Echo & The Bunnymen - Meteorites

Echo & The Bunnymen- Meteorites

Caroline / Universal
VÖ: 30.05.2014

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Arroganz sei Dank

Ob heute noch jemand im Plattenladen von der kompletten Echo-&-The-Bunnymen-Diskographie sprechen würde, wenn im selben Atemzug der Name The Jesus & Mary Chain fällt? Wirkt irgendwie aus der Zeit gefallen, diese legendäre Szene aus dem Roman "High Fidelity" von Nick Hornby. Aber natürlich auch charmant und anstiftend, denn Echo & The Bunnymen? Dieser wilde Mix aus Psychedelic und Velvet-Underground-Furor funktioniert noch immer, zumindest auf den flirrenden Fieberplatten "Porcupine" und "Ocean Rain". Dieses neue Album dagegen, das die Band "Meteorites" getauft hat, kann man allerdings in die Tonne kloppen.

Keine Frage: Diese 48 Minuten der neuen Platte von Echo & The Bunnymen sind besser, als die letzten 100 Minuten von Embrace, und auch besser als die letzten 48 Minuten der Editors. Das reicht aber natürlich nicht, um zu überzeugen. Dabei geht das ziemlich grandios los: Die flächige Stadion-Hymne "Meteorites" versucht Robbie Williams mit Manchester zu versöhnen, bringt dabei noch irgendwie Pink Floyd unter und auch The Verve. Das ist schon ziemlich grandios, legt aber eine falsche Fährte aus.

Denn der überwiegende Rest dieses Gebrauchsalbums ist handzahm, überraschungsfrei und ziemlich öde. "Holy Moses" versucht es mit einem gutgelaunten Waschmittel-Werbespott-Refrain, "Constantinople" als U2-Fingerübung und "Is this a breakdown?" mit Schubidu-Funk. Das nervt schnell und nützt sich noch schneller ab. Man hätte durchaus mehr erwarten können, denn Sänger Ian McCulloch kündigte in seiner eingewachsenen Arroganz an: "Dieses neue Album hat mein Leben verändert."

Und das kann man nun wirklich kaum glauben, denn dieser peinliche Fury-In-The-Slaughterhouse-Rock von "Explosions" zum Beispiel, der hätte selbst in Hannover nicht den Weg aus dem Proberaum gefunden. Echo & The Bunnymen leben von der Arroganz ihres Sängers, leben von ihren Einflüssen und ihrer irritierenden Stilsicherheit. Denn auch wenn die meistens Songs hier im Schlagerradio funktionieren würden - mit Lederjacke, Kippe und Sonnenbrille -, kommen sie noch immer einigermaßen abgehangen daher. Ein Achtungserfolg.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Meteorites

Tracklist

  1. Meteorites
  2. Holy Moses
  3. Constantinople
  4. Is this a breakdown?
  5. Grapes upon the vine
  6. Lovers on the run
  7. Burn it down
  8. Explosions
  9. Market town
  10. New horizons

Gesamtspielzeit: 48:27 min.

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User Beitrag

Frank Shankly

Postings: 374

Registriert seit 26.10.2013

2014-06-12 12:34:56 Uhr
@Philipp Mainländer
das kommt aus der Rezension, ich habe diese beiden Bands auch nie nebeneinander stellen können.
Herr Hornby scheint das getan zu haben.
Ich sehe die (frühen) Bunnymen eher im Post-Punk angesiedelt (neben The Cure vlt?), JaMC eher richtung Noise (als Vorläufer zu My Bloody Valentine etc.)
Obwohl das ja immer irgendwie überlappt, zumal das dann beides im Shoegaze irgendwo zusammenläuft, vlt aber aus verschiedenen Rihtungen.
@@Frank Shankly
die Band entwickelt sich in Richtung belangloser Stadionrock,sehr richtig.
Aber selbst Coldplay, die für mich der inbegriff dieses Genres sind (und die selbsterklärt die Bunnymen für eine ihrer größten Inspirationsquellen angeben :D http://www.coldplaying.com/chris-martin-ian-mcculloch-friendship-inspired-new-coldplay-album/) haben ja ein paar anhörbare Songs.
@Frank Shankly
2014-06-12 11:56:10 Uhr
na wohin entwickelt sich die Band denn?
In die Belanglosigkeit oder zum Stadionrock?
ekel
2014-06-12 11:17:12 Uhr
the jesus and mary jane?

damit hat sich der autor doch in jedem fall disqualifiziert
Achmin
2014-06-12 11:07:33 Uhr
Fury-Fan Ding hätte mindestens eine 7 gezückt.
Castorplex & The Flying Komparsen
2014-06-12 11:03:52 Uhr
Funky Mucke!
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