Manchester Orchestra - Cope

Manchester Orchestra- Cope

Loma Vista / Caroline / Universal
VÖ: 28.03.2014

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Die Richtigmacher

Es passiert selten, aber manchmal schafft es eine Band doch, so ziemlich alles richtig zu machen, sodass man ihre Diskografie ohne Zögern einlegen und in einem Rutsch durchlaufen lassen kann. Klar ist da vielleicht auch mal der eine oder andere Song dabei, der einem weniger gefällt als der vorherige oder nächste, aber wirkliche Ausfälle gibt es nicht. Manchester Orchestra, das Quintett um Sänger Andy Hull, sind eine solche Band. Die Herrschaften aus Atlanta haben sich seit ihrem Debüt "I'm like a virgin losing a child" einen Namen machen können und gelten nicht nur unter ihren Fans als verlässliche Institution, deren neue Veröffentlichungen mit Spannung, aber stets ohne Zweifel erwartet werden. Mit ihrem vierten Album "Cope" setzen sie ihre Reihe großartiger Platten fort und wissen auch hier wieder, worauf es ankommt.

Sie fassen sich kurz: Anders als auf dem natürlich fantastischen, aber mit über 53 Minuten Spielzeit tatsächlich etwas überlangen "Mean everything to nothing" erreicht auf "Cope" gerade mal ein einziger Song die Vier-Minuten-Marke. Stücke wie die stürmische erste Single "Top notch", die gleichzeitig auch als Opener fungiert, oder auch das energetische "All I really wanted" erreichen ihren Höhepunkt deutlich schneller und bringen den Hörer in der kurzen Zeit, die ihnen bleibt, mit allen verfügbaren Mitteln zum Schwitzen. Nebenbei zeigt der Fünfer mit dem hymnischen "Trees", dass es dreckig-staubigen Indie-Rock auch in der heutigen Zeit geben kann.

Sie kommen auf den Punkt: Störten sich einige noch daran, dass Hull & Co. auf dem Vorgänger "Simple math" zu oft zu lange um den heißen Brei redeten und die durchaus gelungenen Songs zu blumig produziert wurden, hat die dekorative Flora auf "Cope" nichts mehr zu suchen. Zwar gibt sich etwa "Every stone" zumindest stellenweise noch dem Pathos und der großen Geste hin, gleichzeitig lässt das Stück der Band aber auch genug Raum, um sich auf ihre Wurzeln zu besinnen. Mit "See it again" gibt es obendrauf die berüchtigte Mischung aus kraftvoller Intensität und bedrückender Melancholie, für die Hull unter Kennern mittlerweile bekannt sein dürfte.

Sie haben ihren Platz gefunden: Experimentierten Manchester Orchestra auf ihren vorherigen drei Alben noch mit verschiedenen Elementen, klangen sie selten so zufrieden und selbstbewusst wie auf "Cope". Mit dem frühen Highlight "Girl harbor" verdeutlichen sie einmal mehr, wie gut der frische und helle Klang von Hulls Stimme zu dem nach vorne preschenden Gitarrenspiel von seinem Kollegen Robert McDowell passt, während der Titeltrack zum Schluss eine echte Herausforderung ist: Schwermütig und düster geben sich Manchester Orchestra hier und dürften damit nicht jedem auf Anhieb gefallen. Müssen sie ja auch nicht. Denn früher oder später merkt auch der letzte Hörer, dass sie hier wieder alles richtig gemacht haben.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • Girl harbor
  • Every stone
  • Trees
  • See it again

Tracklist

  1. Top notch
  2. Choose you
  3. Girl harbor
  4. The mansion
  5. The ocean
  6. Every stone
  7. All I really wanted
  8. Trees
  9. Indentions
  10. See it again
  11. Cope

Gesamtspielzeit: 38:11 min.

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2014-06-23 12:56:08 Uhr
Nisennenmondai - Destination Tokyo

Tobson

Postings: 1061

Registriert seit 11.06.2013

2014-06-23 11:23:20 Uhr
Einige Songs erinnern mich tatsächlich stark an Weezer. Was ja grundsätzlich nichts schlechtes bedeutet! ;-)

Pure_Massacre

Postings: 37

Registriert seit 14.06.2013

2014-04-01 20:06:07 Uhr
Ja, catpain...is denn heut schon erster April? Ach ja, tatsächlich.

Höre es gerade auf spotify. Tönt gut und könnte was werden, mit uns :)

Tobson

Postings: 1061

Registriert seit 11.06.2013

2014-03-31 11:28:15 Uhr
Inhaltlich kein schlechter Fake, nur vom Nick her leider zu offensichtlich! ;-)
catpain kidd
2014-03-31 11:05:37 Uhr
Klingen mir immer zu sehr nach Fury in the Slaughterhouse. Das ist so distinguierter Midtempo--Rock, den ich so gar nicht mag - so The National Kram halt.
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