Killer Be Killed - Killer Be Killed

Killer Be Killed- Killer Be Killed

Nuclear Blast / Warner
VÖ: 09.05.2014

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Neben die Zwölf

Irgendwann, als dem Schwermetall die Ideen und somit die Möglichkeiten ausgingen, dachte sich ein nicht näher genannter Musikus beim gepflegten Morgenschiss auf dem Abort: "Hm, jetzt habe ich schon sämtliche anderen Bandmitglieder rausgeworfen, mir die Matte erst komplett abgefräst, dann wieder ohne Ende wuchern lassen und rein gar nichts hat sich bewegt. Mir ist immer noch ganz schrecklich fad. Was mache ich bloß falsch?" – Urplötzlich, mit einem saftigen Plumps, hatte er die rettende Eingebung: Warum nicht einfach eine Supergruppe gründen? Gelangweilte und unterforderte Mitstreiter gibt es schließlich in fast allen Bands über den Globus verteilt. Also nahm er seinen Allerwertesten vom warmen Lokus, setzte stattdessen ein cooles Inserat auf und schickte sich fürderhin an, die starren Gedankengebilde der Kritikerzunft mit Krawall und Remmidemmi zum Einsturz zu bringen.

So ähnlich geschehen ist es vermutlich zuletzt auch in der verlotterten Finca von Max Cavalera, dem allseits bekannten Schreihals von Soulfly, Cavalera Conspiracy und vormals von Sepultura oder der Eintagsfliege Nailbomb. Der bat gemäß der alten Devise, dass das Chaos der natürlichen Entropie des Proberaumes zu folgen habe, zum dreitägigen Anschwitzen in seine düsteren Hallen. Und alle kamen – Sänger Greg Puciato von den Math-Punks The Dillinger Escape Plan, Bassist Troy Sanders von der adipösen Klangwalze Mastodon sowie am Schlagzeug jenes Zotteltier namens Dave Elitch, das vor Jahren bereits kurz bei den einstmaligen Salsa-Rockern von The Mars Volta gesichtet wurde und nun als einziger in sämtlichen Songs die Klappe halten muss. Was durch die unentwegte Krakeelerei seiner Kumpanen allerdings verständlich wird. Da bleibt wenig Platz für Nachdenklichkeiten.

Ebenso leuchtet ein, dass bei einer dermaßen wüsten Charaktermischung kein stupides Gehacke zu erwarten ist. Das gleichnamige Debüt von Killer Be Killed klingt vom ersten Moment an vielmehr so, als hätte jemand Disturbed und Godsmack zu Against Me! in eine Garage gesperrt und sie mit alten Sepultura-Gossenhauern gepeinigt. Dazu wird nicht nur bei der schrubbigen Ohrwurm-Granate "Wings of feather and wax" oder dem ölig abfeiernden "Curb crusher" ungeniert in den Popcorn-Eimer gegriffen, bis Kotze kommt. Killer Be Killed überraschen mit einer eingängigen Grundsuppe aus Alternative Rock und kraftvollem Thrashgeballer, die mit Filamenten aus Doom, Punk und Hardcore weiter eingedickt wird. Folglich sollte nicht mehr sonderlich viel schiefgehen, möchte man meinen. Und doch bleibt das Geschmackserlebnis zumeist ein unbefriedigendes.

Vornehmlich liegt das an einem allzu routinierten Cavalera, der nun schon seit Jahrzehnten ungerührt um Erlösung brüllt, dem Resultat allerdings auch keine nennenswert neuen Erkenntnisse hinzuröcheln kann. Auch Puciatos stereotypes Geschrei reißt keinen Plattentests.de-Mitarbeiter mehr aus seinem morgendlichen Verdauungsschlaf, weil man es von zu vielen Metalcore-Scheiben kennt, die in der Redaktion schlussendlich als Getränkeuntersetzer herhalten müssen. Zum anderen knödelt Sanders bei jeder sich bietenden Gelegenheit in einer so enervierenden Art dazwischen, dass man bereits auf halber Strecke frustriert seinen CD-Spieler aus dem Fenster schmeißen möchte. Und es sind die transusigen Melodieführungen, die zumeist nicht wirklich zünden wollen und dem hymnenhaft instrumentierten Schlachtfest so die fällige Schützenkrone entziehen. Rummelplatzmusik zwar, jedoch glatt am Lukas vorbei.

(Andreas Knöß)

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Highlights

  • Wings of feather and wax
  • Curb crusher

Tracklist

  1. Wings of feather and wax
  2. Face down
  3. Melting of my marrow
  4. Snakes of Jehova
  5. Curb crusher
  6. Save the robots
  7. Fire to your flag
  8. I.E.D.
  9. Dust into darkness
  10. Twelve labors
  11. Forbidden fire

Gesamtspielzeit: 45:46 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Das wird man ja noch fragen dürfen:
2015-01-12 19:39:29 Uhr
Die War on Drugs des Metal?

embele

Postings: 457

Registriert seit 14.06.2013

2014-12-24 10:09:10 Uhr
Also im Sektor der härteren Gangart kommt man an diesem Album 2014 nicht vorbei. Was Innovation angeht, ist dies ein angenehm - frisch klingender Output, der m.M.n. konkurrenzlos ist.
Alle Beteiligten scheinen auch gehörigen Spaß gehabt zu haben. Die zwei Videos, die die Jungs gemacht haben, vermitteln zusätzlich einen guten Eindruck davon, wie Killer Be Killed funktioniert. Hoffentlich lassen es die Pläne der Mitglieder zu, 2015 ein paar Konzerte zu spielen.
Pipi Kaka
2014-06-25 21:34:08 Uhr
Kann mich den Meinungen hier nur anschließen. Maximale Deppen-Rezi. Für mich völlig unverständlich, wie man sowas freigeben kann und dann noch erwartet, ernstgenommen zu werden.
Saftladen!
raised fist
2014-05-18 10:27:37 Uhr
*Was'n Flaschenreviewer
raised fist
2014-05-18 06:00:18 Uhr
Was'n Flaschenrezi. Schon bloß diese hundsdumme und übelst peinliche Einleitung und die lachhaften Referenzen lassen tief blicken. Offenbar wurde nicht nur das Forum von grenzdebilen Vollzeittrotteln unterwandert sonder auch längst die Redaktion. Dass so eine Review freigeschaltet wird zeigt eigentlich nur, dass dem Betreiber dieser Seite mittlerweile alles egal ist. Das Niveau liegt hier ganz klar weit unter dem von laut.de, whiskey-soda etc., denn die setzten sich zumindest noch mit der Musik auseinander.
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