Collapse Under The Empire - Sacrifice & isolation

Collapse Under The Empire- Sacrifice & isolation

Finaltune / Broken Silence
VÖ: 23.05.2014

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Apocalypse wann anders

Schwermütige Elektro-Beats und wabernde Synthies, verstörende Drum-Effekte und ein unheilschwangeres Echo: Hört man sich die ersten Minuten von "Sacrifice & isolation" an und schließt dabei die Augen, könnte man meinen, dass Hamburg dem Untergang geweiht ist. Oder die ganze Welt. Denn Collapse Under The Empire zeichnen auf ihrem fünften Album düstere Bilder und erschaffen Klangwelten, die albtraumartigen Sequenzen in nichts nachstehen. Ließ das 2011er "Shoulders & giants", der erste Teil des auf zwei Alben ausgebreiteten Konzeptwerkes, noch hier und da ein Fünkchen Hoffnung durchschimmern, ist 2014 schon beim Opener "Sacrifice" klar, dass eben jene Zuversicht mittlerweile mausetot ist.

Verzweiflung, Verderben, Angst, Wut, Benommenheit: Martin Grimm und Chris Burda scheuen sich nicht, ihre Hände schmutzig zu machen und in die tiefste Tiefe zu steigen. Nachdem sie sich mittlerweile sogar bei der internationalen Presse einen Namen machen konnten und innerhalb der letzten sechs Jahre zu einer festen Größe im Post-Rock-Genre aufgestiegen sind, festigen sie ihren Ruf mit "Sacrifice & isolation", ihrem bis dato anspruchvollsten Werk. Man höre sich nur "Massif" an, dessen Zusammenspiel von Gitarre und Synthesizern eine gänsehauterzeugende Atmosphäre schafft, bis sich langsam kleine Störgeräusche ausbreiten und das Schlagzeug jäh alles niederschmettert, was man sich eben noch fein säuberlich vor dem geistigen Auge zu errichten versucht hat.

Brutal niedergeknüppelt wird man auch von "Stairs to the redemption", während "Lost" in epischer Filmmusik-Manier den Aufstand proben lässt. Asche zu Asche, Staub zu Staub, ohne Kampf verliert man die Schlacht ohnehin schon – wie gut, dass "Awakening" noch ein wenig mehr aufstachelt, der große explosionsartige Ausbruch zum Ende aber etwas hinter den Erwartungen zurückbleibt. Vielleicht ist es auch einfach Zeit für ein kleines Päuschen vor der Apokalypse, die man dank dem wunderbar sanften "What the heart craves for" bekommt und dankbar annimmt. Mit einem harmonischen Übergang geht es weiter zu "The path", das sich großzügig bei den texanischen Kollegen von Explosions In The Sky bedient und ein wenig Licht durch die eben noch düsteren Wolken erblicken lässt. Vielleicht kommt sie doch nicht, die alles zerstörende Apokalypse. Vielleicht kommt sie ein anderes Mal. Oder gar nicht.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • Sacrifice
  • Massif
  • What the heart craves for

Tracklist

  1. Sacrifice
  2. Isolation
  3. Massif
  4. Lost
  5. Awakening
  6. A broken silence
  7. Light in the distance
  8. Stairs to the redemption
  9. What the heart craves for
  10. The path

Gesamtspielzeit: 58:48 min.

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