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Kid Cudi - Satellite flight: The journey to mother moon

Kid Cudi- Satellite flight: The journey to mother moon

Republic / Universal
VÖ: 26.02.2014

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Mond ist sein Hobby

Eigentlich sollte der vorliegende Release ja nur eine EP werden, aber Kid Cudi konnte oder wollte sich dann doch nicht so recht einschränken. So oder so: Seine muntere Mondfahrt geht weiter, wenn auch konzeptionell eher halbgar, da ein roter Faden irgendwie doch fehlt. Sei's drum. "Satellite flight: The journey to mother moon" fungiert in der losen und wenig stringenten Rahmenhandlung als Übergangsplatte, für 2015 plant Kid Cudi "Man on the moon III". Also durchatmen und rein ins vergleichsweise kurze Vergnügen und mal sehen, was ein Album taugt, das von vornherein nur als Zwischenetappe etikettiert wurde.

Wie es sich für ein astronomisch konzipiertes Album gehört, beginnt auch "Satellite flight: The journey to mother moon" mit einem düsteren, spannungsgeladenen Intro, das letztlich ins hymnenhafte "Going to the ceremony" überleitet. Kid Cudi erzählt darin von teurem Alkohol, bedingungsloser Freiheit und anderen Dingen, von denen man als millionenschwerer Rapper in der Zeit zwischen zwei ausgedehnten Shopping-Touren berichtet. Die Nummer kommt trotzdem gut, da die elektronisch-rockige Melodieführung klasse ist und Kid Cudi sich keine großen Gedanken darüber macht, dass er in diesem Leben nicht mehr der größte Rapper auf Erden werden wird. Diese naive Sturheit wirkt letztlich schon wieder sympathisch.

Mit melodramatischen Konserven-Streichern und einem heroisch-gedachten Spoken-Word-Intro beginnt der Quasi-Titelsong "Satellite flight": eine entspannte, stimmungsvolle Nummer, die Kid Cudi in seiner gewohnt unaufgekratzten Art recht lässig in den Nachthimmel brummelt. Mehr denn je setzt Scott Mescudi, so sein bürgerlicher Name, auf eine Kohärenz in Klang und Stil, weswegen nun auch vermehrt instrumental gehaltene Interludes für größere Binnenspannung sorgen sollen, was ihm teilweise ganz gut gelingt. Was aber nun ein Song über "Balmain jeans" – Kostenpunkt: bis zu 2.000 Euro – mit Cudis Mondfantasien zu tun hat, will sich letztendlich nicht in Gänze erschließen.

Besonders toll ist dann das besonders lange "Too bad I have to destroy you now". Mit diesem kristallinklaren Song zeigt Kid Cudi, dass er sich vom juvenilen Spaß-Rap-Gestus seiner "Day 'n' nite"-Jugend emanzipiert hat. Nicht, dass dies unbedingt nötig gewesen wäre, aber wenn es funktioniert, was es hier ja auch tut, dann ist so eine künstlerische Entwicklung ja eine feine Sache. Gegen Ende wird "Satellite flight: The journey to mother moon" recht atmosphärisch, elektronische Flächen erzeugen eine Nachtschwärze, an dessen Laken der Mond wie eine große Silbermünze einsam funkelt. Kid Cudi hält sich dabei ziemlich im Hintergrund und wirkt eher wie der Arrangeur seines eigenen wirren Kino-Films, der ihn einmal zum Mond führt und wieder zurück. Wir haben unser Ticket vorsichtshalber schon mal reserviert.

(Kevin Holtmann)

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Highlights

  • Going to the ceremony
  • Satellite flight
  • Too bad I have to destroy you now

Tracklist

  1. Destination: Mother moon
  2. Going to the ceremony
  3. Satellite flight
  4. Copernicus landing
  5. Balmain jeans
  6. Too bad I have to destroy you now
  7. Internal bleeding
  8. In my dreams 2015
  9. Return of the moon man (Original score)
  10. Troubled boy

Gesamtspielzeit: 41:14 min.

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Armin

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Registriert seit 08.01.2012

2014-03-17 21:58:28 Uhr
Frisch rezensiert!

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