Iggy Azalea - The new classic

Iggy Azalea- The new classic

EMI / Universal
VÖ: 25.04.2014

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Erhöhte Temperatur

2014 ist schon jetzt das Jahr der Skandalnudeln. Nach Sky Ferreira erscheint nun nämlich auch das Debüt der australischen Rapperin und Rebellin Iggy Azalea, die bereits in der Vergangenheit auf sich aufmerksam machte, sei es durch provokante Songs oder durch kurzzeitige Liebschaften mit Rappern und NBA-Profis. Iggy Azalea, die in Wirklichkeit natürlich nicht so heißt, bringt also schon mal die wesentlichen Grundzutaten mit, um im Business zumindest zeitweilig mitzumischen. Der Titel ihres Debüts spricht dann schon mal vorsichtigerweise von einem neuen Klassiker, was ganz gut zum Selbstverständnis der jungen Dame passt. Wer sich so weit aus dem Fenster lehnt, hat zumindest schon mal genug Luft in den Lungen, um sich lauthals bemerkbar zu machen. Eine Fähigkeit, die vonnöten ist, in der manchmal etwas unüberschaubaren Pop-Welt.

Jetzt wird sich dem einen oder anderen Hobby-Historiker die Frage stellen, ob Iggy Azalea irgendetwas mit Iggy Pop zu tun hat, was man nicht so eindeutig beantworten kann. Denn eigentlich hat sich die junge Australierin nach dem Hund benannt, mit dem sie Gassi ging, als sie noch ein kleines blondes Mittelstandsmädchen war, das in einem Ort mit dem schönen Namen Mullumbimby aufwuchs. Haben Iggys Eltern also ihren Hund nach dem ewig-ledrigen Chef-Stooge-Windhund benannt? Möglicherweise. Darüber hinaus haben die beiden wohl nur ihr exaltiertes Auftreten gemein, musikalisch liegen nämlich Welten zwischen Pop und Azalea, was ja auch nicht weiter diskussionswürdig ist. "The new classic" zelebriert nämlich auf ganz eigene Weise rotzfrechen Rap, der die handelsüblichen Genre-Themen mit bürokratischer Präzision abarbeitet, dabei aber nicht vergisst, jede Menge Spaß zu machen.

So beginnt dieses äußerst selbstbewusste Debütalbum mit dem passiv-aggressiven "Walk the line", einer recht standardisierten Nummer, die einen guten Flow hat und direkt unter Beweis stellt, dass Iggy Azalea das notwendige Talent mitbringt, um überhaupt gehört zu werden. Positiv fällt auch die entspannte Instrumentierung der meisten Stücke auf: "Don't need y'all" kommt mit einem minimalistischen Electro-Gerüst aus, während "100" nach Südstaaten-Mucke im Hochsommer klingt, der Barbecue-Geruch liegt bei alldem auch schon in der Luft. Passt ja auch: Den tiefen Teller erfindet die Rapperin mit diesem Album sicherlich nicht, doch ihr Fast-Food-Rap befriedigt eben genau die Bedürfnisse, die man bei erhöhter Außentemperatur eben so verspürt. Leichte Melodien, abwechslungsreiche Beats, coole Atmosphäre – das sind alles passende Zutaten für einen sommerlichen Achtungserfolg.

"Change your life" ist die obligatorische, etwas unterkomplexe Club-Nummer, die vieles richtig macht, um auch in der Großraumdisco zu reüssieren. Auch "Fancy" lädt zum abendlichen Rhythmustanz ein, erinnert etwas an Ke$ha, aber daran stören sich ohnehin nur pingelige Kleingeister. Klar ist indes auch, dass Iggy Azalea manchmal auch etwas daneben greift, was man ihr aber letztlich gerne verzeiht. Ihr Debüt ist eine frische, sympathisch-schnoddrige Angelegenheit, die kurzweilig für wirklich gute Unterhaltung sorgt. Womit Iggy ihr Soll fürs Erste definitiv erfüllt hat.

(Kevin Holtmann)

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Highlights

  • Don't need y'all
  • Fancy (feat. Charli XCX)
  • Goddess

Tracklist

  1. Walk the line
  2. Don't need y'all
  3. 100 (feat. Watch The Ducks)
  4. Change your life (feat. T.I.)
  5. Fancy (feat. Charli XCX)
  6. New bitch
  7. Work
  8. Impossible is nothing
  9. Goddess
  10. Black widow (feat. Rita Ora)
  11. Lady Patra (feat. Mavado)
  12. Fuck love

Gesamtspielzeit: 42:03 min.

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Armin

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