Lo*ded - Dark days

Lo*ded- Dark days

Locomotive / Point
VÖ: 15.07.2002

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Vergangenheitsüberwältigung

"A kick in the head" bekommt der geneigte Hörer zuallererst an den Kopf geballert, wodurch vielleicht die Wahrnehmung dann auch ein bißchen getrübt zu werden scheint. Man verliert die Orientierung in Zeit und Raum. Wir schreiben schon das Jahr 1989, oder? Die Songs, die hier aus den Boxen dröhnen, schmettern, bollern, sowie die zugehörigen Johllaute können nun wahrlich nicht auf dem Boden des aktuellen Jahrtausends gereift sein. Oder etwa doch?

Doch! Denn Duff is back! Duff McKagan - in den letzten paar produktiven Jahren von Guns N' Roses gleichzeitig Basser und nach dem Ausstieg von Izzy Stradlin die Credibility-Rückversicherung von Axls Popanz-Truppe. Auch jetzt verfährt Duff nach dem Grundsatz "Schuster bleib bei deinen Leisten" und liefert mit seinen neuen Kumpanen von Loaded ein trendimmunes Stück Sleaze-Rock ab. So etwa wie Guns N' Roses auf Speed vor dem großen Durchbruch. Aber braucht das heute noch jemand?

Nein, aber was soll's. Geld zu verdienen wird Duff nicht mehr allzu nötig haben, sofern er einen einigermaßen geschickten und seriösen Finanzberater hatte. Und so ist's halt der Spaß an der Freud, der hier im Vordergrund steht. Natürlich zuzüglich lyrischer Vergangenheitsbewältigung, verfeinert mit ein paar kleinen Seitenhieben in Richtung aktueller Szene: Im Opener "Seattlehead" kriegt der Moloch und die "fucking whore" Los Angeles, in dem Duff so nebenbei bemerkt ja erst so richtig erfolgsmäßig durchstartete, sein bzw. ihr Fett weg.

Entgegen dem '95er Solo-Ausflug "Believe in me" hat Duff diesmal fast so was wie eine richtige Band um sich geschart und sich beim Songwrirting vor allem von seinem Kumpel und Drummer Geoff Reading (ehemals bei New American Shame und Green Apple Quickstep) unter die Arme greifen lassen. Gutes Handwerk eben auch hier, vollkommen altbacken zwar, aber immerhin mit hohem Nostalgie-Faktor. Und mit "Your way", der schönsten Ballade, die Axl Rose noch nie schmachten durfte.

(Peter Schiffmann)

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Highlights

  • Seattlehead
  • Want to
  • Your way

Tracklist

  1. Seattlehead
  2. Then and now
  3. Wrap my arms
  4. Dark days
  5. Want to
  6. Misery
  7. Criminal
  8. Queen Joanasophia
  9. Shallow
  10. Superman
  11. King of downtown
  12. Your way

Gesamtspielzeit: 48:36 min.