Alkaline Trio - From here to infirmary

Alkaline Trio- From here to infirmary

Vagrant / Universal Music Import Service
VÖ: 29.07.2002

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Läuft läuft läuft

Jeder kennt es, jeder mag es, und vor allem möchte jeder ganz genau so sein: das Duracell-Häschen. Geht ab wie Zäpfchen, zeigt mehr Kraft als Popeye nach der Spinat-Kur und vor allem mehr Kondition als Kaiser Franz nach der sechsten Viagra. Schon Joachim Witt orakelte in einem Anfall von Größenwahn "...und ich lauf, lauf lauf lauf" - und kam genau bis zur nächsten Straßenlaterne. Das nimmermüde trommelnde Häschen hingegen läuft und läuft und läuft. Alles nur eine Frage der richtigen Batterie.

Kein Wunder, daß sich ein Trio aus Chicago nach der Königsklasse aller mobiler Energiespeicher - der Alkali-Batterie - benannt hat, um all jene Eigenschaften auf die Bretter zu übertragen, die ihnen die Welt bedeuten. Und während der Schlagzeuger seine Trommeln zu Geschnetzeltem verarbeitet und der Bassist sich einen Wolf zupft, krakelt Matt Skiba am Mikro mit "Private eye" schon den ersten Kracher aus vollster Kehle: "I won't have to quit doing fucked up shit / For anyone but me". Was für ein Statement! Was für ein Song!

Dem Universal-Konzern gebührt ein ausdrücklicher Dank dafür, dieses hierzulande bislang nur im kleineren Rahmen erschinenene Kleinod neben diversen anderen vom renommierten Punk-/Emo-Label Vagrant Records nun noch einmal einer breiteren deutschen Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der dritte Longplayer des US-Stoßtrupps nämlich strotzt nur so vor brachialer Energie, feisten Hooks und grenzschlauen Lyrics Marke "I know who's to blame / But I swore I wouldn't say". Wie so oft spielen sich drei junge Herren den Frust von der Seele und scheinen davon nicht zu knapp auf Lager zu haben. Schließlich soll zu keinem Zeitpunkt das Ziel aus den Augen zu verloren werden: "From here to infirmary" - aber mit Blaulicht, bitte schön.

Was, Dir ist heiß? Nee, ne Pause gibt's heut nicht! Während man jeden Augenblick den Kollaps erwartet und von den billigen Plätzen Appelle wie "Lassen Sie mich durch, ich bin Arzt!" zu hören sind, wird auf der Bühne fleißig weitergerockt und im Schweiß gebadet. Wenn die Drumsticks Funken sprühen, das Plektrum glüht und die Stimmbänder Feuer speien, fragt keiner mehr nach Wasser. "Take lots with alcohol" fordern sie. Und prickeln länger, als man trinkt.

(Armin Linder)

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Highlights

  • Private eye
  • Stupid kid
  • Crawl

Tracklist

  1. Private eye
  2. Mr. Chainsaw
  3. Take lots with alcohol
  4. Stupid kid
  5. Another innocent girl
  6. Steamer trunk
  7. You're dead
  8. Armageddon
  9. I'm dying tomorrow
  10. Bloodied up
  11. Trucks and trains
  12. Crawl

Gesamtspielzeit: 38:07 min.

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