Kelis - Food

Kelis- Food

Ninja Tune / Rough Trade
VÖ: 25.04.2014

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Die Kochplatte

Früher stand der Sex im Vordergund. Als Kelis Rogers vor rund zehn Jahren doppeldeutig ihre "Milkshake"-Herstellungsqualitäten besang und im dazugehörigen Video lasziv an ihren Fingern lutschte, Cocktailkirschen in Slow-Motion vernaschte und lecker ihre Hüften schwang, dachte niemand an kulinarische Leckerbissen. Ihr Sound klang nach Kaugummi und Energy Drink. Aber er war aufregend und schmeckte.

Heute liegt Kelis' Schwerpunkt auf hochwertiger Küche. Nicht nur, weil die 34-jährige eine Ausbildung zur Köchin absolviert und eine eigene Kochshow etabliert hat. Auch ihr Sound hat sich verändert. Mit den neu erworbenen Künsten am Herd verwöhnte sie ihre Bandkollegen bei den Studio-Sessions. Folgerichtig heißt das neue Album nun "Food" und die Songs auf ihm "Jerk ribs", "Breakfast" oder "Friday fish fry". Genährt von den Kreationen ihrer Chefin webt die Band einen soliden Soul-Teppich nach dem anderen. Mal mit Afrobeat-Einschlag ("Cobbler"), mal im 70s-Retro-Gewand ("Hooch"), mal angelehnt am samtigen Acoustic-Pop einer India Arie ("Bless the telephone").

Dave Sitek, Keyboarder von TV On The Radio und Produzent von u.a. Yeah Yeah Yeahs und Foals, beweist bei der Produktion ebenfalls Know-How auf der ganzen Palette von Retro bis Neo. Und Kelis singt dazu mit einer am Leben geschulten und spürbar gereiften Stimme, die besonders in den ruhigen Stücken ("Floyd", "Dreamer") bislang ungeahnte Facetten offenbart.

Warum ist "Food" also trotz aller guten Zutaten dennoch kein richtig gutes Album geworden? Weil es zu berechnend klingt. Zu sehr nach Kochen nach Rezept, nach Schielen auf die benachbarten Kochplatten. Es mangelt an der eigenen Note und klingt viel zu oft nach Instant-Mahlzeit aus der Mirkowelle. Außerdem fehlt der Biss: "Food" ist nicht nur eine Platte übers Essen geworden, sondern auch eine, die man bequem zur Mahlzeit hören kann. Bei Rotwein und manierlichem Tischgespräch. Es soll an dieser Stelle nicht das unsägliche Sprichwort bemüht werden, wonach gutes Essen der Sex des alten Mannes ist. Es soll nur die Hoffnung ausgesprochen sein, Kelis möge mit der nächsten Platte ein knallsüßes Dessert auftischen – mit Streuseln, Schirmchen und Wunderkerzen. Und dazu einen Michshake.

(Sebastian Meißner)

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Highlights

  • Jerk ribs
  • Cobbler
  • Bless the telephone
  • Dreamer

Tracklist

  1. Breakfast
  2. Jerk ribs
  3. Forever be
  4. Floyd
  5. Runnin
  6. Hooch
  7. Cobber
  8. Bless the telephone
  9. Friday fish fry
  10. Change
  11. Rumble
  12. Buscuits 'n' gravy
  13. Dreamer

Gesamtspielzeit: 50:04 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Marvin
2014-04-27 12:39:09 Uhr
Sie sollte mehr stikken stikken. Ansonsten okayer Versuch. 8/10
PT-Logik
2014-04-27 09:39:56 Uhr
Ganz einfach: Bei N*germusik immer 2 Punkte abziehen, dann passts.
YYYY
2014-04-26 21:31:21 Uhr
Würde aber nach hiesigen Bewerungsmaßstäben bedeuten, dass es ein Meisterwerk ist.
shuma
2014-04-26 19:00:08 Uhr
Finde auch, dass man hier zumindest die klassische 7/10 zücken hätte können.
llll
2014-04-22 23:36:57 Uhr
Hübsches cover!
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