Bobby Bare jr. - Young criminals starvation league

Bobby Bare jr.- Young criminals starvation league

Bloodshot / Munich / Indigo
VÖ: 08.07.2002

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

Kid Country

Da saß er nun alleine mit seiner Gitarre in der Küche, der Schelm, der neulich noch den "Brainwasher" gab, und grübelte. So kam es, daß Bobby Bare jr. überraschend feststellte, daß er vom ständigen Collegerock-Geschrammel doch nicht so furchtbar angetan ist. Irgendwie ist er ja doch Papas Sohn. Und so lud sich Klein-Bobby den Herrn Vater auch gleich ein, um gemeinsam ein paar Country-Weisen in die frische Landluft von Tennessee zu schmettern.

Vor "I'm a poor lonesome cowboy"-Plattheiten braucht sich aber niemand fürchten, dafür verbürgt sich schon Bares spitze Zunge. Und daß gerade auch ein paar von den Lambchop-Jungs in der Gegend waren, stellt die nötige musikalische Bodenhaftung links und rechts vom Mainstream sicher. So besteht die "Young criminals starvation league" aus knochentrockenen Folkschrammlern, Countryside-Schunklern und akustischem Rockabilly, die sich über magersüchtige Landeier, unerwartete Discobesucher und das lästige Selbstmitleid lustig machen.

"This letter is addressed to Mr. Pete Townshend / Hey brother, I write you to say thanks for nothin' / Your generation used up all the feelings / And if we rock it looks like we're ripping you off." In "Dig down" beschwert sich Bare jr. mit Zeilen wie diesen darüber, daß ihm Leute wie die Beatles, Jimi Hendrix, Chuck Berry und Black Francis schon alle möglichen Songs vor der Nase weggeschnappt haben. "I do the best with the leftovers I've got" singt er dort, macht sich nebenbei noch über einen gewissen Fred Bisquit lustig und schändet die Rolling Stones. Lecker.

Dazwischen brechen versponnene Bläserarrangements und heisere Verse immer wieder das allzu gegenwärtige Nashville-Feeling auf. Statt dessen wird auch mal ohne Rücksicht auf Genreklischees munter drauflos geklampft. Das weckt erfreuliche Erinnerungen an die augenzwinkernden Frechheiten von Billy Bragg und den Violent Femmes. Und dann setzt es mit "What difference does it make?" plötzlich ein famoses Smiths-Cover, das klingt, als hätten Morrissey und Marr damals neben Elvis, Johnny und Jerry Lee in den Sun-Studios aufgenommen. So darf das gerne weitergehen.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • I'll be around
  • Dig down
  • What difference does it make?
  • The ending

Tracklist

  1. I'll be around
  2. Flat chested girl form Maynardville
  3. Mehan
  4. Bullet through my teeth
  5. The monk at the disco
  6. Dig down
  7. What difference does it make?
  8. The ending
  9. I'll be around (Reprise)
  10. Stay in Texas
  11. Painting her fingernails

Gesamtspielzeit: 38:55 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Oliver Ding
2002-08-04 18:41:01 Uhr
Und natürlich das famose Schmitz-Cover.
Sebastian
2002-08-03 19:58:47 Uhr
Jep, kann dir da nur Recht geben. Obwohl mir Dig Down besser gefallen hat
captain kidd
2002-08-02 17:02:27 Uhr
grossartiges kleines album mit grandios bösen texten. da wird über fred bisquit hergezogen und über andere pseudos. und traurig ist das auch manchmal. bestes stück ist aber die motown meets country nummer 'the monk at the disco'.
freu mich über solche platten...
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