Remi - Raw x infinity

Remi- Raw x infinity

House Of Beige / Unified / Warner
VÖ: 24.07.2014

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Flow under

Deutschland und sein Bier, Brasilien und seine Fußballverrücktheit, die Briten und ihr schlechter Humor, Australien und seine HipHop-Szene. Moment mal, da stimmt doch was nicht. HipHop vom 5. Kontinent? Würde einem nicht unbedingt sofort in den Sinn kommen. Wenn schon von musikalischem Export die Rede ist, dann doch bitte AC/DC, Kylie Minogue oder die Bee Gees, aber HipHop? Nicht, dass es dort keine Szene gäbe, aber sie gilt als klein, lokal und national vernetzt. Brad Strut, Omar Musa, Kerser und Tornts sind einige Namen, die wohl nur Experten für australischen HipHop geläufig wären. Der 22-jährige Remi Kolawole könnte aber nun mit seinem neuen Album "Raw x infinity" dafür sorgen, dass diese Verbindung gar nicht mehr so abwegig erscheint.

Zusammen mit seinen langjährigen Wegbegleitern Sensible J und Dutch liefert der Melbourner Rapper ein facettenreiches HipHop-Album. Dass das "Raw" im Albumtitel Programm ist, zeigt gleich der Opener "Raw x infinity". Raue Live-Drums, die gewaltig nach vorne preschen und Kolawoles Rap, der über die Instrumentals rollt, eröffnen das Album. Schnörkellos, ohne Hook und Pathos, wird einem das Ding direkt vor den Kopf gehauen. Leicht benebelt geht es direkt über zu "F.o.h. (For opinionated humans)", bei dem die Experimentierfreudigkeit der beiden Beatbastler zum ersten Mal hervortritt. Eine Fülle von Synthiesounds, die zwischen den Drums herumschwirren und dank Remis Flow für die ersten Kopfnicker sorgen. Mit "Livin" und "Tyson" liefert Remi dann auch wohl die Songs, die ihn über die Landesgrenzen hinaus tragen sollen. Ersterer läuft in den australischen Radios hoch und runter, besticht durch schwermütige Pianoklänge und einen fast schon poppigen Refrain. Zweiterer nimmt die Energie vom Opener wieder auf und liefert mit fetten und abrupten Bässen kräftige Energieschübe in Richtung Gehörgang.

Nach "Tyson" erfolgt dann auch ein kleiner Bruch im Gesamtwerk. Von nun an dominieren chillige Beats, die sich aus Afro- und Tribal-Einflüssen speisen. Remi zollt seinen nigerianischen Wurzeln Tribut, textet über Rassismus und andere Alltagsprobleme. Exemplarisch hierfür stehen "Nigerian sunrise" und "Melbourne sunset", die eigentlich ein Song sind und die zwei Identitäten des Rappers widerspiegeln. Es sind schon fast zu viele Ideen, die Remi hier versucht in ein Album zu pressen. Aber die Ambitionen werden dank der stilsicheren Rapkünste Kolawoles und der originellen Beats von Sensible J und Dutch homogen zusammengebracht, ohne fragmentiert zu wirken. Und bald könnte es einen gar nicht mehr so verwundern, wenn man von Australien und seiner HipHop-Szene spricht.

(Alexander Klett)

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Highlights

  • Livin
  • Tyson
  • Ode to ignorance

Tracklist

  1. Raw x infinity
  2. F.o.h. (For opinionated humans)
  3. Livin
  4. XTC party // H.O.B.
  5. Tyson
  6. Ode to ignorance
  7. Dope with no seeds // Re-lacks
  8. Aviation (Disco weed)
  9. That's. That. Shit.
  10. Nigerian sunrise
  11. Melbourne sunset
  12. No enemy
  13. Sangria

Gesamtspielzeit: 48:00 min.

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Armin

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Registriert seit 08.01.2012

2014-08-09 17:28:36 Uhr
Frisch rezensiert! Meinungen?
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