Animal Trainer - Wide

Animal Trainer- Wide

Stil Vor Talent / Word And Sound / RTD
VÖ: 28.02.2014

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Regen gibt es nicht

Die Sonne ist längst untergegangen, aber der Asphalt glüht noch immer. Im Club ist es schon kurz nach Einlass so heißt wie sonst zur Peaktime. Tanzen ist genauso anstrengend wie denken, also beschränkt man sich auf ersteres. Es ist Hochsommer, Nacht, überall tanzende Menschen am Ende ihrer Kräfte. Hier endet die Reise von "Wide"; hier sind Animal Trainer zuhause. Adrian Flavor und Samy Jackson betreiben den Züricher Hive Club, einen Szeneladen, in dem sie sich selbst am wohlsten fühlen. Dort haben sie sich vor Jahren kennengelernt: Der studierte Jazzmusiker und der DJ, die zufällig die gleiche Musik abfeierten. Die beiden wurden Partyveranstalter, DJ-Team, Produzenten, Freunde. Und der Name Animal Trainer nicht nur in der Schweiz Garant für astreine Clubmusik.

Da ist es nicht verwunderlich, dass es auch auf "Wide" gehörig tanzbar zugeht: "Pollen" groovt staubtrocken, schön deep, "Krambambuli" findet die perfekte Mitte zwischen Zappelwut und Träumerei. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Denn den Gedanken an ein reines Dancealbum fanden die beiden Schweizer schon immer langweilig. Dieses Debüt begleitet seine Hörer vom Frühstück in der Sonne zum Spaziergang im Park. Von der nachmittäglichen Open-Air-Party zum Sonnenuntergang auf dem Dach. Erst dann kommt der Club. Animal Trainer zelebrieren lässige Fröhlichkeit in einer Welt ohne Sorgen, liebevoll garniert mit allerlei kunterbuntem Schnickschnack. Nichts für Puristen, nichts für Minimalistiker. "Wide" ist mindestens so viel Pop wie Elektronik, vor allem aber eins: Sommermusik.

Da lassen sich Trompeten in "Wide" den süßen Hintern versohlen, zwitschern Vögel in "The walk" zu so was wie Ambientronica, macht "My town" als Rausschmeißer einen auf Elektropolka. Große Experimente oder einen doppelten Boden hat in diesem Kabinett der guten Laune niemand nötig. Es geht um den Spaß an der Freude. Lass die Füße im Wasser baumeln und die Arschbacken zucken zum Beat. Dass all das auf Oliver Koletzkis Label Stil vor Talent sein Zuhause gefunden hat, passt natürlich wie die Faust aufs Auge. Dass sich die beiden Dompteure von Animal Trainer erst Mut antrinken mussten, um Koletzki in Thailand ihr Demo in die Hand zu drücken, irgendwie auch. Wer so unaufgesetzt sympathisch die Existenz von Regenwetter leugnet, gehört ohnehin in die ganz großen Manegen, schon aus Prinzip. Knipst den Sommer an, holt die Peitsche raus, jetzt wird trainiert!

(Konrad Spremberg)

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Highlights

  • The walk
  • Pollen
  • Krambambuli

Tracklist

  1. Come along (feat. Jimi Jules)
  2. How does it feel (feat. Natasha Waters)
  3. Killed you (feat. Annek)
  4. Gone 4 ever
  5. The walk
  6. Shane
  7. Pollen
  8. Keep control (feat. Jan Blomqvist)
  9. Krambambuli
  10. Crashed tuesday
  11. Wide (feat. Jimi Jules)
  12. Everybody
  13. My town (feat. Otoridia)

Gesamtspielzeit: 86:53 min.

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