Train - Bulletproof Picasso

Train- Bulletproof Picasso

Columbia / Sony
VÖ: 12.09.2014

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Luftleere Raumbeschallung

Auch das noch: Ein flammender Cadillac auf dem Plattencover und ein ziemlich wirscher Clip zur Single "Angel in blue jeans", in dem Sänger Pat Monahan den Bösewicht gibt. Ob das Ganze nun von der seichten Musik auf dieser neuen Train-Platte namens "Bulletproof Picasso" ablenken soll oder umgekehrt, kann er sicher nicht mal selbst beantworten. So oder so soll das poppige "Hey soul sister", mit dem die Band im Sommer vor zwei Jahren landesweit etliche Nervenstränge strapaziert hatten, scheinbar mit allen Mitteln aus den Köpfen verdrängt werden. Und so wird auf ihrem siebten Studioalbum der Born-In-The-USA-Joker eingesetzt, der sonst höchstens beim "Boss" selbst durchgeht. Aber ein Joker ist eben nicht immer eine vollwertige Spielkarte.

Zugegeben, Trains "Drops of Jupiter" schafft es auch nach 13 Jahren noch, biererfüllte Herzen zu berühren und vielleicht sogar zum mitsingen zu bewegen – den Refrain kennen ja eh noch alle in- und auswendig. Mit "Bulletproof Picasso" aber wird das Mitgrölen zukünftig noch ein Stückchen peinlicher als es ohnehin schon ist. Und: Für diese Vorahnung muss man zunächst nicht einmal in dieses Album reinhören. Schon die Tracklist liest sich wie die klischeebeladene Checkliste für den nächsten Kinohit aus den vereinigten Staaten. Der Opener "Cadillac, Cadillac" startet seltsam verzerrt und schafft es innerhalb von drei Minuten auch nicht mehr, angenehmer zu klingen. Der Titelsong lässt gar jegliche Kreativität hinter sich: "We don't need a reason, 'cause I got you and you got me tonight", singt Monahan und klingt dabei genauso authentisch wie der RTL-Bachelor nach Vergabe der achten Rose.

Als Rettungsanker halten Train dann doch noch etwas Pop und beschwingte Gitarren bereit. "Wonder what you're doing for the rest of your life" wird es zwar kaum schaffen, die noch immer dudelnde "Soul sister" ganz zu verdrängen, aber die Songwriterin Marsha Ambrosius am Mikrofon steuert diesem Album zumindest einen angenehmeren Moment bei. Und immerhin: Auch Romantiker kommen einigermaßen gut weg. "Give it all" ist zwar ein Liebeslied wie jedes andere, macht aber wenigstens nichts schlimmer. Nach 20 Jahren gemeinsamen Jahren als Band ist die Luft bei Train wohl nicht nur raus, sondern endgültig vom Vakuum verdrängt worden. Naja, für den luftleeren Raum so mancher Charts wird's schon reichen.

(Lena Zschirpe)

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Highlights

  • Wonder what you're doing for the rest of your life

Tracklist

  1. Cadillac, Cadillac
  2. Bulletproof Picasso
  3. Angel in blue jeans
  4. Give it all
  5. Wonder what you're doing for the rest of your life
  6. Son of a prison guard
  7. Just a memory
  8. I'm drinkin tonight
  9. I will remember
  10. The bridge
  11. Baby, happy birthday
  12. Don't grow up so fast

Gesamtspielzeit: 40:39 min.

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