Sparta - Wiretap scars

Sparta- Wiretap scars

Motor / Universal
VÖ: 12.08.2002

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Stacheldrahtseilakt

Ein Drama in drei Akten. Akt eins: Eine bis dahin eher verkannte Band aus El Paso/Texas mit dem Namen At The Drive-In veröffentlicht "Relationship of command". Das Album verursacht euphorische Reaktionen: Das hier ist authentisch, unverbraucht und innovativ. Im zweiten Akt wird die Band auf ihren Konzerten frenetisch abgefeiert und herumgereicht. Genervt von diesem Trubel sagen unsere Helden zunächst einige Auftritte ab und trennen sich anschließend. Im dritten Akt schließlich werden Stimmen über eine neue Formation aus der Konkursmasse laut: Ihr Name ist Sparta.

Für Jim Ward könnten die Vorzeichen wahrlich besser stehen. Die Szenen der Vergangenheit wird der frühere ATD-I-Klampfer-und-jetzt-Sparta-Sänger nicht einfach ablegen können wie ein Kostüm. Dabei ist "Wiretap scars" ein durchaus würdiger Nachfolger für das, was Ward und seine alten Gefährten 2000 inszenierten. Schon die ersten Worte von "Cut your ribbon" erzeugen das wohlige Gefühl, daß die Guten manchmal doch gewinnen, auch wenn der Vorhang bereits gefallen ist. "Wake up! Can you hear me?"

Alles scheint wieder da zu sein: die Energie, die musikalische Versiertheit und die lyrische Intelligenz aus vergangenen Tagen. Wie ein neues Theaterstück mit altbekannten Schauspielern. Doch Sparta haben gelernt: Sie lassen meist die Besonnenheit statt der Wut Regie führen. In "Echodyne harmonic" trägt sogar ein Klavier gemeinsam mit dem Baß die beruhigte Stimmung des Songs, die einst so dominanten Gitarren soufflieren nur ein dezentes Wabern.

Die Akteure haben ihrem Werk Zeit zum Entstehen gegeben. Sie sind vor Zuschauern aufgetreten und haben ihm bereits eine EP als erstes Lebenszeichen vorausgeschickt. Das hört man: Die Stücke scheinen eher im Stillen zu reflektieren als es heraus zu schreien. Seltener wirkt ein Song impulsiv und spontan. Auf nette Nebeneffekte wie Eingängigkeit oder Wiedererkennungswert wird dabei meist verzichtet. Doch gerade dann erkennt man, daß diese Platte etwas Besonderes ist. Etwas, daß seine Halbwertzeit nicht leichtfertig verspielt. Daher gebührt "Wiretap scars" stehender Beifall.

(Laura Scheiter)

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Highlights

  • Cut your ribbon
  • Air
  • Red alibi

Tracklist

  1. Cut your ribbon
  2. Air
  3. MYE
  4. Collapse
  5. Sans cosm
  6. Light burns clear
  7. Cataract
  8. Red alibi
  9. RX coup
  10. Glasshouse tarot
  11. Echodyne harmonic
  12. Assemble the empire

Gesamtspielzeit: 47:45 min.

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User Beitrag

Akim

Postings: 95

Registriert seit 17.04.2016

2016-06-23 22:12:03 Uhr
"Glasshouse Tarot" gehört für mich glasklar zu den highlights.
jadder
2011-08-23 19:04:32 Uhr
top endlich was neues..
mette
2011-08-23 18:31:36 Uhr
http://consequenceofsound.net/2011/08/sparta-announces-comeback-show-readies-new-album/
hasa
2011-08-23 17:38:14 Uhr
wie siehts eigentlich mit der band aus? ich denke mal die gibts noch. schon irgendwas neues geplant?
rainy april day
2011-07-05 17:36:36 Uhr
Immer noch die beste Sparta, wo ich sie gerade höre. Außerdem muss ich hier mal Red Alibi droppen, kann doch nicht sein, dass den hier ausser mir keiner für das absolute Highlight hält.
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