David Gray - Mutineers

David Gray- Mutineers

Iht / Rough Trade
VÖ: 27.06.2014

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Hoffnungsschimmer

Er ist 41 Jahre alt. Übergewichtig. Bewohner einer Kleinstadt. Sein Testament macht er mit 52 Jahren. Er glaubt nicht an Ufos, findet den Valenstinstag überflüssig und hat Sex vorwiegend am Wochenende. Einmal im Monat geht er ins Restaurant – am liebsten zum Italiener. Sein liebstes Hobby ist Fernsehen, dem er 227 Minuten pro Tag widmet, also fast vier Stunden. Seinen Urlaub mag er pauschal, am liebsten mit heimischen Speisen auf dem Buffet-Tisch. Klingt alles scheußlich? Ist aber eine wissenschaftlich verifizierte Darstellung eines Durchschnittsdeutschen.

David Gray ist zwar kein Deutscher. Aber wer wissen will, wie Durchschnitt klingt, muss sich nur eines seiner letzten Alben anhören. Der so vielversprechend in seine Karriere gestartete Brite reihte dort eine Reißbrett-Komposition an die nächste. Für "Mutineers" stand dasselbe zu befürchten. Und in der Tat: Grays zehnte Veröffentlichung ist wieder keine runde Sache geworden. Und trotzdem besteht Anlass zur Hoffnung. Denn er zeigt hier endlich auch mal wieder, dass er es noch kann. Die Platte eröffnet mit dem langweiligen "Back in the world". Und sie hat mit "Snow in Vegas", "Cake and eat it" und "The incredible" wieder reichlich Instant-Kost zu bieten. Nicht wirklich schlimm, das kann man alles schon so machen. Aber es ist eben Durchschnitt. Mittelmaß. Zeitverschwendung.

Die sich breitmachende Langeweile wird zum Glück aber immer wieder unterbrochen von einigen wirklich guten Stücken. Etwa das Titelstück, in dem Gray und seine Mitstreiter mit funkelnder Instrumentierung eine sehnsüchtige Atmosphäre aufbauen, die man sich viel häufiger gewünscht hätte. Noch heller leuchtet "Last summer", ein von Piano dominierter Klagegesang mit Bossa-ähnlichem Rhythmus in der Strophe und tollem Cello-Solo – die vielleicht beste Ballade des Songwriters seit "Nightblindness". Auch "A girl like you" weiß zu gefallen, weil Gray den Song nicht radiotauglich, sondern mit ausuferndem Jam und Chor auf Umwege dirigiert. Warum Gray aber immer wieder in die Bedeutungslosigkeit abdriftet, auf Nummer Sicher geht und auf Gefälligkeit aus ist, bleibt ein Rätsel. Denn auf diesem Level wird er den Deutschen nicht vom Fernseher weglocken.

(Sebastian Meißner)

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Highlights

  • Mutineers
  • Last summer

Tracklist

  1. Back in the world
  2. As the crow flies
  3. Mutineers
  4. Beautiful agony
  5. Last summer
  6. Snow in Vegas
  7. Cake and eat it
  8. Birds of the high arctic
  9. The incredible
  10. Girl like you
  11. Gulls

Gesamtspielzeit: 48:22 min.

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MM13

Postings: 1534

Registriert seit 13.06.2013

2014-06-27 19:43:58 Uhr
wieder mal eine sehr miese rezi,david gray als mittelmass zu bezeichnen ist fast schon unverschämt,mutineers ist klasse(7,5/10).meiner meinung nach um klassen besser wie der so hoch gelobte ed sheeran(auf diese rezi bin ich dann mal gespannt)

MM13

Postings: 1534

Registriert seit 13.06.2013

2014-04-01 19:45:24 Uhr
schöne nachricht,bin gespannt."gulls" ist schon mal nicht schlecht.sollte er tatsächlich auf tour in deutschland gehen,würde ich das schon mal als highlight ins auge fassen.

