All Boro Kings - Just for the fun of it

All Boro Kings- Just for the fun of it

Century Media / SPV
VÖ: 22.07.2002

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 4/10

Down with the kings

Bisher wurde "All boro kings" im Plattenladen unter "D" wie Dog Eat Dog einsortiert, in den letzten Jahren geschah das meistens nach dem Frühjahrsputz, bei dem zumindest die Hüllen der übriggebliebenen Exemplare dieses Crossover-Smashhits gründlich entstaubt wurden. Nächstes Jahr heißt es dann Aufpassen nach dem Großreinemachen, denn zum Album "All boro kings" gesellt sich nun noch die gleichnamige Band.

Die All Boro Kings sind aber keine dreisten Namenspiraten, die sich einfach einen zugkräftigen Albumtitel unter den Nagel reißen, um ihre Band so ins Gespräch zu bringen. Immerhin drei Viertel der Könige sind ehemalige oder aktuelle kannibalische Hunde, unter Ihnen auch der ehemalige Dog Eat Dog-Mastermind Dan Nastasi. Der hat seinerzeit den größten Teil des Hitalbums geschrieben und dann die Band verlassen. Jetzt sitzt er wieder mit alten Kollegen im Boot, und bemüht sich nach Kräften, an die goldenen Zeiten anzuschließen.

Dieses Vorhaben ist durchaus gelungen, nur bleibt der Zweck schleierhaft. "All boro kings" ist acht Jahre her - und für nährwertfreie Gebrauchsmusik wie diese ist das mehr als nur eine Ewigkeit. Warum um alles in der Welt kommen Menschen auf die Idee, eine Suppe aufzuwärmen, die schon heftigst schimmelt? "Just for the fun of it" ist dem Veröffentlichungsdatum nach zwar brandneu, fühlt sich aber so lau und labbrig an, als habe man ein paar nicht zu unrecht übrig gebliebene Reste der alten Dog Eat Dog-Sessions auf kleine Silberscheibchen gepreßt. Der Sommer, in dem das ein Trend hätte sein können, ist sowas von definitiv vorbei, und der unangenehme Geruch, der über diesen Songs liegt, ist sicher keine Edelfäule.

Und so wird der Plattendealer im Frühjahr nächsten Jahres eben auch dieses Album abstauben und dann unter "A" einsortieren. Man hat sie ihm nicht wirklich aus der Hand gerissen, was aber irgendwie verständlich ist. Niemand hat in den letzten Jahren solche Musik gekauft, und die wenigen, die zumindest kurz mit dem Gedanken gespielt haben, haben unter "D" gestöbert. Der Händler ärgert sich darüber, daß er, der eigentlich das knackigste und frischeste Gemüse in town verschecken wollte, seiner Kundschaft solches Dünnbier mit Spucke andrehen sollte. Mit dem Staubtuch in der Hand sinniert er darüber, daß eine kleine Änderung des Bandnamens zwar nicht werbewirksam, aber dann zumindest grundehrlich wäre: All Boring. Und die Kings könnten sie dann auch gleich weglassen.

(Rüdiger Hofmann)

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Highlights

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Tracklist

  1. Twist the cap
  2. Just for the fun of it
  3. Blowin' smoke
  4. It's all good
  5. The rat
  6. King of the world
  7. The party's on
  8. Independent
  9. Pack
  10. You got it
  11. Broke, drunk

Gesamtspielzeit: 36:49 min.

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