Brave Black Sea - Fragments

Brave Black Sea- Fragments

V2 / H'art
VÖ: 04.04.2014

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Von der Wüste verweht

Brave Black Sea halten nicht hinterm Berg mit ihren Referenzen. "Ex-members of Kyuss, Queens Of The Stone Age & Slo Burn" heißt es gleich am Anfang des Info-Textes. Also Stonerrock, Kalifornien, laute Gitarren, Wüste. Das erwartet man von Musikern, die mal zusammen mit John Garcia und Josh Homme Platten aufgenommen haben. Und genau das liefern Brave Black Sea. Allerdings, man ahnt es schon: Obwohl die Band sich soundtechnisch oft ein bisschen nördlicher als Kalifornien orientiert, gibt es auf "Fragments" einfach nichts Neues an der Westküste.

Aber von vorne: Am Schlagzeug sitzt hier Alfredo Hernandez, der schon unter anderem auf der letzten Kyuss-Platte, dem QOTSA-Debüt und bei Brant Bjorks kurzlebigen Projekt Ché getrommelt hat. Wer diese Platten gehört hat, wird auch Hernandez' Drumming wiedererkennen: zurückgelehnt auch bei höherem Tempo, hier und da ein Fill zu viel und ein paar Akzente an unerwarteten Stellen. Dazu gesellen sich die beiden Slo-Burn-Gitarristen Chris Hale und Damon Garrison. Letzterer übernimmt bei Brave Black Sea auch den Gesang und man könnte meinen, der Mann käme eher aus Seattle als aus der Wüste. Stimmlich liegt er jedenfalls ziemlich genau in der Schnittmenge zwischen Layne Staley und Chris Cornell.

An Soundgarden und Alice In Chains orientieren sich auch die Songs. Schwer und verzerrt, aber mit wenig Fuzz und Distortion rocken sich Brave Black Sea durch die zehn Songs auf "Fragments". Das Problem ist, dass schon der Opener "Running away" mit den ersten Akkorden alle Grenzen absteckt und die Band sich mit ein oder zwei Ausnahmen während der 40 folgenden Minuten nicht darüber hinweg wagt. Die Umsetzung ist nicht schlecht und technisch macht die Band alles richtig, aber es fehlt eindeutig an Inspiration. Wenn man es ganz genau nimmt, gehen Garrison und Co. schon bei der endlosen Wiederholung des Refrains am Ende von "Running away" die Ideen aus.

Eine der seltenen Ausnahmen ist "Bandana republic", dem ein großartiges Riff zu Grunde liegt, das dem wuchtigen Sound die nötige Dynamik verpasst. Ebenso anders ist der krachige Punkrocker "This is this", der als einziger Track ein bisschen an die paar Songs von Slo Burn erinnert, die das Licht der Welt erblickt haben. Leider stehen dem viel zu viele Stücke der Marke "Running away" und halbballadiges Liedgut entgegen, dessen langgezogene Vocals und Strukturmonotonie schnell die Nerven strapazieren. Da passt es eigentlich ganz gut, dass der Titeltrack und Rausschmeißer mit den längsten aller gezogenen Vokale beginnt und sich nur mit einem zähen Fadeout ins Nirwana verabschiedet.

(Maik Maerten)

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Highlights

  • Bandana republic
  • This is this

Tracklist

  1. Running away
  2. Abandon ship
  3. The five visitors
  4. Bandana republic
  5. Silence is golden
  6. This is this
  7. Beginner's luck
  8. Ghosts
  9. The road
  10. Fragments

Gesamtspielzeit: 39:52 min.