Def Leppard - X

Def Leppard- X

Mercury / Universal
VÖ: 05.08.2002

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Kreuzschmerzen

Das ist die Geschichte einer Band, die ganz im Gegensatz zu vielen am Reißbrett geplanten Kapellen der Neuzeit aus einer Freundschaft und der gemeinsamen Liebe zur Musik entstanden ist. Sie begann vor fünfundzwanzig Jahren in Sheffield und kennt sowohl Höhenflüge (ausverkaufte Tourneen und Nummer-Eins-Hits im Dutzend), als auch Tiefpunkte wie zum Beispiel dem schweren Unfall des Schlagzeugers Rick Allen 1984, bei dem er seinen rechten Arm verlor, oder den Drogentod des Gitarristen Steve Clark. Dennoch (oder vielleicht gerade deswegen) fand die Band immer wieder die Kraft aus sich selbst heraus, einen Neuanfang zu starten.

Nach allerdings gleich zwei aufeinanderfolgenden, wenig herausragenden Alben ("Slang" und "Euphoria") soll es diesmal ein bunter Produzentenmix richten und dem Quintett einen neuen Sound verpassen. Neben dem bewährtem Pete Woodroofe fummelte Marti Frederiksen (Aerosmith, Mick Jagger) an den Reglern herum, welcher auch bei dreien der Songs ein Wörtchen mitzureden hatte. Daneben findet sich aber auch das schwedische Hitkonstruktions-Gespann um Max Martin, das sich schon für den Sound von N'Sync, Britney und den Backstreet Boys zu verantworten hat.

Das Ergebnis ist ein völlig unmotivierter Stil-Mischmasch, der all jenen, die mit dem Namen der tauben Leoparden noch immer so etwas wie "Rock" in Verbindung bringen, die Zornesröte ins Gesicht treiben dürfte. Grottiges Achtziger-Geriffe trifft auf verzichtbare Wegwerf-Stampfer und überkitschte Balladenaufgüsse. Ein besonders übler Tiefpunkt ist dabei der Song "Gravity", der als Versuch einer Rapnummer beinahe klassisch scheitern muß. So ein Theater!

Der prototypische Def-Leppard-Sound schimmert dabei zwar stellenweise immer wieder durch, ohne aber je die eigentümliche Tiefe und die Kraft der Millionenseller "Pyromania" oder "Hysteria" zu erreichen. Dabei wäre in den vergangenen drei Jahren seit dem letzten Studioalbum durchaus Zeit gewesen, durchgängig anständige Songs zu schreiben und diese vernünftig produzieren zu lassen. Statt dessen geben die Fünf ihren Platz in den Musikannalen einfach auf und werfen ihre eigene Identität für billiges Pseudo-Gerocke auf den Müll. Diese Geschichte hat kein Happy End.

(Steffen Fischer)

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Highlights

  • Now
  • Four letter word

Tracklist

  1. None
  2. Unbelievable
  3. You're so beautiful
  4. Everyday
  5. Long way to go
  6. Four letter word
  7. Torn to shreds
  8. Love don't lie
  9. Gravity
  10. Cry
  11. Girl like you
  12. Let me be the one
  13. Scar

Gesamtspielzeit: 47:07 min.

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