Heidi Happy - Golden heart

Heidi Happy- Golden heart

Silent Mode / Cargo
VÖ: 16.05.2014

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Spannung, Spiel und Schokolade

Ob Emil Eintopf, Susi Sonnenschein und Träumer Tommy wohl Heidi Happy in ihren Reihen aufgenommen hätten? Beabsichtigt war dies wohl nicht, aber dank Alliteration und fröhlichem Grundtenor hätte das Künstler-Ich der Luzernerin Priska Zemp namentlich sehr gut in einige Reihen alter Überraschungseier-Figuren gepasst. Und auch wenn heute niemand mehr so richtig weiß, an welchen Kleinteilen sich Kinder gerade potenziell verschlucken könnten, klingt Heidi Happys nunmehr fünftes Album trotzdessen nach Spannung, Spiel und Schokolade.

So viele Wünsche auf einmal, aber "Golden heart" kann sie durchaus alle bedienen. Heidi Happy präsentiert sich selbstbewusst und bewusst uneinheitlich. "Ding ding" eröffnet als stärkstes Stück mit Fender-Rhodes-Tönen sommerlich soulig und groovend. Mit dem "Whistle song" beweist die Schweizerin Humor, samt alpenländisch anmutender Bläserunterstützung und gedachten Pfiffen über Almen hinab ins Tal. "Down town" erinnert in seinem Duett-Gesang aussichtsreich an Me And My Drummer und "Du da, ich da", welches bereits auf dem Happy-Debüt "Back together" erschienen ist, wird kurzerhand elektropoppig angekurbelt und weckt dank ungeniertem Synthie-Einsatz nun Assoziationen an Paula oder 2raumwohnung. Der altbekannte Track bleibt dabei als abwechslungsreicher Fremdkörper zurück, musikalisch wie auch textlich, ist er doch einziges deutschsprachiges Liedgut. Die Majorität auf "Golden heart" ist der englischen Sprache vorbehalten, doch auch das Französische wird, wie im Vorabstück "La danse", ins gleißende Licht gerückt. Vielfalt siegt! Bitte merken, liebe Eidgenossen.

"Eyes closed" bringt dann die versprochene Spannung ins ansonsten rosige Albumgefühl, lässt durchaus reizend die Hüften kreisen und deutet in gemeinsamen Chören mit Heidi Happys neuformierter Drei-Herren-Begleitband schon einmal an, was der Titeltrack dann stimmlich grandios fortsetzt: "Flying high 'til you know where you're going." Mit der Wiederholung dieser Zeile schwingt sich "Golden heart" zu höchsten Höhen auf und wird sicherlich von dem frischen Wind dorthin getragen, von dem Heidi Happy spricht, wenn sie zum Album als Ganzem befragt wird. Frisch verliebt sei sie zur Entstehung des Albums gewesen, und so gäbe es nun eben auch richtige Liebeslieder im Repertoire. In diesem Falle von wunschloser Glücklichkeit sind dann natürlich auch das gleichzeitige Erfüllen der dreierlei Begehren aus betagten Kinderschokoladen-Werbespots keine Hürde mehr.

(Andreas Menzel)

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Highlights

  • Ding ding
  • La danse
  • Golden heart

Tracklist

  1. Ding ding
  2. Down town
  3. Welcome back
  4. In the garden
  5. Whistle song
  6. In your heart
  7. More and more
  8. Across the ocean
  9. Eyes closed
  10. Du da, ich da
  11. High wave
  12. La danse
  13. Golden heart
  14. Maintenant

Gesamtspielzeit: 44:29 min.

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  • Heidi Happy (15 Beiträge / Letzter am 01.10.2012 - 14:21 Uhr)