Armin

Postings: 13815

Registriert seit 08.01.2012

2014-04-01 16:31:44 Uhr
DAVID GRAY VERÖFFENTLICHT NEUES STUDIOALBUM "MUTINEERS" AM 27.06.2014

Liebe Medienpartner,

der britische Sänger DAVID GRAY veröffentlicht sein neues Studioalbum "Mutineers" Ende Juni via Kobalt Label Services. "Mutineers" ist Gray`s 10. Studioalbum und das erste seit 4 Jahren.

21 Jahre nach seinem Debütalbum begibt sich David Gray musikalisch auf unbekanntes Gebiet, kultiviert dabei aber kämpferisch eine respektvolle Beziehung zu seiner eigenen Vergangenheit. “You have to sort of tear up the past and let it go,” sagt David dazu.

David`s musikalische Vergangenheit beinhaltet neben dem phänomenalen Erfolg seines Albums "White Ladder", das sich 7 Millionen mal verkauft hat und eines von drei UK Nummer 1 Alben ist, Brit und Grammy Nominierungen und seine beiden letzten Alben "Draw The Line" (2009) und "Foundling" (2010) erreichten beide die Top 10 der US- Billboard Albumcharts. Trotz all der Erfolge war der Ansatz beim neuen Album das sich Gray selbst überraschen wollte, nicht nur in der Art wie er arbeitet, sondern auch mit wem und welche Ideen er umsetzen wollte.

“I always write melody first and lyrics second, so I started to write lyrics down and think, right, I’m going to put this to music now. And that was a bizarrely uncomfortable process. And I was layering my voice; something I just found myself doing a lot on a lot of the new tracks. Again, to get away from the density of my voice, just the intensity of it, it’s so loud, it’s so intense, it’s so direct – so singing more softly, singing in falsetto, singing under the voice in a lower voice, finding new sounds, so that it was still me, but it sounded different.”

Die Veränderung fällt hörbar auf "Mutineers", ein Album das David selbst eher in der Nachbarschaft von John Martyn`s "Small Hours" sieht, als in seinem eigenen Backkatalog. Neben der Veränderung im Klangbild merkt man in den Songs, angefangen mit dem Opener "Back In The World" bis zum Schlusssong "Gulls", das sich hier ein Künstler von seinen eigenen Erwartungen freigeschwommen hat.

“I got slightly away from the narrative of the kind of crucified middle aged man. I got into other more ethereal territory, and it was such a relief to me. And when these wide open vistas of the new sound began to emerge in front of my eyes, I rushed in.”

David`s Mitstreiter und Produzent während der Reise zu neuen musikalischen Horizonten war niemand anderer als Andy Barlow von LAMB. “His brief was - don’t let me make the same record I’ve made before, take me out of my comfort zone. He really took me on creatively in a way that no one else has ever done. So I thought, yeah, this is going to work, but it was a tortured process because I found it so hard to take at times that he would tear up bits of my work in front of my eyes!”

Die Spontanität bei der Entstehung des Albums erinnerte ihn öfter an die Entstehung von "White Ladder", das er damals im Studio in seinem Schlafzimmer in 1997 aufgenommen hat.

“It was a very special thing that happened with White Ladder. No one could take it away from us and it was a wonderful thing, but of course you go beyond a certain point and the game has changed. But I think now it’s the morning after the night before - I don’t want to just be going on about that. Now I’ve got 15 years between me and it, and also I know I’ve done something here that has an authority that is inspiring me and I don’t have to worry about my past or any of that. The lovely thing about this is we’ve had the time to experiment, and it’s been wonderful so far.”

"Mutineers" ist ein Album geworden, das hervorragend in die musikalische Geschichte von David Gray passt. Der Sound eines Musikers, der einen sauberen Schnitt wagt, dabei einige scharfe Kurven nimmt und dabei dennoch wieder an die Freiheit eines früheren Traums anschliesst.

David Gray spielt im April und Anfang Mai eine jetzt schon ausverkaufte US-Tour und im Juni 8 Shows in England um sein neues Album live vorzustellen.

"Mutineers" erscheint digital sowie als Standard CD im Jewel Case, als Deluxe CD (mit Livealben) und als Doppel-Vinyl.

DAVID GRAY kommt im Mai nach Deutschland und steht für Interviews zur Verfügung.

http://www.davidgray.com

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