Skindred - Babylon

Skindred- Babylon

Supersonic / BMG
VÖ: 29.07.2002

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Fight another Dub War

Wir schreiben das Jahr 1995. Der Mainstream hat das eigentlich längst schon lahmende Zugpferd namens Crossover für sich entdeckt, und die Geldgeier weiden den noch zuckenden Kadaver gierig aus. Plötzlich aber weht ein frischer Wind heran, und das ehemals so stolze Roß bäumt sich noch ein letztes mal auf, um mit den Hufen kräftig einen Arsch zu treten. Eine Band namens Dub War erklimmt die Bühne, und das Album "Pain" kracht aus allen angesagten Lautsprechern.

Damals tönte tatsächlich etwas einigermaßen Neues aus den Boxen. Statt einfach nur Rap und harten Rock zu verquirlen und das ganze mit Kleinigkeiten aus aller Welt zu garnieren, machten Dub War aus Ragga eine Hauptzutat und aus ihrem Namen ein Programm. Das Jamaica-Pidgin schien mit der ungezügelten Aggressivität überhaupt nicht zusammenzupassen, dennoch traf diese Mischung genau zwischen die Augen. Ragga-Punk-Metal-Rap-Rock klingt als Wort extrem albern. Die Musik dazu ist alles andere als lächerlich.

Und was hat das Ganze jetzt mit Skindreds "Babylon" zu tun? Nun, personell gesehen sind Skindred die wiedererstandenen Dub War mit neuem Baßmann, und auch stilistisch wäre eine Umbenennung nicht wirklich nötig gewesen. Erfreulich ist, wie wenig Schaden der alte Sound in der Zeit seit dem Bandsplit 1998 genommen hat. Es geht im Mittel ein wenig ruhiger zu, doch wenn der alte Hammer ausgepackt wird, darf man erfreut den Originalzustand feststellen. Glücklicherweise hat niemand versucht, das gute Stück mit New Metal zu verschlimmbessern.

Und so ruft Babylon gute Erinnerungen an bessere Zeiten hervor, ohne alte Alben zu kopieren. Sänger Benji ist erwachsener und weiser geworden, allerdings nur ein bißchen. Hin und wieder ist er immer noch so richtig pissed und schreit der Welt ihren Widersinn in die Ohren. Skindred haben aber auch ein paar Schönheiten dieser Welt erkannt und scheinen einen gewissen Grad an Schizophrenie, wenn auch nicht wiederspruchslos, als naturgegeben zu akzeptieren. Musikalisch jedenfalls bringt Babylon diese Bewußtseinsspaltung ziemlich genau auf den Punkt. Der Kampf geht weiter.

(Rüdiger Hofmann)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • Kiss and make up
  • Pressure
  • Babylon
  • World domination

Tracklist

  1. Set it off
  2. Kiss and make up
  3. Pressure
  4. Sicker
  5. Selection
  6. Babylon
  7. The fear
  8. Bruises
  9. Together
  10. World domination
  11. Nobody

Gesamtspielzeit: 41:05 min.

Bestellen bei Amazon

Anhören bei Spotify