Kylie Minogue - Kiss me once

Kylie Minogue- Kiss me once

Parlophone / Warner
VÖ: 14.03.2014

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Die Schmatzkiste

Es wird Zeit für das erste Album eines Popstars mit dem Sticker "Ohne Zutun von Pharrell Williams". In prominenten Kreisen scheint das derzeit so wahrscheinlich wie ein Tapezierauftrag für das Bernsteinzimmer. Auch Kylie Minogues neuestes Werk, "Kiss me once", wird kein Exempel statuieren. "I was gonna cancel" stammt aus der Feder des N.E.R.D-Mitglieds, zugegebenermaßen aber scheint das Stück frisch bzw. maximal aus der Neptunes-Schublade zu sein. Minogue geleitet den Electro-Funk mit "Go-Go-Go-Go"-Rufen und einem opernhaften Dehnungs-Ooooo zu den Drei Fragezeichen. Sollen die mal lösen, wie das zusammenpasst.

Wo wir schon bei Stickern sind: Man würde dem Album auch das Etikett "Ohne Enrique Iglesias" wünschen, leider aber hat die Australierin sich entschieden, im Vocoder-Schmachtfetzen "Beautiful" nicht auf den Mann hinter der lange Zeit bekanntesten südeuropäischen Warze zu verzichten. Zu Tränen gerührt sei sie gewesen ob dieses Duetts, gab Minogue zu Wort. Möglicherweise testete sie dereinst einen neuen Zwiebel-Eyeliner, jedenfalls hat der Titel gerade wegen der Effektbepfefferung die Romantik eines erkälteten Stachelrochen.

Pffft, Romantik! Ohnehin überbewertet! So scheint es. Beim nackten Blick auf die Tracklist des mit einem roten Kussmund versehenen Covers von "Kiss me once" springt ein Sex-Dreier ins Auge. "Sexy love", "Sexercize" und "Les sex" machen aus der 45-Jährigen beruhigenderweise noch keine auf jung getrimmte Frau, die nassforschen Nachkömmlingen auf der Abrissbirne hinterherreitet, da ist Kylie Minogue schon mehr auf Sinnlichkeit bedacht. Auch wenn die im Electropop nur schwerlich zu behaupten ist. Kurioserweise holen gerade das vermeintlich versexte Trio und der klassische Kylie-Synthie-Einstieg "Into the blue" das Album aus Egalistan, auf das "Million miles" und "Fine" zielsicher steuern.

Das leicht angefunkte "Sexy love" fährt auf dem Rücksitz von Katy Perrys "T.G.I.F." zu Minogues Selbstzitat "Love at first sight" und ihrer discoiden Hochzeit in den 1980er Jahren. "Sexercize", geschrieben von der hier am Album auch als Co-Produzentin beteiligten Sia, bastelt mit Neo-Dubstep herum, wie auch "Les sex" - ein Song mit Ohrwurm-Potential, einem Frosch mit Sodbrennen und der kuriosen Kopfkino-Kollaboration aus Skrillex und ATC. Im Prinzip also durchaus eklig und doch zumeist entfernt von aufoktroyierter Moderne und zugeschnitten auf Kylie Minogue. Man weiß um ihre benötigte Leichtigkeit, weshalb "Feels so good" besser bei der Australierin aufgehoben ist als beim schwachbrüstigen Original von Tom Aspaul. Bei "If only" darf dem Hörer trotz aller ungelenker Dance-Akrobatik durchaus Haim ins Gedächtnis kommen, dank der Schnittmenge in Person von Produzent Ariel Rechtshaid. Ein mitunter launiger Zeitvertreib für konventionelle Pophörer - wenn denn am Schluss wirklich ein Kuss mit Kylie winkt.

(Stephan Müller)

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Highlights

  • Into the blue
  • Feels so good
  • Les sex

Tracklist

  1. Into the blue
  2. Million miles
  3. I was gonna cancel
  4. Sexy love
  5. Sexercize
  6. Feels so good
  7. If only
  8. Les sex
  9. Kiss me once
  10. Beautiful (feat. Enrique Iglesias)
  11. Fine

Gesamtspielzeit: 38:28 min.

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User Beitrag

Demon Cleaner

Postings: 5648

Registriert seit 15.05.2013

2014-03-20 10:27:32 Uhr
Das Album ist abgesehen von der Single wirklich eher mau. Lieber noch mal die "Fever" rauskramen (passt auch schön zum Wetter).

Dan

Postings: 204

Registriert seit 12.09.2013

2014-03-13 21:02:38 Uhr

Mag "Into The Blue" aber auch irgendwie, Kylie fand ich schon immer für den ein oder anderen Pop-Ohrwurm gut.

Kann es sein, dass der Song von Ryan Tedder kommt? Liegt irgendwie nahe... :D

JaRaDa

Postings: 169

Registriert seit 15.06.2013

2014-03-13 20:13:06 Uhr
Mein Gott ist das mies. Und das sage ich als Fan von Billig-Trash-Pop, aber das ist ist weder catchy noch in irgendeiner Weise ideenreich, sondern der peinliche Versuch bei einer Mode mitzumachen, die seit mindestens 2 Jahren nicht mehr wirklich in ist. Schwache 4/10.
Riesenlachs
2014-03-12 16:02:05 Uhr
Dufte Single, starkes Album, innovativer Kram.

8/10

Leatherface

Postings: 1625

Registriert seit 13.06.2013

2014-03-12 15:11:53 Uhr
Album ist wie alles von ihr seit dem (tollen) "Body Language": Hübsch, aber wenig essentiell. Alles fluffig und angenehm hörbar bis auf den Totalausfall mit Enrique Iglesias, bei dem man sich in gruselige "Especially For You"-Zeiten zurückversetzt fühlt.
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