Mia. - Hieb und StichFest

Mia.- Hieb und StichFest

R.O.T. / Columbia / Sony
VÖ: 19.08.2002

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Braune Augen

Das seit Monaten rotierende Video zu "Alles neu" und das Artwork des Debüt-Albums von Mia schreien nach einem vorschnellen Urteil: 80er-Exploitation. Die Frisur von Sängerin Mieze, die wenigstens zur Ehrenmitgliedschaft bei Sigue Sigue Sputnik reichen würde, kombiniert mit obligatorischen Accessoires wie Neon-Jäckchen und Fransen-Stiefel, das alles aufgekocht mit etwas Berlin-Hype - die klischeebehaftete Rezension wäre so einfach. Und würde es noch nicht einmal erforderlich machen, die Scheibe anzuhören.

Dem gegenüber steht eine Tor-Tour über sämtliche kleine und große Festivals in diesem Sommer, in deren Verlauf Mia mit ihren Auftritten auch die Voreingenommensten überzeugen konnte. Kaum jemand, der mit zunehmender Dauer der Auftritte nicht mitwippte, -tanzte, -sprang. Welches Marketing-Konzept dahinter steckt, jetzt das Album nachzulegen, mag sich jeder selbst überlegen.

Rezitativer Sprechgesang, Texte zwischen provokantem Girlism ("Kreisel", "Verrückt") und Liebesliedern ("Kill for you"), Keyboard- und Drumcomputeranleihen aus den Achtzigern und eine Stimme zwischen einfühlsamen Passagen wie in "Cool cat" und schrillstem Sirenengeheul nahe der Schmerzgrenze ("Machtspiele") sind die tragendsten Elemente in Mias Sound, der aber durch diese Aufzählung ebenso schwer zu fassen ist, wie durch das selbstauferlegte Etikett "Elektropunk".

In den besten Momenten saugen sich die Songs von Mia in feinster Ohrwurmmanier in den Gehörgängen fest und machen auch auf der Tanzfläche eine hervorragende Figur. Man könnte auch bestens darüber streiten, ob David Bowies "Heroes" wirklich noch einer weitere Neuauflage nötig hatte. Wenn sich bei den 13 Tracks auch einige Längen finden, so hat "Hieb und StichFest" wenigstens vier, fünf Stücke mit Heavy-Rotation-Charakter zu bieten - und mehr kann man vom Erstlingswerk einer Deutschen Band heutzutage kaum erwarten.

(Gerd Bezold)

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Highlights

  • Alles neu
  • Skandal
  • Machtspiele

Tracklist

  1. Ekelhaftes Benehmen
  2. Alles neu
  3. Verrückt
  4. Cool cat
  5. Kreisel
  6. Skandal
  7. Heroes
  8. Poem of 'on and off'
  9. Machtspiele
  10. Factory City
  11. Secretly
  12. Home
  13. Kill for you

Gesamtspielzeit: 48:54 min.

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