeworfen, die zwischendurch zu einem Quartett angewachsene Band wieder zu ihrem Ursprung zurückgekehrt. Keine Kompromisse mehr! Das Resultat ist ein wirklich spannender Mix aus persönlichen Betrachtungen und Emotionen einerseits und einem im besten Sinne schamlosen, jubilierenden Songwriting.

Auf Tournee geht es auch – in Deutschland sind bislang zwei Shows bestätigt:

13.11. Berlin, Frannz - Tickets
14.11.2014 Hamburg, Molotow - Tickets

Booking: www.fkpscorpio.com
Band: www.thedrums.com

Presse:

“The songs are literal. Pierce has no secrets. What he feels, he sings, and matter-of-factly so…an intensity emerges that’s far beyond lyrics or any of a song’s constituent parts. It’s just there.” (New York Times)

“The Drums have proved that for all the prevalence of glittery synth-carting unicorn-botherers in our times, there's still a hurricane of heartsore life in guitar pop.” (NME)

“That's what the Drums are all about: real life, and the pains and pleasures (mostly pains) that come along with loving while you still have fresh breath in your lungs.” (pitchfork.com)
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